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Extrem laut und unglaublich nah

Ein Junge sucht verzweifelt nach der letzten Botschaft, die sein 9/11 ermordeter Vater irgendwo in New York versteckt haben soll.

Extremely Loud and Incredibly Close
USA 2012

Regie: Stephen Daldry
Mit: Tom Hanks, Sandra Bullock, Thomas Horn, James Gandolfini, Max von Sydow
129 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
   Leser-Wertung
 

Sehenswert auf jeden Fall, beginnt herausragend, flacht etwas ab.

Spielplan

In Gegenwart seines Vaters wird Oskar alles zum Abenteuer. Am liebsten denken sich die beiden Expeditionen durch New York aus. Die fallen so aus, „dass ich mit Leuten reden musste, weil er wusste, dass mir das schwerfällt“. Das sagt Oskar schon aus der Erinnerung: Denn der Vater (Tom Hanks) ist am 11.September 2001 im World Trade Center ums Leben gekommen. Für den Neunjährigen ist es, als hätte sich seither die Sonne verdunkelt. Mit seiner Mutter (Sandra Bullock) verbindet ihn eine eher distanzierte Beziehung.

Als er in den Sachen seines Vaters einen Schlüssel in einem Tütchen mit der Aufschrift „Black“ findet, organisiert Oskar eine eigene Expedition. In allen fünf Bezirken New Yorks will er nach dem Besitzer des Schlüssels suchen, auch wenn es Jahre dauern sollte.

Zeitweilig begleitet ihn der neue Untermieter der Großmutter, ein verwitterter Alter, der nicht spricht (Max von Sydow ist für die Rolle Oscar-nominiert). Während er erfolglos versucht, die Fixierung des Jungen auf die Jagd nach dem Schlüsselbesitzer zu lockern, gelingt es ihm, Oskar zu Unternehmungen zu bringen, die der bisher „zu gefährlich“ fand: U-Bahn-Fahren zum Beispiel.

Es ist der Alte, der selbst eine schwere Traumatisierung hinter sich hat, der die teilweise quälende Konfrontation des Jungen mit dem Tod seines Vaters schließlich nicht mehr aushält. Gleichzeitig zeigt er Oskar, dass Zuneigung nicht bedeutet, den anderen total zu vereinnahmen.

Als Oskars Beharrlichkeit schließlich wider Erwarten zum Ziel führt, scheint das für den Jungen nur eine weitere Enttäuschung bereitzuhalten, während Fremde profitieren.

Man hat Regisseur Stephen Daldry („Billy Elliot“) vorgeworfen, sein Rückgriff auf den 11. September sei beliebig. Dennoch gelingt ihm in der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jonathan Safran Foer die eindringliche Nahaufnahme eines trauernden Kindes. Oskar lebt zwar scheinbar in den angenehmsten Umständen. Doch er ist erschreckend vereinzelt. Auf der Suche nach einem letzten Zeichen des geliebten Vaters findet er unerwartet die Stadt New York und ihre Bewohner. Auch seine Mutter sieht er dadurch in einem anderen Licht.


Flashplayer benötigt.

Dorothee Hermann


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Artikelbild: Serviceboxbilder
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