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Eisenbahnbrücken mangelhaft, aber noch sicher

Brücken in Ergenzingen, Kiebingen und Mössingen gehören zur höchsten Schadenskategorie

Hier zerbröseln Deutschlands Eisenbahnbrücken“ titelte „Spiegel-Online“ in der vergangenen Woche. Die Grünen-Fraktion im Bundestag hatte eine Datenbank über den Zustand der insgesamt 25682 Bahnbrücken in Deutschland veröffentlicht. Fünf Prozent davon (bundesweit 1086 Stück) seien „so baufällig, dass eine Sanierung nicht mehr lohnt“.

13.09.2017
  • Michael Hahn

Darunter sind auch drei Brücken im Landkreis Tübingen: die Brücke über die Gosbertstraße in Ergenzingen, die Brücke über den Rohrhaldenbach nordöstlich von Kiebingen und eine Mössinger Brücke. Alle drei Bauwerke stammen aus dem Jahr 1927. Die Bahn-Pressestelle in Stuttgart bestätigte gestern auf TAGBLATT-Nachfrage, dass die drei genannten Brücken in die „Zustandskategorie 4“ eingestuft sind: Das sind diejenigen mit den größten Schäden. Auch eine Eisenbahnbrücke in Eutingen und zwei in Hechingen gehören zur „Kategorie 4“.

Mängel, aber nicht marode

Allerdings, so sagte ein Bahnsprecher am Telefon, seien diese Brücken keineswegs marode. Sie hätten zwar bauliche Mängel, aber diese seien „keineswegs sicherheitsrelevant“. Die Brücken seien vermutlich „noch 15 bis 20 Jahre voll befahrbar“. Wenn eine Brücke tatsächlich nicht mehr sicher sei, würde das zuständige Eisenbahn-Bundesamt sie sofort sperren lassen.

Die „Kategorie 4“ bedeute lediglich, dass ein Neubau „wirtschaftlicher“ sei als eine Sanierung. Ein anderer Bahnsprecher hatte bei einem ersten Anruf spontan erklärt, die Grünen-Studie sei „politisches Zeugs“ und vermutlich dem Bundestagswahlkampf geschuldet.

Keine Erklärungen

Welche „Auffälligkeiten“ bei den drei hiesigen Brücken aufgefallen sind, wie oft sie kontrolliert werden, ob ihre Benutzung womöglich eingeschränkt ist (Höchstgewicht oder Höchstgeschwindigkeit) und ob schon konkrete Investitionen eingeplant sind, wollte der Bahnsprecher nicht sagen. Nur so viel: Die Bahn investiere bundesweit kräftig und kontinuierlich in die Sanierung des Streckennetzes.

Dies allerdings bezweifelt der Rottenburger Linken-Stadtrat Emanuel Peter, der das TAGBLATT auf den „Spiegel“-Bericht aufmerksam gemacht hatte. Die Bahn verschleppe seit Jahren die Sanierung ihrer Infrastruktur, schreibt Peter in einer Pressemitteilung. Er fordere die Stadt Rottenburg auf, sich bei Land und Bund dafür einzusetzen, dass „der gefährliche Zustand der Brücken in Rottenburg behoben wird“. Deutschland investiert seit Jahren sehr viel weniger (pro Kopf) in das Schienennetz als etwa die Niederlande oder die Schweiz.

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13.09.2017, 01:00 Uhr

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