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Metaller die auf Brüste starren

Der derb-humorige Dokumentarfilm begleitet fünf Männer bei ihrem Besuch des Heavy-Metal-Festivals in Wacken.

Deutschland 2011

Regie: Dmitry April, Thorsten Hänseler

91 Min. Von der FSK nicht geprüft
TAGBLATT-Wertung
   Leser-Wertung
 

Vermutlich nicht jedermanns Film, aber wir kamen aus dem Prusten gar nicht mehr raus und haben auch Stunden später noch lachen müssen!

Spielplan

 Schon wieder ein Wacken-Film? Ja, aber anders. Die vor vier Jahren auch in Tübingen erfolgreich gelaufene Doku "Full Metal Village" lenkte den Blick auf die Eingeborenen des norddeutschen Fleckens, der alljährlich von Zehntau­senden Besuchern des weltgrößten Heavy-Metal-Festivals heimgesucht wird. Dem neuen Film ist das Dorf und selbst die Musik schnuppe - er kreist ausschließlich um die einfallenden Horden.

Was bewegt diese im übrigen Leben wohl völlig unauffälligen Männer (der Frauenanteil dürfte bei unter zehn Prozent liegen), sich einmal im Jahr drei Tage lang im Openair-Schlamm zu suhlen, sich mit billigem Dosenbier zuzuschütten und nebenbei ohrenbetäubender Musik zu lauschen? So lautet jedenfalls die Eingangsfrage der Amateurfilmer Dmitry April und Thorsten Hänseler, für deren Beantwortung ihnen dann aber entweder das geistige Rüstzeug, die Lust oder der unbenebelte Kopf fehlt. Stattdessen lässt sich Fan-Reporter Hänseler zwang- und konzeptlos übers Gelände treiben und dokumentiert dabei vor allem eins: Es wird gesoffen und gegrölt, nebenbei noch wahllos in die Landschaft uriniert und sexistisch vom Leder gezogen.

Mag die Erkenntnis, dass es unter Metalheads nicht anders zugeht als im Spießer-Bierzelt, anfangs noch erhellend sein, so ist sie ihrer endlosen Redundanz nur noch öde. Und wenn dem Interviewer doch mal ein interessant schräger Vogel oder ein reflektierter Zeitgenosse vors Mikro läuft, ist er peinlich darauf bedacht, das Gesprächsniveau nur ja nicht über die Promillegrenze zu heben. Noch nerviger ist nur, dass im Off-Kommentar ständig eine abgründige Entgrenzung beschworen wird, die dann aber über jämmerliches Komasaufen nie hinauskommt.

Als filmisches Souvenir für Wacken-Maniacs geht das natürlich völlig in Ordnung - wie und warum dieses Homevideo den Weg zur großen Kinoleinwand gefunden hat, bleibt aber äußerst rätselhaft.

Metaller, die sich um den Verstand saufen – und sich darüber dumm und dämlich lachen.


Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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