per eMail empfehlen


   

Grenzen überwinden

Die Horber Realschule nimmt an einem internationalen Comenius-Projekt teil

Unter dem Motto „Leben mit unseren Wäldern“ arbeitet die Realschule Horb als erste Realschule im Landkreis Freudenstadt an einem von der Europäischen Union geförderten Comenius-Projekt mit.

Anzeige


Claudia Salden

Horb. „Living with our forests“ heißt das Projekt der Horber Realschule und zweier Schulen in Finnland und Frankreich in diesem und dem kommenden Schuljahr. Stefanie Maier, die Konrektorin der Realschule, hat es am Freitag vorgestellt. Das Vorhaben wird durch das nach einem tschechischen Pädagogen benannte Comenius-Projekt möglich, mit dem die Europäische Union die themenbezogene internationale Zusammenarbeit von Schülern und Lehrern fördert.

Die Lehrerinnen Pia Sapman aus Finnland, Stefanie Maier von der Horber Realschule und Agnès ... Die Lehrerinnen Pia Sapman aus Finnland, Stefanie Maier von der Horber Realschule und Agnès Lachkar aus Frankreich arbeiten beim Comenius-Projekt rund ums Thema Wald eng zusammen.Bild: cls

„Das Comenius-Programm soll Europa ins Klassenzimmer bringen“, erklärte Stefanie Maier. Ziel sei es, das Verständnis für Kulturen und Werte in Europa und die persönliche Entwicklung der Schüler zu fördern. Außerdem soll die Motivation für das Lernen von Fremdsprachen erhöht werden. „Es ist nicht nur ein Schüleraustausch, sondern die Beschäftigung mit einem speziellen Thema, die konkrete Arbeitsergebnisse haben wird“, sagte Maier.

Der Kontakt zu den Schulen in Mézin im Südwesten Frankreichs und in Anttola, einem Teilort der südfinnischen Stadt Mikkeli, kam vor einem Jahr über eine Internet-Plattform zustande. „Alle Schulen liegen nah an einem Wald“, erklärte Maier die Grundidee. Im Februar hat sie am Projektantrag mitgeschrieben, über 50 Seiten auf Englisch. Im Juli kam die Zusage. „Die Hürden müssen hoch sein, weil die Nachfrage groß ist“, erklärte der Europaparlamentarier Michael Theurer, dem Maier für seine Unterstützung dankte. Aus finanziellen Gründen musste einer rumänischen Schule, die sich als vierte Einrichtung am Wald-Projekt beteiligen wollte, abgesagt werden.

„Für Comenius stellt die EU zwischen 2007 und 2013 über eine Milliarde Euro zur Verfügung“, informierte Theurer. Bisher habe das Projekt rund drei Millionen Schüler erreicht. „Das ist die erste Realschule im Landkreis Freudenstadt, die an einem Comenius-Projekt teilnimmt“, freute sich Schulrat Wolfgang Held vom Schulamt in Rastatt. Seine Behörde könne das Projekt mit einem Waldpädagogen unterstützen. „Projekte wie dieses sollen unsere Kinder befähigen, ihren Platz im Leben zu finden“, sagte Realschulrektor Heiner Kist.

„Living with our forests“ geht über zwei Schuljahre und wendet sich an die jetzigen 7. Klassen. „Die Schüler werden sich außerhalb des regulären Unterrichts mit Aspekten rund um das Thema Wald beschäftigen“, erklärte Stefanie Maier. Damit soll das Umweltbewusstsein gestärkt werden. Als Ergebnisse der internationalen Arbeit sind ein viersprachiges Wald-Wörterbuch, eine Internetseite und eine „Forestry Principles Declaration of European Youth“ geplant, sinngemäß eine „Grundsatzerklärung der europäischen Jugend für den Umgang mit der Ressource Wald“. Die Kommunikation auf Englisch werde für die Siebtklässler eine Herausforderung sein, meinte Stefanie Maier. „Aber die packen das.“

