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Der Preis der Sicherheit

Anti-Amok-Konzept für Sulzer Schulen

Gewaltvorfall – bitte schließen Sie sich ein!“ Im Sulzer Rathaus erlebten die Stadträte in der Sitzung am Mittwoch, wie es sich künftig in Sulzer Klassenzimmern im Fall eines Amoklaufs anhören könnte.

30.07.2010
  • von Hans-Jörg Schweizer

Hubert Pfister von der Stadtverwaltung hatte Stadtrat Erwin Stocker engagiert, von dessen Handy einen Notruf an die so genannte SUE-Box abzusetzen, die Pfister zur Demonstration an die Lautsprecheranlage des Bürgersaals angeschlossen hatte.

Auch in Sulz machen sich Schulleiter, Stadtverwaltung, Stadträte und Schüler zusammen mit der Polizei Gedanken über die Sicherheit. Nach dem Amoklauf von Winnenden war der Ruf nach besserem Schutz der Schüler laut geworden. Das am weitesten verbreitete Konzept wird mit den Worten Alarmierung, Information und Verbarrikadierung umschrieben.

Auch dem Sulzer Gemeinderat wurde jetzt ein entsprechendes Konzept vorgestellt, über das die Stadträte sich nun bis zu den Haushaltsberatungen im Herbst Gedanken machen können. Gedanken über die Szenarien eines möglichen Amoklaufs im Sulzer Schulquartier, aber eben auch Gedanken über 194 000 Euro in Zeiten sehr leerer Kassen. Das nämlich soll die Umsetzung des Konzepts schätzungsweise kosten.

Im wesentlichen drei Komponenten beinhaltet dieses Konzept: Zum einen sollen sämtliche Klassenzimmertüren an Gymnasium, Realschule und Werkrealschule mit Türknaufschlössern ausgestattet werden, was pro Schule zwischen 14 000 und 20 000 Euro kosten würde. Jeder Schüler kann dann die Klassenzimmertür auch ohne Schlüssel von innen verriegeln, um einen um sich schießenden Amokläufer auszusperren. Nur Befugte (also Lehrer) können das Schloss dann von außen wieder aufschließen (auch wenn es von innen zugehalten wird).

Eine weitere Komponente ist die Lautsprecheranlage, mittels der alle Schüler und Lehrer schnell über eine Bedrohung informiert werden können. Am Albeck-Gymnasium gibt es bereits eine solche Anlage, die allerdings auch noch nicht alle Gebäudeteile beschallt, an der Lina-Hähnle-Realschule sowie an der Grund- und Hauptschule (künftig Werkrealschule) müssten erst noch Lautsprecheranlagen installiert werden.

Und an dieser Stelle kommt ein zusätzlicher Kostenpunkt ins Spiel, der zwar nichts direkt mit der Sicherheit zu tun hat, der sich aber aufdrängt, wenn man schon durchs ganze Schulhaus neue Kabel verlegt. Stadtbaumeister Reiner Wössner sprach von 48 000 Euro an der Grund- und Hauptschule und 25 000 Euro am Gymnasium, wenn man mit den Lautsprecherkabeln auch gleich ein Datennetzwerk verlegen würde.

Recht preiswert mutet da die dritte Komponente des eigentlichen Sicherheitspakets an: Pro Schule 5000 Euro würden so die genannte SUE-Boxen kosten. „SUE“ steht dabei für „schwerwiegendes unerwartetes Ereignis“, und die Box ist eine Art Telefonzentrale für Notrufe. An ihr können ganz normale Mobiltelefone der Lehrer angemeldet werden, von denen dann im Falle eines Falles per SMS ein Not- beziehungsweise Warnruf abgesetzt werden kann. Die Sue-Box verschickt dann innerhalb einer Minute bis zu 75 SMS an vordefinierte Empfänger und kann auch eine Warnmeldung über die Lautsprecheranlage absetzen.

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30.07.2010, 12:00 Uhr

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