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Finger weg!

Ein Kaffeefahrten-Anbieter wirbt wieder mit einem falschem Telefonbuch-Logo

Ein Fall fürs Altpapier sind angebliche Gewinnbenachrichtigungen von „Das Telefonbuch“. Preise sollen „in netter Atmosphäre und bei ausgelassener Stimmung feierlich überreicht“ werden. Die Verbraucherzentrale warnt.

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Claudia Salden
Das ist nicht das Logo vom Telefonbuch, sondern der Briefkopf einer angeblichen ... Das ist nicht das Logo vom Telefonbuch, sondern der Briefkopf einer angeblichen Gewinnbenachrichtigung, auf die nicht reagiert werden sollte.

Horb. Eine angebliche Gewinnbenachrichtigung mit dem blauen Schriftzug „Das Telefonbuch – Ihr örtliches Verzeichnis für Deutschland“, der an das Branchenadressbuch „Das Örtliche“ erinnert, findet sich derzeit in Horber Briefkästen. „Pünktlich zum neuen Erscheinungstermin haben wir unter allen Einträgen aus Ihrem örtlichen Telefonbuch ein Gewinnspiel durchgeführt“, heißt es in dem Schreiben. Der Empfänger hat angeblich 1500 Euro gewonnen, kann (muss aber nicht) zusätzlich ein schnurloses Telefon geschenkt bekommen und wird zur „Gewinnübergabe nicht weit von Horb“ am 28. März eingeladen, für die er sich schriftlich bei einer Postfach-Adresse anmelden muss.

Solche Schreiben sind typisch für sogenannte Kaffeefahrten, in denen meist ältere Menschen nach einer Ausflugsfahrt im Bus einem langen Verkaufsprogramm in einer zweitklassigen Gaststätte ausgesetzt werden. Die Verbraucherzentrale rät von einer Teilnahme an solchen Fahrten, bei denen ein angeblicher Gewinn ausgezahlt werden soll, grundsätzlich ab. „Anfragen zu diesen Schreiben, die angeblich vom Telefonbuch stammen, haben wir seit mehreren Wochen“, sagt Erich Nolte, Berater bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Die Verbraucherzentrale Thüringen hat Ende Februar eine Warnung vor dem Gewinnspiel zum neuen Telefonbuch herausgegeben.

Durch die Verwendung eines Markennamens und die Nennung von Name, Adresse und Telefonnummer des Empfängers, in manchen Fällen auch seines Geburtsdatums, kann das Schreiben auf den ersten Blick echt wirken. „Die Anbieter versuchen bewusst, eine seriöse Aufmachung zu haben“, erklärt Erich Nolte. Dieses Vorgehen sei „die übelste Kanone“, schimpft der Verbraucherschützer.

Bei der Deutschen Telekom Medien GmbH (De-Te-Medien), die die Verzeichnisse „Das Telefonbuch“, „Das Örtliche“ und „Gelbe Seiten“ herausgibt, sind solche angeblichen Gewinnbenachrichtigungen bekannt. „Damit haben wir nichts zu tun“, betont Heike Kellermann, Sprecherin von De-Te-Medien. Es sei nichts Neues, dass Dritte in Anlehnung an Marken von De-Te-Medien auftreten. Das Unternehmen prüfe alle rechtlichen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. „Die Empfänger sollen auf diese Angebote in keiner Weise eingehen“, empfiehlt Kellermann.

25.03.2011 - 08:30 Uhr

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