Tausende beim Tag der offenen Tür im Trainingszentrum der Polizei in Iselshausen
Tausende von Besuchern haben am Sonntag das neue gemeinsame Trainingszentrum der Polizeidirektionen Calw und Freudenstadt in Iselshausen besichtigt. Vorführungen und Demonstrationen während des ganzen Tages gewährten dabei interessante und spannende Einblicke in den Alltag der Polizei.
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Monika Schwarz
Eine der Attraktionen beim Tag der offenen Tür des neuen Polizeitrainingszentrums in Iselshausen war die Landung des Polizeihubschraubers aus Söllingen. Bild: mos
Iselshausen. Rechtzeitig war auch die interaktive Schießanlage fertig geworden, die den Polizisten jetzt Schießtraining auf höchstem Niveau ermöglicht. Beim Bau hat man darauf geachtet, dass die Anwohner durch den Lärm des Schießtrainings nicht beeinträchtigt werden – 13 Tonnen Stahl und 3 Tonnen Sand wurden deshalb verbaut. Insgesamt steht den rund 400 Polizisten und 45 Freiwilligen der beiden Polizeidirektionen jetzt ein rund 1300 Quadratmeter großer Trainingsbereich zur Verfügung. Situationen, mit denen die Polizei im Alltag oder auch nur im Ausnahmefall konfrontiert werden, können so wirklichkeitsnah und zentral an einem Ort trainiert werden. Dass beide Polizeidirektionen das Projekt gemeinsam nutzen, sei nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern erzeuge auch Synergieeffekte, betonte Calws leitender Polizeidirektor Joachim Kurz bei der Begrüßung. Dennoch sprach er von schwierigen Planungen, einer schwierigen Umsetzung und einem finanziellen Kraftakt. Freudenstadts Polizeichef Georg Moll erklärte, dass vorrangiges Ziel der Polizei die verbale Entschärfung eines Konfliktes sei. Nur wenn dies nicht gelinge, müsse man zu den Möglichkeiten greifen, die im neuen Trainingszentrum geübt werden – und den Besuchern im Viertelstundentakt demonstriert wurden.
Die beiden leitenden Polizeidirektoren Joachim Kurz (Calw) und Georg Moll (FDS) freuen sich über das neue, gemeinsame Trainingszentrum.Bild: mos
Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wolf Hammann erinnerte beispielsweise an Amokläufe: Polizisten müssten in Sekundenschnelle weitreichende Entscheidungen treffen und deshalb sei das Training von enormer Wichtigkeit. Aus diesem Grund habe man beispielsweise allein 45 000 Euro für die Ausstattung der Schießtechnik ausgegeben. Bedauern äußerte Hammann über die Zunahme der Gewalt gegen Polizisten. Über 1000 verletzte Kollegen im vergangenen Jahr zeugten von der Zunahme der Aggressivität: „Das ist ein gesellschaftliches Phänomen an dem wir alle arbeiten müssen, nicht nur die Polizei.“
Das Polizeitraining vor Ort wird künftig von drei hauptamtlichen Polizeikommissaren geleitet. 40 Stunden pro Jahr müssen dabei von einem normalen Polizisten, 10 Stunden von einem Kripobeamten abgeleistet werden. Neben den bereits genannten Bereichen steht dabei auch ein Verhaltenstraining auf dem Plan, erzählte Polizeikommissar Thomas Schmid, einer der drei Trainingsleiter. Um das Ganze so wirklichkeitsnah wie möglich zu gestalten, wurde im Erdgeschoss des Gebäudes eine Wohnung nachgebaut, in der bestimmte Situationen – etwa Widerstand mit und ohne Waffen bei einer Festnahme – nachgespielt werden. Auch Amokläufe werden dort simuliert und anschließend besprochen. Die entsprechenden Vorführungen wurden von den Besuchern gebannt verfolgt. Simuliert wurden auch die Aufgaben der Polizisten nach einem Verkehrsunfall.
Informationen rund um den Polizeiberuf, eine Fahrzeugschau sowie die Möglichkeit für Kinder, sich auf dem Polizeimotorrad samt Polizeiuniform fotografieren zu lassen, sorgten für kurzweilige Unterhaltung während des Tages. Ein Highlight war schließlich auch die Landung eines Polizeihubschraubers aus Söllingen, der wegen einer Entenfamilie gezwungen war, eine unfreiwillige Ehrenrunde zu drehen.