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Schneechaos im ganzen Landkreis

Drei Kreisstraßen wegen Schneebruchgefahr gesperrt

Nach starkem Schneefall mussten am Montag drei Kreisstraßen gesperrt werden. Im Raum Horb kam es zu mehreren Unfällen. Feststeckende Lastwagen haben die Straßen blockiert. Auch der Zugverkehr war stark eingeschränkt. Reisende mussten zum Teil über eine Stunde auf Ersatzbusse warten.

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Claudia Salden

Horb/Freudenstadt. Wegen umgestürzter Bäume nach heftigem Schneefall war am Montagvormittag fast der gesamte Zugverkehr von und nach Horb lahmgelegt. „Horb ist heute das Epizentrum der Störungen“, sagte Martin Schmolke, Pressesprecher der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg. Der Schnee sei hier besonders schwer und habe Bäume auf die Gleise stürzen lassen.

In Nordstetten musste am Sonntagabend der Tanklaster mühsam vom Bagger durch den Ort geschleppt ... In Nordstetten musste am Sonntagabend der Tanklaster mühsam vom Bagger durch den Ort geschleppt werden.Bild: Kuball

Auf der Gäubahn mussten Reisende zwischen Horb und Sulz von 9.30 bis kurz vor 12 Uhr auf Schienenersatzverkehr umsteigen, weil zwischen Horb und Neckarhausen ein Baum in die Oberleitung gekracht war. Die Passagiere mussten zum Teil über eine Stunde auf die Busse warten. „Das ist angesichts der winterlichen Witterungsbedingungen im üblichen Rahmen“, sagte Bahn-Sprecher Schmolke. Ein Schienenersatzbus von Horb nach Sulz landete im Straßengraben. Ab Mittag hat sich der Zugverkehr in Richtung Stuttgart und Singen wieder stabilisiert. Durch die Verzögerungen im Regionalverkehr hatten auch die IC-Züge zwischen Zürich und Stuttgart Verspätung.

Grabenkampf: Das THW war gestern mehrfach im Einsatz, wie hier an der Bildechinger Steige in ... Grabenkampf: Das THW war gestern mehrfach im Einsatz, wie hier an der Bildechinger Steige in Horb.Bild: Kuball

Länger angedauert haben die Störungen auf den Strecken von und nach Tübingen und Pforzheim: Wegen umgestürzter Bäume gab es zwischen Horb und Eyach ab 5.15 Uhr kein Durchkommen mehr. Ab 6.30 Uhr wurden Ersatzbusse zwischen Horb und Eyach, ab 7.20 Uhr zwischen Horb und Rottenburg eingesetzt. Die Kulturbahn verkehrte bis 15 Uhr nur zwischen Rottenburg und Tübingen. In Richtung Pforzheim war für Zugreisende ab 5.40 Uhr in Nahgold Schluss. Der Grund waren umgestürzte Bäume zwischen Nagold und Wildberg. Von Nagold bis Pforzheim und zurück verkehrten bis 16.20 Uhr drei Ersatzbusse.

Auf allen Strecken kam es bis zum Abend zu Verspätungen. Ab 60 Minuten Verspätung haben Reisende Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 25 Prozent des Fahrpreises. „Bei extremen Wetterbedingungen kann es aber Haftausschlussgründe geben“, informiert die Bahn-Sprecherin Daniela Bals. Dies müsse im Einzelfall geprüft werden. Betroffene Fahrgäste können sich an das „Servicecenter Fahrgastrechte“ wenden. Von den Verspätungen profitiert hat die Gaststätte „Gleis Süd“ am Horber Bahnhof: „Wir hatten am Vormittag etwa 50 Prozent mehr Umsatz als sonst“, berichtete die Mitarbeiterin Claudia Weihing.

Auch der Autoverkehr war stark beeinträchtigt. In der Nacht zum Montag sind bei der Polizei im Kreis Freudenstadt über 25 Anrufe wegen des Schneechaos eingegangen. Bei fünf witterungsbedingten Unfällen in der Nacht entstanden Sachschäden. Die Freiwilligen Feuerwehren, Straßenmeistereien und Bauhöfe hatten alle Hände voll zu tun. Im Raum Horb haben vor allem in Mühlen, Ahldorf, Mühringen, Dießen und Dettingen Bäume die Straßen blockiert. Die Feuerwehr ist von Sonntagabend bis Montagmorgen 13 Mal ausgerückt, um Bäume von der Straße zu holen und tiefhängende Bäume über der Fahrbahn zu sichern. Dabei waren etwa 30 Feuerwehrangehörige aus sechs Abteilungen im Einsatz.

Im Laufe des Tages haben sich im Bereich des Polizeireviers Horb, der auch Dornstetten und Pfalzgrafenweiler umfasst, knapp zehn Unfälle mit einem Gesamtschaden von rund 20 000 Euro ereignet. „Das ist für die Wetterlage relativ wenig“, sagte der Horber Polizeikommissar Hans-Martin Mannheimer. Eine Person wurde leicht verletzt. Rund zehn Lastwagen sind im Laufe des Tages im Schnee stecken geblieben oder in den Graben gerutscht. Das Technische Hilfswerk war mit Seilwinden zugange, um die Fahrzeuge zu befreien. Ein Lastwagen brauchte gleich zweimal Hilfe, erst in der Altheimer Straße und kurz danach in der Panoramastraße: Er hatte noch Sommerreifen aufgezogen.

Wegen Bäumen auf der Fahrbahn mussten mehrere Nebenstraßen und drei Kreisstraßen im Raum Horb gesperrt werden. Bereits am Vormittag wurde die K 4769 zwischen Mühlen und Ahldorf gesperrt. Am Nachmittag folgten die K 4721 zwischen Oberwaldach und Unterwaldach sowie die K 4761 zwischen Dürrenmettstetten und Dettingen wegen extremer Schneebruchgefahr. Die Straßenmeisterei war vor Ort, um die Bäume vom Schnee zu befreien. Wie lange die Sperrungen aufrechterhalten werden, war am Montagabend noch nicht absehbar. „Autofahrer sollten Strecken durch Waldgebiete unbedingt meiden“, empfahl Kommissar Mannheimer. Die Gefahr, dass Bäume auf die Fahrbahn stürzen, sei sehr hoch.

Im Laufe des Tages hat sich der Schneefall gelegt. Jetzt droht überfrierende Nässe: Die Unwetterzentrale Baden-Württemberg hat für große Teile des Landkreises eine Akutwarnung vor Starkregen der Warnstufe Rot herausgegeben. Bis Dienstagmorgen werden ergiebiger Regen mit 40 Litern pro Quadratmeter und starkes Tauwetter mit Überflutungen erwartet.

07.12.2010 - 08:30 Uhr

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