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ASV Horb steht vor Zerreißprobe
Zahlreiche Mitglieder wurden beim ASV Horb für ihre – teilweise sehr lange – Mitgliedschaft geehrt. Bild: Bernhardt
Hauptversammlung

ASV Horb steht vor Zerreißprobe

Seit Januar 2015 sind die Mitgliederzahlen von 600 auf 440 gesunken. Taekwondo-Chef Stephan Hohage hört auf und GuF-Leiterin Gabriela Vogt macht nur noch kommissarisch bis nächsten Dezember weiter.

17.07.2017
  • Willy Bernhardt

Der ASV Horb, über Jahrzehnte hinweg mitgliederstärkster Verein in der Gesamtstadt Horb, steht vor einer Zerreißprobe. Nicht nur, dass die Mitgliederzahl von Januar 2015 bis (aktuell) Juli 2017 von 600 auf 440 Mitglieder zurückging, der Verein muss zudem mit einem personellen Aderlass kämpfen. Zwar konnte für den Taekwondo-Gründer Stephan Hohage mit Rolf Schneider aus Rastatt ein Nachfolger als Abteilungs-Chef gefunden werden, doch das Amt der Leiterin der großen GuF-Abteilung (steht für „Gesund und Fit“) ist vakant.

Auch deshalb sprach OB Peter Rosenberger dem ASV Horb Mut zu. Er betonte, dass eine Gesellschaft ohne Sport „nicht geht“ und bezeichnete den Verein als einen „Anker in der Kernstadt“. Der ASV befinde sich merklich in einer „Umbruchsituation“ und Rosenberger regte an, sich Gedanken über eventuelle Fusionen zu machen. Klar sei ihm als OB jedenfalls, „dass kommerzielle Sportanbieter das nicht leisten können, was Vereine zu leisten imstande sind“.

Schon in ihrer Begrüßung machte Gabriela Vogt deutlich, wo der Verein steht und vor allem – wie es um ihn steht. Den enormen Mitgliederschwund von über 150 bezeichnete sie als „traurig“ und auch das mangelnde Engagement in Sachen aktiver Mitarbeit in der
Vorstandschaft stimme besorgniserregend. Die langjährige ASV-Sprecherin wollte diese Worte durchaus auch als „Hilferuf“ verstanden wissen.

Schwund in fast allen Sparten

Volker Jungeilges von der Abteilung Volleyball beklagte, dass es aktuell nur noch zwei Teams im Wettbewerb im U20-Bereich und keine Damenmannschaft mehr gebe. Auch die Freizeit-Volleyballgruppe, die über viele Jahre hinweg viele Hobbyspieler zum Training in die Hohenberghalle lockte, leide unter Mitgliederschwund und mangelndem Interesse. Im Rahmen einer großen Werbe-Offensive will die Abteilung nun über Aushänge am Schwarzen Brett in großen Horber Firmen auf die Volleyballabteilung aufmerksam machen.

Mehr oder weniger 45 Leute beteiligen sich am regelmäßigen Training der ASV-Leichtathleten, berichtete deren Sprecher Karsten Dehner. Immerhin sei erfreulich, dass noch relativ viele Kinder und Jugendliche in der Leichtathletik aktiv da bei seien. Bedauerlich sei freilich, dass es von Verbandsseite her immer weniger U12-Wettbewerbe gibt. Dennoch blicke seine Abteilung „in eine rosige Zukunft“, machte Dehner in verhaltenem Optimismus.

Um die 30 Aktive befinden sich in den Reihen von Sebastian Blumes Kanupolo-Abteilung. Doch auch hier geht die Zahl engagierter Mitstreiter zurück. Und die Anzahl an Turnierteilnahmen sinkt ebenfalls. War die noch recht junge ASV-Abteilung in der jüngeren Vergangenheit pro Jahr bis bis zu 18 Turnieren mit vertreten, so seien es heute nur noch zwischen sechs und acht. Blume regte an, die Kanupolo-Abteilung vielleicht hin in Richtung „reiner Kanu-Sport“ zu erweitern, um diese Sportart insbesondere bei Kindern und Jugendlichen wieder attraktiver zu machen oder zu halten. Zudem gab der Abteilungsleiter zu bedenken, dass so manche Boote innerhalb der ASV-Flotte so langsam ihrem Alter Tribut zollen müssten.