Der Kontakt zu den Schülern in Frankreich und Finnland läuft zunächst über das Internet. Für einen Teil der Teilnehmer wird es gemeinsame Arbeitsphasen in Horb, Mézin und Anttola geben. Deshalb kommen im Mai 2011 – pünktlich zum Start des Grünprojekts – jeweils zwölf Schüler und ihre Lehrer aus Frankreich und Finnland nach Horb. Im September 2011 fahren zwölf Schüler der Realschule nach Frankreich, im Mai 2012 schließlich zwölf weitere Schüler aus Horb nach Finnland. „In die Arbeit vor Ort sollen sich alle interessierten Schüler einbringen können. Die Teilnahme an einer der beiden Reisen ist aus finanziellen Gründen aber nicht für alle möglich“, bedauerte Maier. Gemeinsam mit ihren Kollegen erarbeite sie derzeit einen Kriterienkatalog. Die Reiseteilnehmer sollen nicht nur nach Leistung, sondern auch nach Engagement über den Unterricht hinaus ausgewählt werden.

Beim „Kick off-Meeting“ am Freitag haben die Lehrerinnen Agnès Lachkar aus Frankreich und Pia Sapman aus Finnland ihre Regionen und Schulen vorgestellt und Unterschiede zu Deutschland aufgezeigt. So unterrichten an der finnischen Schule 16 Lehrer 203 Schüler von der Einschulung bis zum mittleren Schulabschluss gemeinsam. Das Kennenlernen solcher Unterschiede ist ein Ziel für die Schüler und Lehrer, die an Comenius-Projekten teilnehmen.

Wenn die Schüler aus Frankreich und Finnland in Horb sind, stehen gemeinsame Projektarbeit und Aktivitäten rund um den Wald auf dem Programm. Geplant ist beispielsweise ein Besuch des Naturschutzzentrums Ruhestein in Seebach. „Viele meiner Kollegen wollen sich während der zwei Jahre einbringen“, freute sich Stefanie Maier. Lerneinheiten zu Geometrie im Gelände, zu Literatur zum Thema Wald und aktive Umweltschutz-Aktionen seien erste Ideen.

Für die Planung und Umsetzung dieser Aktivitäten, den Transport der Schüler und die Veröffentlichung der Ergebnisse brauchen die Schulen tatkräftige und finanzielle Hilfe, denn das Geld der EU deckt nicht alle Kosten. Nach der Präsentation am Freitag haben Vertreter von Bosch Rexroth, Fischerwerke, AHG und Kaufland – alles Kooperationspartner der Realschule – sowie das Forstamt und die Verkehrsgemeinschaft Landkreis Freudenstadt mit den Projektleiterinnen und weiteren Lehrern über Unterstützung gesprochen.

09.10.2010 - 08:30 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Nachrichten aus ...
T�bingenRottenburgStarzachEmpfingenSulzG�uHorbFreudenstadtKreis Freudenstadt
Anzeige


Aktive Singles auf
date-click
Zeitzeugnisse
Szene um 1914, Soldaten auf dem Weg zum Bahnhof Eyach winken in Börstingen einer Frau zu, die mit ...

Mit den Kindern des Feindes geteilt

Zum Themenabend „1914 – Feld der Ehre – Ährenfelder“ lud das Börstinger Dorfmuseum Kulturtankstelle am Samstagabend ins Gasthaus Lamm. Dort gab es zu den Lesungen und einer kleinen Ausstellung auch „schmackhafte Kriegskost“.

Neckar-Chronik als E-Paper
Die ganze Zeitung auf Ihrem Desktop - Abonnieren Sie die Südwest Presse als E-Paper und blättern Sie am Bildschirm weltweit in Ihrer Heimatzeitung.
Neckar-Chronik Servicetelefon

Ihre Kontaktadressen rund ums Abo

Roswitha Eiseler     (07 45 1) 90 09 23     anzeigen@neckar-chronik.de

Sabine Schuck        (07 45 1) 90 09 22     anzeigen@neckar-chronik.de

 

Anzeige