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Patienten-Rechte stärken

MdB Fuchtel und ein Spezialgast der Regierung in der Bürger-Sprechstunde

Wolfgang Zöller, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, und sein Gastgeber, der CDU-MdB Hans-Joachim Fuchtel, standen einem Dutzend Bürger in den Räumen der Innungskrankenkasse Rede und Antwort zu Fragen der Gesundheitspolitik.

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petra haubold
Wolfgang Zöller (Mitte), Patientenbeauftragter der Bundesregierung, besuchte auf Einladung von ... Wolfgang Zöller (Mitte), Patientenbeauftragter der Bundesregierung, besuchte auf Einladung von Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (linkerhand sitzend) dessen Sprechstunde bei der IKK-Innungskrankenkasse und beantwortete Patienten-Fragen von Bürgern. Am Tisch stehend der IKK-Geschäftsführer Karl-Heinz Salopiata.Bild: pez

Freudenstadt. Krankenkassen und Politik haben vielerlei Berührungspunkte. Vielfältig waren daher auch die Inhalte der Sprechstunde, zu der Hans-Joachim Fuchtel und Wolfgang Zöller interessierte Bürger empfingen.

Fragen hatten Patienten und Bürger mitgebracht zur strukturellen Verbesserung der Krankenversicherung, zur Versorgung mit Arzneimitteln und zum Datenzugriff bei den Krankenkassen. Auf die Sicherstellung der medizinischen Versorgung auf dem Land, auf die Bedürfnisse in der medizinischen Versorgung sowie auf die Weiterentwicklung der Patientenrechte ging der Beauftragte der Bundesregierung im Besonderen ein.

Zöller beantwortete Fragen wie etwa, in welchem Umfang die Krankenkassen das Recht haben, zwecks Abrechnungskontrolle Diagnose- und Entlassungsberichte mit sensiblen ärztlichen Daten anzufordern. Er äußerte sich auch zum Thema Ärzteflucht auf dem Land, das eine Ärztin aus Freudenstadt angesprach. Warum manche Arzneimittel von den Kassen nicht bezahlt werden, ob Krankenkassen oft nur mit Vertragsärzten zusammenarbeiten und ob die Kosten für Naturheil-Behandlungen alternativ zur Schulmedizin übernommen werden, waren weitere Auskunftswünsche.

„Der Patient weiß oft nicht, welche Daten gespeichert werden“, befürchtete eine Patientin. Die Krankenkassen müssten darauf achten, dass, wenn ihnen die Daten der Versicherten anvertraut werden, sie diese auch zeitgemäß schützen. Auch habe es für Patienten „unschöne“ Folgen, wenn die Ärzte künftig den Kassen wesentlich umfangreicher über ihre Patienten berichten. Vor allem wenn der Patient eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wolle. Dass eigentlich immer nur die Stammdaten an die Kassen weitergegeben werden, illustrierte Zöller anschaulich. „Künftig sollen regionale Versorgungsausschüsse gebildet werden, damit man das, was die Menschen wirklich brauchen, auch abdecken kann“, so der Bundesbeauftragte zum Versorgungsbedarf gerade in den weniger dicht besiedelten Gebieten.

Zöller ist es auch wichtig, dass sich Naturheilverfahren und die Schulmedizin ergänzen. Für Patienten sei es oft schwierig, ihre Ansprüche durchzusetzen. Dem wolle er als Patientenbeauftragter Rechnung tragen. Mit einem Patientenrechtegesetz. Versicherte sollten möglichst selbständig ihre Rechte gegenüber den Krankenkassen einfordern können.

„Manche Besorgnisse konnte wir aus dem Weg räumen“, resümierte Hans-Joachim Fuchtel seine nunmehr 254. Sprechstunde. Und betonte nochmal seine Zielsetzung: Eine ausgeglichene Versorgungsstruktur zwischen den Ballungszentren und dem ländlichen Raum.

03.02.2011 - 08:30 Uhr

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