Tischtennisspieler Mark Schüle über den Mühringer Aufschwung
Am Samstag zuhause gegen Ailingen geht der TTC Mühringen in die Rückrunde der Tischtennis-Verbandsklasse. Im Interview mit der SÜDWEST PRESSE spricht TTC-Mannschaftsführer Mark Schüle über die zweite Saison in der zweithöchsten Liga im Verband, den Donzdorfer Zugang und Spielertrainer Torsten Kern und die „Strohmann“-Regelung.
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SÜDWEST PRESSE: Herr Schüle, die Rückrunde beginnt – hat sich der TTC Mühringen dafür speziell vorbereitet?
Mit Trainingsplan nach vorne: Mühringens TTC-Mannschaftsführer Mark Schüle.Radi
MARK SCHÜLE: Wir haben ganz normal trainiert, ab Januar haben wir wieder angefangen. Torsten Kern trainiert uns montags…
… er ist sozusagen der Spielertrainer?
Ja. Er ist zu uns gekommen und hat ab Sommer mit dem Training bei uns angefangen.
Und der TTC steht nach dem knapp verhinderten Abstieg im Vorjahr derzeit auf dem fünften Platz in der Verbandsklasse.
Ich denke, das Training von Torsten Kern ist mit ein Grund dafür, dass es so gut lief. Das bringt uns schon was.
Wie trainiert er?
Er bereitet sich auf jedes Training speziell vor, dann macht er seine Übungen: mit Top-Spin oder Stupfen oder Aufschlag, Rückschlag – es gibt ja so viele Möglichkeiten wie beim Tennis auch. Und dann steigern wir uns langsam: In der Vorbereitung machen wir beispielsweise einfache Übungen, die werden dann gesteigert mit Laufen und so. Da hat Torsten Kern praktisch einen Trainingsplan ausgearbeitet.
Und wie lief das Training vorher bei euch ab?
Vorher haben wir ja selber trainiert. Da ist dann halt doch nicht so ein Zug dahinter. Wenn man da ins Training ging, dann machte man vielleicht halt mal eine kleine Übung und spielte dann gleich. Und jetzt ist eben montags eineinhalb Stunden Systemtraining. Das, denke ich, hat uns schon weitergebracht. Er macht das auch für den ganzen Verein; für alle Herren und Damen.
Kommen die Spieler auch?
Von der Ersten kommen die Spieler zu 90 Prozent, sage ich mal. Die von den zweiten Mannschaften kommen auch – nicht so viele, es gibt ja auch Spieler, die das mehr als Hobby sehen und für sich trainieren.
War es von Anfang an klar, dass Zugang Torsten Kern euch auch trainiert?
Als er gesagt hat, er komme nach Mühringen, haben wir so darüber gesprochen. Da hat er dann gesagt, er würde das machen.
Ihre Einzelbilanz auf der zweiten Position war in der Vorrunde mit 2:16 nicht so toll…
Nein, aber das war klar: Ich bin ja von der Mitte nach vorne gekommen. Und in dieser Klasse ist es vorne wirklich so, da spielen sie zu 80, 90 Prozent mit bezahlten Spielern. Das war bei uns auch mehr Taktik, dass ich da vorne spiele. Vielleicht, wenn ich die Möglichkeit hätte, noch eine oder zwei Runden vorne zu spielen, dann würde man schon Fortschritte sehen. Aber das ist einfach viel schneller, Aufschlag, Rückschlag sind da schon anders – vorne geht Tischtennis erst richtig los!
Zur Rückrunde werden die Positionen umgestellt: Torsten Kern rückt nach vorne, Sie auf die Position sechs.
Deshalb haben wir auch in der Vorrunde gesagt: Wir haben damit gerechnet, dass Jochen Raff, unsere Nummer eins, ausgeglichen spielt – und er hat ja mit 11:7 richtig gut gespielt. Und wir haben gewusst, dass ich als Nummer zwei vielleicht zwei, drei Spiele gewinne. Und Torsten in der Mitte würde eine richtige Rakete sein – das hat er ja auch bewiesen mit einer 14:4-Bilanz. Da waren wir dann praktisch in der Mitte, mit Markus Frank und Kern, ausgeglichen. Und hinten hinaus waren wir weitaus positiv – da wussten wir auch, da müssen wir unsere Punkte holen. Was wir auch gemacht haben.
Die Umstellungen zur Rückrunde erfolgen aufgrund der Punktebilanz, die ein Team zur Vorrunde holt. Wie denken Sie, wirkt sich diese bei Ihrer Mannschaft aus?
Das ist jetzt schwer zu sagen. Torsten hat es vorne jetzt auch schwer. Aber so wie er jetzt spielt, denke ich, wird er schon sieben, acht Spiele gewinnen. Er sagt, er habe nun auch wieder Selbstvertrauen. Aber wir wissen selber nicht, ob die Umstellung Vor- oder Nachteile für uns bringt.
Zum Tabellenersten sind es nur vier Punkte.
Ja, wir gucken auch schon nach vorne – nach hinten nicht. Die Klasse ist zwar besser geworden, aber wir spielen auch richtig gut. Bei uns sieht man auch eine Entwicklung: Im Vergleich zum Vorjahr sind wir, denke ich, besser geworden.
Anderes Thema: Umstritten ist im Tischtennis die „Strohmann-Regelung“ – da tricksen auch einige Vereine, setzen für Spieler, die zwar in der Aufstellung stehen, aber nie zum Einsatz kommen, andere, starke Spieler in gleich zwei Mannschaften ein. Wie denken Sie darüber?
Gut, größere Vereine wie Böblingen, Sindelfingen oder Gärtringen, haben da eben die Möglichkeit und können mit ihren vielen Spielern, guten Ex-Spielern, sage ich mal, „bescheißen“. Und die kleineren Vereine, die haben diese Möglichkeiten eben gar nicht. Ich finde, das ist Betrug – sagt bei uns auch jeder. Da kannst du in zwei Mannschaften spielen, und die untere profitiert davon. Ich finde: Du musst in der Mannschaft spielen, in der du gemeldet bist. So ist das ein Witz! Aber so sind halt die Regeln – und Vereine schauen, wie sie die Regeln umgehen.