15.05.2012 Drucken Empfehlen
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Larry Hagman im Interview

Aus dem Öl-Fiesling aus "Dallas" ist ein Solar-Aktivist geworden

Einmal "Dallas"-Bösewicht, immer "Dallas"-Bösewicht. Larry Hagman (80) stört dieses Image nicht. Im Gegenteil: Er nutzt seine Popularität, um weltweit für Solarenergie zu werben - auch in Bayern.

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DPA

Mr. Hagman, warum spielen Sie nach so vielen Jahren noch einmal J.R. Ewing?

Artikelbild: Aus dem Öl-Fiesling aus "Dallas" ist ein Solar-Aktivist geworden Larry Hagman posiert in München bei der Vorstellung der Solarenergie-Initiative "Pro Sonne". Foto: dpa

LARRY HAGMAN: Weil man mir ziemlich viel Geld angeboten hat. Und vor allem, weil ich die Möglichkeit habe, wieder mit Patrick Duffy und Linda Gray zusammen zu spielen. Sie spielt meine Frau, oder Ex-Frau. Wir waren zweimal verheiratet und haben uns zweimal scheiden lassen.

Wird J.R. Sue Ellen in den neuen Folgen nochmal heiraten?

HAGMAN: Ich hoffe nicht. Sie hat bewiesen, dass sie einfach eine Nummer zu groß ist für mich. Sie hat meine Firma gestohlen und mich in den Konkurs getrieben. Aber ich komme zurück.

Werden Sie J. R. auch weiterhin spielen? Oder ist nach den neuen Folgen endgültig Schluss?

HAGMAN: Ich werde J. R. sein, bis ich sterbe. Da kann ich gar nichts dagegen machen. Es ist eine wunderbare Rolle, ich verdiene viel Geld damit, kann um die Welt reisen - und es ist einfach. Ich kenne die Rolle. Er ist ein Womanizer, eine Ratte. Aber er hat viel Spaß. Er hat sich auch nicht viel verändert. In meinem Alter verändert man sich nicht mehr so sehr. Ich will noch 13 Jahre Dallas spielen. Dann bin ich 94 und dann ist es vorbei.

Haben Sie jemals bereut, dass Sie ihrer Rolle als J. R. das Image als Fernseh-Fiesling verdanken?

HAGMAN: Ich war einmal mit meiner Frau essen in einem Hotel in Dallas und ich konnte aus dem Augenwinkel eine alte Lady sehen, die uns beobachtete. Ich war mir sicher, dass sie gleich auf mich zukommt und nach einem Autogramm fragt. Ich habe sie angelächelt - und sie hat mir ihre Handtasche ins Gesicht gepfeffert und mich von meinem Stuhl geschlagen. Ich habe Sterne gesehen. Sie hat gesagt: "Du Ratte, wie kannst Du Sue Ellen nur so behandeln?" Dann hat sie sich aber entschuldigt, weil sie vergessen hatte, dass sie die Waffe ihres verstorbenen Mannes in der Tasche hatte. Sie hat mich also härter getroffen als sie wollte. Sie hat dann auch noch ein Autogramm bekommen. Das ist aber das einzige Mal, dass ich deshalb irgendwie Ärger hatte. Ich habe ja auch den Major Nelson in "Bezaubernde Jeannie" gespielt. Das Image habe ich also auch. Das läuft in den USA ja immer noch. Es läuft schon seit 48 Jahren - Oh Gott, 48 Jahre. . .

Sie haben Klaus Wowereit in Berlin im Wahlkampf unterstützt . . .

HAGMAN: Wen?

Den Bürgermeister von Berlin.

HAGMAN: Ach ja. Hat er gewonnen? Ja? Gott sei Dank. Dann habe ich wenigstens einen Freund in Berlin. Ich wusste aber damals gar nicht, wer er war. Für mich war er einfach irgendjemand, der eine Rede hält. Er hat geredet und geredet und geredet. Und ich stand neben der Bühne und habe gewartet - 20 Minuten, eine halbe Stunde - bis er mich dann auf die Bühne geholt hat. Und dann stand ich hinter ihm und konnte ja erst recht nicht einfach gehen.

Also wussten Sie gar nicht, dass Sie ihn unterstützt haben?

HAGMAN: Also, nein. Aber ich mochte ihn - und jetzt mag ich ihn natürlich noch mehr, wenn er noch an der Macht ist. Wenn ich ihm geholfen habe, zu gewinnen, schuldet er mir ja was.

Werden Sie sich am US-Wahlkampf beteiligen?

HAGMAN: Ich unterstützte natürlich Obama, aber auch lokale Politiker. Ich gebe ihnen Geld. Das ist ja das einzige, was heute zählt.

Es gab Berichte über Ihre Krebserkrankung, Wie geht es Ihnen jetzt?

HAGMAN: Na, wie sehe ich denn aus? Ich hatte ein Problem in meinem Hals, habe Chemotherapie und Bestrahlung gehabt. Jetzt sagen die Ärzte, es klingt ab. Darüber bin ich sehr glücklich. Info "Shine, baby, shine" (Scheine, Baby, scheine) - unter diesem Motto wirbt Larry Hagman weltweit für die Nutzung von Solarenergie. Zuletzt war der Schauspieler in München, um dort die Initiative "Pro Sonne" zu unterstützen. Sie will ein Volksbegehren in Bayern erreichen, damit die geplanten Kürzungen in der Solar-Förderung zurückgenommen werden.

15.05.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 16.05.2012 - 14:29 Uhr

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