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Das Feuer, das nicht sein darf Dubai: Prachtfeuerwerk trotz Hotelbrand
Eine Fackel inmitten der Stadt: Binnen Minuten rasten die Flammen an der Fassade des "Address Downtown Hotels" hoch. Foto: dpa

Das Feuer, das nicht sein darf Dubai: Prachtfeuerwerk trotz Hotelbrand

Weltweit war der Großbrand in Dubai in den Medien, 16 Menschen wurden verletzt, hunderte flüchteten aus dem Hotel. Die Machthaber in Dubai aber ließen ein Neujahrs-Feuerwerk zünden, als sei nichts passiert.

02.01.2016
  • BENNO SCHWINGHAMMER PHILIPP LAAGE, DPA (MIT AFP)

Dubai. Es ist ein bizarres Bild, dass sich den Zuschauern in Dubai zum Jahreswechsel bietet. Über ihnen erleuchtet ein prächtiges Feuerwerk rund um das höchste Gebäude der Welt den Nachthimmel. Und wenige hundert Meter entfernt schlagen Flammen aus der lichterloh brennenden Fassade eines 63 Stockwerke hohen Wolkenkratzers.

Partypläne ändern wegen eines Infernos, das 16 Menschen verletzt hat? Das wäre das Letzte, das den Behörden einfiele.

Es war eine Stunde vor Mitternacht, als zehntausende Feuerwerks-Schaulustiger aus der gesamten Welt plötzlich zum Luxushotel "The Address" schauten. Was mit einem kleinen Feuerherd begonnen hatte, raste viele Stockwerde der 63-stöckigen Westfassade des Wolkenkratzers hoch.

Fassadenteile fielen brennend herab, Asche regnete auf die Menschen in der Innenstadt, einige Menschen brachen in Tränen aus, andere zückten Smartphones und machten freundlich lächelnd Selfies vor dem Gebäude.

In dem Hotel rannten Menschen derweil um ihr Leben. Für die allermeisten von ihnen ist die Nacht glimpflich zu Ende gegangen. Den Behörden zufolge verletzten sich die meisten im Gedränge bei der Evakuierung des Gebäudes.

Konnten die Flammen an der Außenwand von Stockwerk zu Stockwerk springen? Jürgen Walter, der Brandschutzexperte der Feuerwehr Frankfurt: Wenn keine Sprinkler installiert seien, die die Außenwand mit Wasser überziehen, "wäre eine Kettenreaktion immer denkbar".

Als um Mitternacht das Feuerwerk über der Menge gezündet wird, brandet Jubel auf. Dass wenige hundert Meter entfernt ein Wolkenkratzer brennt, kann niemand übersehen, der dabei ist. Die TV-Zuschauer allerdings schon. Die Regie gibt sich alle Mühe, den Makel im Stadtbild zu übersehen.

Für einen Fotografen wird der Brand unvergesslich bleiben. Ihm hatte das Feuer den Fluchtweg abgeschnitten, als er vom 48. Stock des "Address Downtown Hotel" aus das Feuerwerk fotografieren wollte.

Geistesgegenwärtig befestigte er ein Seil einer Arbeitsbühne für Fensterputzer, die nahe seinem Zimmer vor der Fassade hing, an seinem Gürtel und seiner Ausrüstung, und ließ sich herabhängen - während nur zehn Meter neben ihm das Feuer brannte und er ständig fürchtete zu ersticken. "Eine Stunde, dann war"s das", habe er gedacht, "dann bin ich tot." Eine halbe Stunde hing er so, dann wurde er gerettet.

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02.01.2016, 08:30 Uhr

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