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OP-Team zieht engagiert mit

Seit Juli operiert Professor Heiner Welter am Hospital

Die Verpflichtung von Professor Dr. Dr. Heiner Welter für die Hospital-Chirurgie könnte zum Coup des Kreisklinik-Chefs Rainer Schmidhuber werden. Der Allrounder am Skalpell sorgt dafür, dass in Horb kurzstationär operiert und damit der entsprechende Kreistags-Beschluss umgesetzt wird. Patienten und Personal sind zufrieden bis begeistert.

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Andreas Ellinger

Horb. Galle, Blinddarm oder größerer Leistenbruch? Seit der Professor mit den zwei Doktor-Titeln am Horber Hospital arbeitet, werden wieder entsprechende Operationen realisiert, wie aus seiner Abteilung zu hören ist. „Er könnte noch mehr machen“, heißt es – ambulant wie stationär. Es brauche nur die Zahl der Operationstage wieder erhöht werden. Derzeit ist das OP-Team, das ein Chirurg benötigt, nur an zwei oder drei Tagen im Hospital verfügbar. Und die übrigen zwei bis drei Operations-Tage werden auch vom früheren Chefarzt Dr. Peter Paul Olinczuk, von Frauenarzt Dr. Archibald Fridrich und von anderen genutzt. In der Folge soll es Tage gegeben haben, in denen das Horber OP-Programm sogar umfangreicher als in Freudenstadt gewesen ist.

Professor Welter Krankenhaus Horb Hospital Professor Welter Krankenhaus Horb Hospital

Professor Welter hat Schwerpunkt-Ausbildungen in der Gefäß-, Unfall-, Thorax- (Brustkorb) und Bauchchirurgie sowie Zusatzbezeichnungen im Bereich der Phlebologie (Gefäßerkrankungen) und der Physikalischen Therapie. Anfang Juli hat er in Horb begonnen – befristet angestellt für ein halbes Jahr. Der Chirurg hat sich auf längerfristige Vertretungen von Chef- und Oberärzten spezialisiert, wie damals in der Pressemitteilung der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH (KLF) nachzulesen war. 1994 hat er mit einem Juristen ein Buch über „Medizinrechtliche Aspekte“ bei ambulanten Operationen geschrieben.

Nachdem der neue Mann bei Mitarbeitern und Patienten gut ankam, soll es Überlegungen der KLF-Führung gegeben haben, ihn langfristig ans Haus zu binden – ein vielseitiger Professor passt schließlich ins Lehrkrankenhaus-Konzept. Wie der „Schwarzwälder Bote“ in dieser Woche jedoch berichtet hat, „mehren sich die Zeichen, dass sein Vertrag nicht über den 31. Dezember hinaus verlängert werden soll“. Die SÜDWEST PRESSE hat daraufhin am Dienstagabend beim Landratsamt nachgefragt – eine Antwort ist für den heutigen Donnerstag zugesagt.

Die Parallel-Anfrage bei Professor Welter ergab, dass er im August „ein sehr angenehmes Gespräch“ mit Geschäftsführer Rainer Schmidhuber und dessen Stellvertreter Theo Blum geführt habe, in dem sie ihn auf eine längerfristige Zusammenarbeit angesprochen hätten. Der Vorschlag gefiel dem Chirurgen. „Ich habe selten ein Haus kennengelernt, in dem das Personal derart engagiert war.“ Das Hospital sei klein und übersichtlich. Und es bestehe hier die Chance, die Chirurgie etwas auszubauen. Der Arzt würde es beispielsweise begrüßen, wenn es einen gemeinsamen Hintergrunddienst von Anästhesisten (Narkoseärzten) und OP-Schwestern für die Nacht gäbe. Ihm gefalle die Arbeit in Horb, sagte er am Dienstagabend.

Wenn Professor Welter bei der KLF bliebe, wäre perspektivisch eine Verzahnung des Hospitals mit dem Medizinischen Versorgungszentrum möglich. Mit dem ehemaligen Chefarzt Dr. Peter Paul Olinczuk und Professor Heiner Welter wären dann zwei fachlich breit aufgestellte Chirurgen in Horb.

Nachdem Professor Welter mitbekommen hat, dass es im Kreis Freudenstadt Spannungen bezüglich der Kreiskrankenhaus-Thematik gibt, hat er vorgeschlagen, intern eine Art Brückenbildner-Funktion zu übernehmen, um die Polarisierung aufzulösen. „Mir wäre es am Liebsten, ein Standbein an beiden Standorten zu haben.“ So könnte er sich einerseits beispielsweise Spezialsprechstunden im Bereich der Gefäß- und Thorax-Chirurgie sowie Operationstage in Freudenstadt vorstellen und andererseits die Basisversorgung in Horb mit Dr. Olinczuk. In der Folge könnte er Patienten, die ihn aus Horb kennen, in Freudenstadt operieren. Damit wäre er „das Gesicht“ für die Bürger, das in der Kooperations-Debatte mit dem Universitätsklinikum Tübingen und dem Klinikverbund Südwest immer wieder empfohlen beziehungsweise eingefordert wurde – um das Vertrauen der Horber in die Klinik zurückzugewinnen.

Über das Medizinische Versorgungszentrum Horb, das nach einem An- und Umbau im Krankenhaus-Gebäude untergebracht werden soll, hat sich Professor Welter ebenfalls Gedanken gemacht. Hier könne eine Röntgen-Praxis angesiedelt werden, schlägt er vor. Auf diese Weise bekomme der Standort ein Computertomografie- (CT) und ein Kernspintomografie-Gerät. Das sei für die stationäre und die ambulante Versorgung hilfreich. Auch für niedergelassene Ärzte sei es interessant, eine solche Praxis in der Nähe zu haben.

Was Professor Welter inzwischen allerdings wundert: Sechs Wochen vor Ende seines Zeitvertrags hat er immer noch kein Angebot für eine Verlängerung bekommen.

Die Arbeit des Chirurgen wirkt sich offenbar auch vorteilhaft auf die Arbeitsatmosphäre aus. Die ehemalige Ahldorfer Hausärztin Dr. Ulrike Stehr, die inzwischen Schichtdienste im Hospital übernimmt, hat unter den Mitarbeitern „eine positive Stimmung ausgemacht“ – weil sich die Chirurgie positiv entwickle. In Gesprächen mit Patienten und Personal hat die Medizinerin einen guten Eindruck von Professor Heiner Welter gewonnen: „Ich habe nur Positives über seine Operationen gehört, er macht eine gute Chirurgie.“

25.11.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 25.11.2010 - 13:04 Uhr

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