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Igel im ganzen Flecken

Tennis: 17-jährige Slowakin Michaela Honcova gewinnt 18. Bildechinger Turnier

Jetzt war die Slowakei dran: Tennis-Bezirksvorsitzender Anton Hönle sprach schon von der „Stadtmeisterschaft von Bratislava“ angesichts vier Slowakinnen im Hauptfeld. Am Ende hat die Jüngste davon das 18. Bildechinger Damen-Tennisturnier gewonnen: die 17-jährige Michaela Honcova.

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tobias zug

Bildechingen. Mit 17 hat man noch Träume. Oder alle Hände voll – so wie Michaela Honcova: den silbernen Siegerpokal verschränkt im rechten Arm, einen bunten Blumenstrauß in der linken Hand, einen DIN A3 großen symbolischen Scheck über 1568 Dollar unter der linken Achselhöhe. Und irgendwie klemmt sie sich noch einen Kugelschreiber zwischen die Finger ihrer rechten Hand und kritzelt ihr Autogramm auf die weiße Basecap eines Ballmädchens.

Kraftvoll: die 17-jährige Slowakin und Turniersiegerin Michaela Honcova. Kraftvoll: die 17-jährige Slowakin und Turniersiegerin Michaela Honcova.

Die 17-jährige Slowakin lächelte dabei. Ihr Teint strahlte. Denn sie ist nicht nur zum ersten Mal in einem Finale eines 10 000 Dollar-Tennisturniers getanden; sie hat es auch gewonnen. „Mein Ziel war es, ins Halbfinale zu kommen,“ sagte die Nummer 606 der Weltrangliste, „ich war zu Beginn des Finales auch sehr nervös, weil da so viel Publikum war.“ 150 Zuschauer schauten beim Einzel-Finale zu. Weil keine der beiden Spielerinnen im Doppelfinale stand, hatte die Turnierleitung Samstag Nachmittag das Endspielprogramm gedreht: Erst wurde um 13.30 Uhr das Doppel ausgetragen, danach folgte das Einzel. „Es ist immer besser, wenn der Höhepunkt am Schluss ist“, sagte Turnierdirektor Thomas Bürkle. Vorteil TC Bildechingen: „So bleiben auch die Leute länger da“, sagte Eva Michael, Vorsitzende des Turnierfördervereins.

Artikelbild: Tennis: 17-jährige Slowakin Michaela Honcova gewinnt 18. Bildechinger Turnier Korina Perkovic fragt im Doppel-Finale den Balljungen Max nach dessen Befinden – er war gerade von einem Schlag von Lucie Kriegsmannova hart am Hintern getroffen worden. radi

So traten Annalisa Bona und Honcova um 15.53 Uhr gegeneinander an. Bona ist die erste Italienerin, die es in 17 Jahren Damentennisturnier in Bildechingen ins Finale geschafft hat. Die 27-Jährige spielte sehr variables Tennis, streute immer wieder Stopbälle in ihr Spiel ein. Problem dabei: Die zehn Jahre jüngere Honcova lief und lief und erreichte oft noch so gut und überraschend geschlagene Bälle – „die kommt im ganzen Flecken rum“, sagte der zuschauende Tennis-Bezirksvorsitzende Anton Hönle.

Sieger und Getroffene: Links die Einzel-Siegerinnen mit den Turnier-Verantwortlichen und OB Peter ... Die Einzel-Siegerinnen mit den Turnier-Verantwortlichen und OB Peter Rosenberger. Radi

Nach und nach wich bei Honcova auch die anfängliche Nervosität. Den ersten Satz gewann die Slowakin mit 6:4. Und im zweiten machten sich bei ihr auch Gefühlsregungen bemerkbar: Hatte sie im ersten Satz nach Punkten schüchtern und in sich gekehrt an ihrem Schläger gezupft, ballte sie später ihre linke Faust und schrie nach besonders gelungenen Aktionen „ouaaah!“. So als sie bei 2:0-Führung und 15:40-Rückstand einen Lob über sie hinwegins Feld zurückbrachte, den nächsten Ball zum 30:40 verwertete. Zwar ging das Spiel an Bona. Doch die hatte spätestens da gemerkt, dass dieser Slowakin selbst mit schwierigsten Bällen schwer beizukommen war. Es war wie beim Hasen und Igel: Was Bona auch tat – Honcova war da. Beste Tennis-Unterhaltung.

Artikelbild: Tennis: Bildechingerin Desirée Jäkle scheidet aus / Heute startet Hauptfeld beim TCB

Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger, selber TCB-Spieler, verwies bei der anschließenden Siegerehrung selbstironisch darauf, „dass man auf diesem Platz schon wesentlich schlechtere Spiele gesehen hat.“ Und Annalisa Bona wirkte entnervt, warf kurz ihren Schläger weg, als sie beim Stand von 1:4 einen 40:15-Vorsprung verspielte. Honcova schaffte das 5:1. Die Italienerin kämpfte sich nochmals zurück, brachte ihr Aufschlagsspiel durch.

Um 17.12 Uhr hatte aber Honcova ihren ersten Matchball. Die Slowakin spielte permanent auf Bonas Rückhand, im Wissen, dass die Italienerin eine überragende Vorhand hat. Die Taktik schlug fehl: Nach einem Crossball von Bona traf Honcova ins Netz – Einstand. Zwei Minuten später schlug Bona nach einem Netzroller den Ball ins Aus. „Ouaaah!“ schrie Honcova, fasste sich an den Kopf. „Im Endspiel war ich noch konzentrierter als in den Matches zuvor,“ sagte sie, „ich habe einfach mein Spiel durchgezogen.“ Und danach alle Hände voll zu tun gehabt.

26.07.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 26.07.2010 - 13:40 Uhr

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