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Fantasie gegen Süchte

Oberlinhaus-Schüler: Kunstwerke zum Thema Sucht

Der Oberkurs der Berufsfachschule für Kinderpflege am Oberlinhaus hat sich in Kooperation mit der Kinder-und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn mit einem „Kunst gegen Sucht“ Projekt an der Nacoa-Suchtwoche beteiligt. Am Mittwoch wurden die Arbeiten in der Oberlinhaus-Turnhalle präsentiert.

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MONIKA SCHWARZ

Freudenstadt. Mehr als 2,6 Millionen Kinder leben deutschlandweit mit suchtbelasteten Eltern unter einem Dach- fast jedes sechste Kind kommt damit aus einer Suchtfamilie. Nacoa Deutschland, die Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien, veranstaltet deshalb gerade wieder deutschlandweit eine Suchtwoche, an der sich auch in Freudenstadt verschiedene Institutionen wie die Kinder-und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn, die Diakonie sowie Schulen in unterschiedlicher Form beteiligen.

Mit dem Thema Sucht setzten sich Schülerinnen und Schüler aus dem Oberlinhaus in Zusammenarbeit ... Mit dem Thema Sucht setzten sich Schülerinnen und Schüler aus dem Oberlinhaus in Zusammenarbeit mit der Kinder-und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn künstlerisch auseinander. Sie präsentierte ihre Arbeiten in der Turnhalle.Bild: mos

Bereits zum zweiten Mal hat nun auch das Oberlinhaus mitgemacht und im Kinderpflegekurs ( Wahlpflichtfach Kunst) unter der Leitung von Lehrer Ekkehard Kneule Arbeiten rund um das Thema Sucht gefertigt. Zwei bis vier Stunden wöchentlich haben die 26 Schüler(innen) – darunter gerade mal vier Jungs- – seit Anfang Januar darauf verwendet, sich intensiv mit der Suchtthematik auseinanderzusetzen und die künstlerischen Arbeiten zu fertigen. Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt.

Mit unterschiedlichsten Materialien wie Gips, Karton, Papier ober Pappmaché wurden die Ideen zu den unterschiedlichen Süchten allein oder in kleineren Gruppen umgesetzt. Nicht nur der Suchtklassiker Alkohol, sondern auch die Kaufsucht, die Internetsucht, die Spielsucht, die Fett-und Magersucht oder die Nikotin-und sonstige Drogensucht wurden in das Projekt integriert. So entstanden beispielsweise Gipshosen, die vermuten lassen, dass ihre Trägerin unter Essstörungen in die ein-oder andere Richtung ( zu dick, zu dünn) leidet. Oder ein Guckloch-Karton, der die Situation einer alkoholbelasteten Familie bildhaft (mit Bierflaschen) widerspiegelt. Ferner ein nachgebauter Spieltisch in einem Casino oder eine fantasievoll kreierte Einkaufslandschaft mit Geldstücken und Kassenzetteln. Parallel dazu wurde ein Film gezeigt, der sich mit der Thematik auseinandersetzt und dabei speziell die Situation der Kinder in Suchtfamilien beleuchtet. Diese, so weiß man mittlerweile, weisen oft ganz spezielle Verhaltensmuster auf, an denen man sie auch erkennen kann.

Im Zusammenhang mit diesem Projekt sind bei den Schülern auch viele Fragen aufgetaucht, die man gemeinsam erörtert hat, so Lehrer und Projektleiter Ekkehard Kneule. Ihm persönlich sei es ein Anliegen gewesen, die Schüler(innen) generell für die Problematik zu sensibilisieren und sie auch dazu zu bringen, die eigene Person und insoweit auch den eigenen Umgang mit diesen Suchtmitteln zu reflektieren.

Zahlreiche andere Kursstufen am Oberlinhaus, verschiedene Lehrer und Direktor Hans- Henning Averbeck besuchten am Mittwoch die Ausstellung. Auch Hans-Martin Haist von der Kinder-und Jugendwerkstatt schaute vorbei und zeigte sich beeindruckt von der Kreativität der Projektteilnehmer.

20.02.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 20.02.2012 - 11:42 Uhr

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