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Habitatbäume für Artenschutz

Naturschutz-Tagung des Landkreises auch zum Thema Totholzkonzept

Informations- und Fortbildungsveranstaltung für die Naturschutzverbände und Naturschutzwarte. Das Landratsamt lädt dazu im zweijährigen Turnus ein.

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Kreis Freudenstadt. Landrat Peter Dombrowsky gab dabei bekannt, dass die Naturschutzbeauftragten Karl-Gerhard Ebel, Christof Latz, Dr. Gert Falkenstein und Dieter Zuleger vom Kreistag für weitere fünf Jahre nominiert wurden (wir berichteten bereits). Den Vorsitz im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, der am kommenden Sonntag seinen 10. Geburtstag feiert, wird Dombrowsky, dessen Amtszeit im August endet, noch bis zum Frühjahr 2011 behalten.

Kandische Goldrute, unter den häufigsten Neophyten. Kandische Goldrute, unter den häufigsten Neophyten.

Thema Landschaftspflege: 91 Prozent der beantragten Gelder wurden auch zugeteilt. Für Dombrowsky ist das in Bezug auf die Höhe und den frühen Zeitpunkt „sehr erfreulich“.

Indisches Springkraut, ein weiterer Neophyt im Kreisgebiet. Indisches Springkraut, ein weiterer Neophyt im Kreisgebiet.

Vom Leiter des Kreisforstamts, Georg Jehle, wurde dann das Alt- und Totholzkonzept für den Staatswald in Baden-Württemberg dargestellt. Mit Maßnahmen wie der Festlegung von Waldrefugien, auf Dauer eingerichtete Waldflächen ab einem Hektar Größe, Habitatbaumgruppen und einzelnen Habitatbäumen soll den Artenschutzbestimmungen des neuen Bundesnaturschutzgesetzes im Wald Rechnung getragen werden.

Die betroffenen Bereiche und Bäume werden dabei aus der Waldbewirtschaftung herausgenommen und ihrer natürlichen Entwicklung bis zum Verfall überlassen. Im Kreis Freudenstadt soll das geltende Recht praxisnah umgesetzt werden. Mit der Bestimmung und Kennzeichnung von Habitatbäumen und Baumgruppen wird sofort begonnen. Die Festlegung von Waldrefugien soll bis in fünf Jahren abgeschlossen sein.

Weiterer Programmpunkt war die zunehmende Verbreitung von Neophyten im Landkreis. Für den erkrankten Wolfgang Diehl, Naturschutzfachkraft am Landratsamt, stellte Amtsleiter Martin Steudinger die fünf häufigsten Pflanzen vor: Riesenbärenklau, Indisches Springkraut, Japanischer Staudenknöterich, Kanadische Goldrute und Beifußblättrige Ambrosie. Außerdem die Möglichkeiten der Bekämpfung. Jedoch: „Ein Patentrezept zur erfolgreichen Ausrottung der Neophyten haben wir nicht!“

Martin Steudinger tippte auch die wichtigsten Änderungen des seit 1. März gültigen Bundesnaturschutzgesetzes an. Zu nennen sind die Gleichstellung von Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen, der zwingend enge funktionelle und räumliche Zusammenhang beim Ausgleich von Eingriffen in gesetzlich geschützte Biotope (Paragraph 30 BNatSchG), die Möglichkeit der Rodung von Bäumen auch in der Vegetationszeit im Wald, in Kurzumtriebsplantagen und „gärtnerisch“ genutzten Grundstücken und die Vorschriften zum Artenschutz.

In der offenen Fragerunde kamen auch Themen wie Kormoranabschüsse, Einsatz von Pestiziden an Bahndämmen, und Fragen zur Verkehrssicherungspflicht zur Sprache.

Info Eine Informationsbroschüre über Neophyten im Landkreis Freudenstadt kann bei Silke Spöhr-Ackermann im Landratsamt Freudenstadt unter der Telefonnummer 07441/ 920-5035 angefordert werden.

25.06.2010 - 08:30 Uhr

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