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Nintendo hofft auf Weihnachten

Deutschland-Chef Bernd Fakesch über die Xbox und die komplexe Steuerung der Wii U

Mit Microsofts Xbox One und Sonys Playstation 4 beharken sich neue Spielkonsolen vor Weihnachten. Der Dritte im Bunde, Nintendo, ist aber nicht abgeschlagen, glaubt Deutschland-Chef Bernd Fakesch.

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MARIUS LEUSCHNER

Die Videospielkonsole Wii hat nach ihrem Start im Jahr 2006 den Markt umgekrempelt und war sehr erfolgreich. Warum?

Artikelbild: Deutschland-Chef Bernd Fakesch über die Xbox und die komplexe Steuerung der Wii U

BERND FAKESCH: Das liegt vor allem an dem zugängigen Konzept von Wii, deren Spiele durch Bewegung gesteuert werden können. Auf einmal wurden so zum Beispiel Bowling und Tennis im Wohnzimmer gespielt. Diese Einfachheit hat zu einem Paradigmenwechsel innerhalb der Branche geführt. Viele Menschen haben damals zum ersten Mal einen Controller in die Hand genommen und festgestellt, wie viel Spaß Videospiele machen können. Dieser Überraschungseffekt bewirkte, dass Menschen weit über den Kreis der klassischen Spieler hinaus begonnen haben, über Wii zu reden.

Der Nachfolger Wii U wird bereits seit einem Jahr verkauft. Die Konkurrenzkonsolen Playstation 4 und Xbox One sind eben erst erschienen. Warum hatte es Nintendo so eilig?

FAKESCH: Ich würde nicht sagen, dass wir es eilig hatten: Wii hatte einen Lebenszyklus von sechs Jahren. Das ist eine verhältnismäßig lange Zeit. In Deutschland hätte man mit der Konsole sicher noch ein weiteres gutes Jahr haben können. Unsere Marktforschung zeigt, dass sehr viele Wii-Besitzer das Gerät immer noch gerne und oft verwenden. Aus globaler Sicht aber war es der richtige Zeitpunkt für Wii U. Denn gerade in Japan, aber auch in den USA und Großbritannien, etabliert sich neue Technik am Markt schneller als bei uns.

Die Wii U konnte bisher nicht an den Erfolg ihres Vorgängers anknüpfen. Woran liegt das?

FAKESCH: Die Wii U ist beim Start in der Tat hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Allerdings war unsere Erwartungshaltung, nach dem phänomenalen Erfolg von Wii, auch sehr hoch. Im Vergleich zu allen bisherigen Konsolen schneidet Wii U aber ganz gut ab. Zum Vergleich: Für gewöhnlich setzen neue Konsolen in ihrem ersten Jahr 200 000 bis 300 000 Exemplare ab. In ähnlicher Größenordnung bewegt sich Wii U, so dass wir faktisch von einem soliden Start sprechen können. Hinzu kommt, dass wir mit unserem Spieleangebot bisher eher Nintendo-Fans und damit eher die klassischen Spieler bedient haben. Zu Weihnachten wollen wir nun mit Titeln wie Wii Party U, Wii Sports Club, Wii Fit U und allen voran natürlich Super Mario 3D World die klassische Nintendo-Familie für die neue Konsole begeistern. Für nächstes Jahr sind außerdem mit Mario Kart8 und Super Smash Bros. zwei weitere große Lizenzspiele für unsere TV-Konsole angekündigt.

Welche Probleme sehen Sie bei der Vermarktung einer Konsole mit tabletartigem Controller?

FAKESCH: Die Bewegungssteuerung von Wii war nahezu selbsterklärend: Man nimmt den Controller in die Hand und schwingt ihn beim Tennis-Spiel beispielsweise ganz einfach genauso wie einen Tennisschläger. Um den Mehrwert des GamePads der Wii U aufzuzeigen, reicht ein 20-Sekunden-Spot nicht aus. Hier müssen wir schrittweise erklären. Das geht am besten über immer neue, schöne Spielerlebnisse, die wir den Menschen beispielsweise bei unserer aktuellen Winter-Präsentationstour bieten. Zudem bewerben wir Wii Party U zum Beispiel im Moment im Fernsehen mit Steffi Graf und Andre Agassi, und zeigen hier Funktionen und Spielarten, die nur durch das GamePad möglich sind.

Einige bedeutende Spiele erscheinen zwar auf den Konkurrenzplattformen, nicht aber auf der Wii U.

FAKESCH: Ich kann die Zurückhaltung einiger Publisher verstehen, auch wenn ich diese natürlich bedaure. Die Entwicklungskosten für große Titel liegen inzwischen im zweistelligen, manchmal sogar dreistelligen Millionenbereich. Das ist ein enormes Risiko. Deshalb warten die Entwickler bei einer neuen Konsole teilweise erst einmal ab, bis diese eine bestimmte installierte Basis erreicht hat. Wenn es Nintendo schafft, mit seiner eigenen, auf Wii U abgestimmten Software, die Verkäufe voranzutreiben, dann werden viele Publisher für sich den richtigen Zeitpunkt erkennen, zu dem es sich lohnt, verstärkt mit einzusteigen. Davon bin ich überzeugt. Vor diesem Hintergrund freut es mich umso mehr, dass unsere Konsole unter anderem Unterstützung von Ubisoft, Activision und Warner erfährt und zwar mit großen Marken wie beispielsweise Assassins Creed, Skylanders und Scribblenauts.

Sehen Sie denn das stetig wachsende Spieleangebot auf Smartphones und Tablets als ernsthafte Konkurrenz?

FAKESCH: Ich betrachte Mobile-Games nicht als Konkurrenz für eine TV-Konsole, bei der es ja um gemeinsamen Spielspaß im Wohnzimmer geht. Diese Art des Erlebnisses kann ein Smartphone nicht bieten. Vergleichbar ist da schon eher der Handheldbereich. Und hier generieren wir mit dem Nintendo 3DS dieses Jahr ein zweistelliges Wachstum und damit ist er die einzige Konsole, die ein deutliches Wachstum zeigt. Smartphones erweitern also den Markt, in dem Nintendo weiterhin seinen festen Anteil hält.

Einige Investoren fordern ja von Nintendo, sich diesem Mark gegenüber zu öffnen.

FAKESCH: Derzeit hat Nintendo keine Intention, Spiele über diesen Weg zu vertreiben. Unsere Philosophie ist es, Spiele und Hardware optimal aufeinander abzustimmen. Und solange dieses Modell tragfähig ist, gibt es keinen Grund, daran etwas zu ändern.

09.12.2013 - 08:30 Uhr | geändert: 11.12.2013 - 11:01 Uhr

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