per eMail empfehlen


   

Deftiger Dachschaden

Gewittersturm wütete in den Neckarwiesen

Ein Bild der Verwüstung hat der Gewittersturm am späten Mittwochnachmittag in Sulz hinterlassen. In den Neckarwiesen deckte der Sturm das Dach des Edeka-Marktes ab. Verletzt wurde niemand.

Anzeige


Yvonne Arras

Sulz. „Unser Dach liegt auf der Straße.“ Mit diesen Worten alarmierten entsetzte Metzgereifachverkäufer am Mittwoch gegen 16.35 Uhr Edeka-Marktleiter Marco Schlaich. Zeitgleich setzte auch das Rathaus einen Notruf an die Feuerwehr ab, denn „auf der GRT-Halle liegt ein Dach, das da nicht hingehört“. Dass eine heftige Windböe das Flachdach des Supermarktes weggefegt hatte, bemerkten viele Angestellten im Inneren des Ladens zunächst gar nicht.

Mitten auf der Bahnhofstraße landete ein Teil des Blechdaches, das eine Sturmböe am ... Mitten auf der Bahnhofstraße landete ein Teil des Blechdaches, das eine Sturmböe am Mittwochnachmittag vom Dach des Supermarktes in den Sulzer Neckarwiesen gerissen hat. Weder im Supermarkt noch auf der Straße oder auf dem Parkplatz, wo weitere Dachteile landeten, kamen Menschen zu Schaden. Bild: ube

„Wir sind sofort runter gefahren“, berichtet Stadtbrandmeister Eugen Heizmann. 25 Feuerwehrleute in sechs Einsatzfahrzeugen rückten an und verschafften sich eine Überblick: Quer über die Bahnhofstraße verteilt lagen Teile des Edeka-Daches. Kleinere Stücke der Blechkonstruktion hatte der Sturm aufs GRT-Dach gegenüber getragen.

Feuerwehrmänner und Marktangestellte räumten zunächst das Dach von der Straße. Glück im Unglück hatte ein holländisches Ehepaar gehabt, das in seinem Wohnmobil just zum Zeitpunkt des Sturmes vom herabsegelnden Dach gestreift wurde. Das Wohnmobil wurde zwar beschädigt, doch die Insassen blieben unversehrt: „Wir hatten sehr viel Glück. Eine Sekunde später und das Dach hätte uns zugedeckt.“ Auch das Wohnmobil wurde von der Feuerwehr notdürftig repariert, und dem holländischen Ehepaar wurde tags drauf ein Ersatzfahrzeug vom Hersteller nach Sulz geliefert.

Auch eine Straßenlaterne wurde vom Wind buchstäblich umgerissen und landete auf dem hinteren Parkplatz. Kurz nach dem Inferno waren dem Marktleiter Marco Schlaich, dem Edeka-Bezirksleiter Rolf Munz sowie Stadtbrandmeister Eugen Heizmann und Kreisbrandmeister Mario Rumpf klar: „Wir müssen den Laden schließen.“ Denn am Mittwochnachmittag war der Supermarkt angesichts des Feiertags am Donnerstag gut besucht. Die Gefahr, dass Kunden zu Schaden kommen, war zu hoch.

Hauptgefahrenquelle war, dass sich ohne das schützende Wellblechdach die darunter liegenden Dämmplatten, die als hängende, von innen sichtbarer Konstruktion montiert sind, mit Regenwasser vollsogen, dadurch Stabilität einbüßten und drohten einzustürzen. „Das Schlimme war der Sog“, erklärte Stadtbrandmeister Eugen Heizmann, wie der Sturm das Blechdach überhaupt hatte abdecken können. Die Statik der nach innen geneigten Wellblech-Konstruktion sei auf schwere Lasten, etwa durch Schnee, ausgelegt. Solch heftige Böen seien indes nicht eingerechnet. „So etwas kann man nicht voraussehen“, so Heizmann. Immerhin stehe der Markt seit zehn Jahren unbeschadet in den Neckarwiesen. In 20 Jahren als Sulzer Stadtbrandmeister habe er noch nie eine solche Markträumung erlebt. Und die am Mittwoch gestaltete sich gar nicht einfach. Die Angestellten hatten mitunter Mühe, die Kunden zum Verlassen des Marktes zu bewegen. Die Kunden reagierten verwirrt, als per Lautsprecher die Aufforderung kam, zur Kasse zu gehen. Manche weigerten sich, Folge zu leisten und setzten ihren Einkauf in Ruhe fort.

„Wegen Sturmschaden geschlossen“ informierte dann eine Tafel die Edeka-Kundschaft am Mittwochabend. Zimmermänner und Dachdecker waren bis in den späten Abend vor Ort, um das Dach über der Getränkeabteilung provisorisch mit Planen zu flicken, nachdem die Feuerwehr lose Blechteile mit dem Multicut, einer erstmals eingesetzten Spezialsäge, zerlegt hatte.

Am Donnerstag war dann Großreinemachen angesagt: Marktangestellte samt Marktleiter, Zimmermänner und Dachdecker rückten am Feiertag an, um innen und außen für Ordnung zu sorgen. Nicht nur die Elektrik muss instand gesetzt werden, auch die restliche mit Folien gedeckte Dachfläche muss an einigen Stellen neu verschweißt werden. Weil sich das Blechdach „quasi über das ganze Dach gewälzt hat“, seien viele Dachstellen reparaturbedürftig, so Heizmann.

„Mir ist es gar nicht so heftig vorgekommen“, wunderte man sich am Mittwoch bei der Feuerwehr, dass sich das Gewitter derart lokal ausgetobt hat. Außer einigen umgestürzten Bäumen sind im Kreis Rottweil ansonsten keine größeren Schadensmeldungen eingegangen.

24.06.2011 - 08:30 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Nachrichten aus ...
T�bingenRottenburgStarzachEmpfingenSulzG�uHorbFreudenstadtKreis Freudenstadt
Anzeige


Finden Sie Ihr Glück auf:
date-click
Neckar-Chronik als E-Paper
Artikelbild: Serviceboxbilder
Die ganze Zeitung auf Ihrem Desktop - Abonnieren Sie die Südwest Presse als E-Paper und blättern Sie am Bildschirm weltweit in Ihrer Heimatzeitung.
Neckar-Chronik Servicetelefon

Ihre Kontaktadressen rund ums Abo

Roswitha Eiseler     (07 45 1) 90 09 23     anzeigen@neckar-chronik.de

Sabine Schuck        (07 45 1) 90 09 22     anzeigen@neckar-chronik.de