Um die 50 Mitglieder zählt die Sparte Schwimmen, die in der Vergangenheit gleichfalls mit zu den Aushängeschildern des Gesamtvereins zählte. Darauf verwies Jugendsprecherin Katja Wack in ihrem Bericht. Sie verwies auf die sehr gute Arbeit des langjährigen und früheren Abteilungs-Chefs Harry Motteler und kündigte vorsichtig an, in naher Zukunft
und nach einem „Neuaufbau“ der Abteilung über verschiedene Aktivitäten wieder in den Wettkampfsport einsteigen zu wollen und zu können.

Gabriela Vogt berichtete von 180 Mitgliedern in der GuF-Abteilung, darunter auch die nun seit 20 Jahren von Harald Kronemeyer geführte Männergymnastikgruppe. Indessen werde händeringend nach einer neuen Leiterin für die rhythmische Sportgymnastik gesucht, nachdem bisherige Übungsleiterinnen aus verschiedenen Gründen dem Verein inzwischen nicht mehr zur Verfügung stünden. Mit bewegten Worten kündigte Vogt ihren baldigen Rückzug aus der Verantwortung an. Es seien aber „spannende, interessanten und auch kämpferische Zeiten“ gewesen, auf die sie seit 2001 zurückblicke. Damals hatte Gabriela Vogt die GuF-Leitung von Susanne Fassnacht übernommen.

Kassiererin und Geschäftsführerin Manuela Schittenhelms berichtete über beträchtlich weniger eingegangener Mitgliedsbeiträge aufgrund der vielen Vereinsaustritte. Dies zusammen mit dem Umstand, dass gleich zwei Abteilungsleiter(innen) aufhören, sei für den ASV Horb „alarmierend“. Auch die Spenden seien zurückgegangen.

Unterm Strich stand ein überschaubarer Gewinn und die Kassenprüfer Michael Löffel und Gernot Schlager attestierten Manuela Schittenhelm einen tadellosen Job. Die von Ingo Schule beantragte Entlastung der Vorstandschaft erging einstimmig. Löffel und Schlager waren auch bereit, für ein weiteres Jahr als Kassenprüfer zu fungieren.

Weiterhin ein Vorstandsteam

Emotional wurden anschließend Stephan Hohage von Taekwondo-Trainer Olaf Saeger und Gabriela Vogt von Geschäftsführerin Manuela Schittenhelm verabschiedet. Während mit Rolf Schneider ein Nachfolger für Hohage in der Taekwondo-Abteilung gefunden werden konnte, versieht Gabriela Vogt nach vielem guten Zureden ihrer ASV- Freunde der GuF-Abteilung nur noch bis kommenden Dezember kommissarisch vor. Dann sei auch für sie endgültig Schluss.

Die Positionen eines ersten und zweiten ASV-Vorsitzenden konnten nicht besetzt werden, so dass weiterhin ein Vorstandsteam die Geschicke des Vereins leitet.

Die Ehrungen

10 Jahre: Walter Becker, Sebastian Blume, Elisa Formella, Elena Häupl, Marcella Häupl, Semira Kimmerle, Julia Knauer, Jana Lorenz, Stefan Lorenz, Matthias Manenti, Karsten Möller,

Heidi Nagel, Anika Ott, Thomas Präg, Dietmar Schmid, Philipp Seeger,

Gerlinde Wöll

15 Jahre: Katrin Burger, Tobias Dehner, Hanne Kunkel, Julia Schäfer, Susanne Zimmermann

20 Jahre: Oktay Dogan, Nicole Eitel, Harald Kronemeyer, Eva Schäfer,

Ingo Schulze

25 Jahre: Liese Brück, Thomas Schlageter, Gabriela Vogt, Karl-Heinz Zatti

30 Jahre: Monika Marquardt,

Jörg Unsöld

35 Jahre: Nicole Eitel, Susanne Fassnacht, Dora Finkbeiner, Erwin Fordtner, Antonia Kaefer, Ruth Laschinger, Herbert Müller, Ella Ulmer

40 Jahre: Michael Kaupp,

Elisabeth Köhl

45 Jahre: Norbert Schneider, Lisbeth Angster, Rainer Fink, Sylvi Janz,

Frank Prußeit, Michael Reck

50 Jahre: Dr. Ursula Nagel,

Peter Laschinge

55 Jahren : Hermann Huss,

Alfred Walz

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17.07.2017, 01:00 Uhr

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