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Auf Insolvenzverwalter Geiwitz wartet noch viel Arbeit

Schlecker-Abwicklung kostet Zeit

Für die Schlecker-Mitarbeiter geht die Arbeit bei der Drogeriemarktkette bald zu Ende. Für den Insolvenzverwalter gilt das nicht. Arndt Geiwitz muss das Unternehmen jetzt abwickeln. Das kann dauern.

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SWP

Ehingen/Neu-Ulm Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat mit dem Fall Schlecker einen ganz dicken Fisch an der Angel. Pleiten in dieser Größenordnung sind selten in Deutschland und mit ihnen lässt sich gut verdienen. Doch so einfach ist die Sache nicht. Geiwitz wird mit der Abwicklung vermutlich Jahre beschäftigt sein und hat selber hohe Kosten. Eine Fortführung der Drogeriekette - am besten mit einem Kredit - wäre für ihn persönlich höchstwahrscheinlich das bessere Geschäft gewesen.

Artikelbild: Schlecker-Abwicklung kostet Zeit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz wickelt Schlecker ab. Foto: dpa

Wieviel Geld er bekommen wird, weiß Geiwitz selber noch nicht. Der Vorsitzende des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands, Christoph Niering, erklärt: "Die Höhe der Vergütung ist gesetzlich geregelt und richtet sich nach der Insolvenzmasse, die der Verwalter für die Gläubiger realisiert. Dabei gilt der Grundsatz: Je mehr Masse der Verwalter für die Gläubiger erwirtschaftet, desto höher ist seine Vergütung." Die Regelvergütung sei auf 100 Gläubiger und 20 Mitarbeiter ausgelegt. "Bei großen Verfahren sieht das Gesetz Zuschläge vor, die vom Gericht bewilligt werden", sagt Niering. "So sind Verfahren mit einer besonders hohen Anzahl von Gläubigern oder Arbeitnehmern für den Insolvenzverwalter auch mit entsprechend hohem Aufwand verbunden." Mehr als 10 000 Mitarbeiter sicherten automatisch eine Erhöhung.

In der Abrechnung der Vergütung würden zwei Abschnitte unterschieden: die vorläufige Insolvenzverwaltung und dann die Eröffnung des Verfahrens bis zu dessen Abschluss, erläutert Niering. Der Insolvenzverwalter finanziert das Verfahren vor, er darf sich aber mit Begründungen vom Gericht Vorschüsse holen.

Werden es am Ende Vergütungen in Millionenhöhe sein? Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa steht das fest. Allerdings will - und kann -- noch kein Experte eine überschlägige Rechnung anstellen, weil zu viele Variablen offen sind. Alle betonen auch, dass die Summe am Ende kein Gewinn sei, sondern gewissermaßen der Umsatz des Verwalters. VID-Experte Niering: "Insolvenzverwaltung ist keine One-Man-Show, sondern Teamarbeit.

Geiwitz" Kanzlei zählt etwa 200 Mitarbeiter - darunter Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte. Geiwitz sagt, 20 seiner Leute seien vorrangig mit Schlecker betraut. Seine Arbeit wird voraussichtlich noch lange laufen: Nach der Verfahrenseröffnung im Januar gilt eine Frist bis Ende 2015. Bis dahin können Entscheidungen angefochten werden.

"Für Geiwitz beginnt jetzt nach dem Aus für Schlecker enorme Fleißarbeit", sagt ein Insolvenzverwalter. Es gelte Hunderte Einzelforderungen der Gläubiger zu prüfen und die Masse der noch vorhandenen Werte zu errechnen. Geiwitz konnte bisher nur schätzen: Er geht von 500 bis 700 Mio. EUR aus. Dem stehen bislang Forderungen in Höhe von 665 Mio. EUR entgegen, wobei diese Summe wohl noch wächst. dpa

11.06.2012 - 08:30 Uhr

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