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Gut in Form

Der Hochdorfer Jochen Pässler von der Eutinger Schreinerei Pfeffer ist Innungssieger

Mehrfach hat die Schreinerei Pfeffer am Eutinger Bahnhof buchstäblich ausgezeichnete Mitarbeiter bei Gesellen-, Meister- oder Technikerprüfungen hervorgebracht. Nun wurde Jochen Pässler aus Hochdorf Klassenbester, Innungssieger und Gewinner des Sonderwettbewerbs „Gute Form“.

04.08.2012
  • von Hermann Nesch

Rohrdorf/Hochdorf. Das erfüllt nicht nur den Absolventen, sondern auch Firmenchef Willi Pfeffer und den Ausbildungsverantwortlichen, den Weitinger Pascal Schmitt, mit Stolz.

Jochen Pässler hat seine Gesellenprüfung an der Gewerblichen Schule in Nagold mit der Gesamtnote 1,6 sowie „mit Preis und Anerkennung für seine besonderen Leistungen“ abgeschlossen, wie es in der zusätzlichen Urkunde der Schreinerinnung und des Landesverbandes Holz+Kunststoff Baden-Württemberg heißt.

Pässler begann nach der Mittleren Reife an der Realschule Nagold im Jahr 2009 seine Ausbildung bei der Schreinerei Pfeffer. Bald fielen Willi Pfeffer und Pascal Schmitt seine besondere Begabung, sein Wille und seine „gesunde Einstellung“ auf. Und laut Schmitt zeichnete sich spätestens nach einer Zwischenprüfung am Ende des zweiten Lehrjahres ab, dass der Hochdorfer einer der nächsten Preisträger der Talentschmiede am Eutinger Bahnhof werden könnte. Schon da habe er „ein Stückle“ gestaltet, mit dem er einen Formgebungspreis gewonnen habe.

Die Erwartungen wurden von Jochen Pässler auch bestätigt. Im Prinzip, so Willi Pfeffer, sei die Vorbereitung auf die Prüfung – und hier namentlich der praktische Teil im Betrieb – „souverän abgelaufen“. Jochen Pässler habe zunächst die Zeichnung für sein Gesellenstück, einen Schreibtisch, eigenständig angefertigt und zusammen mit seinem Betreuer einen Arbeitsplan erstellt, nach dem er minutiös vorgegangen sei. Dadurch habe er nie die Kontrolle über die Arbeitszeit verloren und immer gewusst, dass er im Zeitplan liegt.

Auch aufgrund dieser klaren Planstruktur habe auch die handwerkliche Umsetzung sehr gut geklappt. Der Schreibtisch als Gesellenstück ist im so genannten Retro-Stil mit modernem Material gehalten, bei dem alle „Kanten“ abgerundet sind. Die Tischplatte besteht aus massivem Holz, das mit dunklem Makassar-Ebenholz furniert ist.

Der drehbare Unterschrank ist mit hellgrauem Corian, einem modernen Mineralwerkstoff, umkleidet. Das massive Oberflächenmaterial bietet unendlich viele Designmöglichkeiten mit extremer Langlebigkeit. Der acrylgebundene Mineralwerkstoff wird sowohl im Wohn- als auch im Objektbereich eingesetzt und lässt sich mit Holzbearbeitungswerkzeugen fräsen und schneiden, aber auch dreidimensional thermisch verformen. Die Möglichkeiten mit dem Zusammenspiel von Schönheit und Haltbarkeit sind fast grenzenlos.

Nach dem Urteil von Willi Pfeffer und Pascal Schmitt hat ihr „Azubi“ diese Möglichkeiten sehr gut ausgeschöpft und auch die Jury überzeugen können. Das Material sei im Einklang mit der Form ausgewählt worden, so habe sich auch sehr ansprechender Material-Mix ergeben. Das Design, mit dem er neben dem Erfolg als Innungssieger auch den Gestaltungswettbewerb „Gute Form“ als Sieger beendet habe, gebe Pässler Recht. Bei diesem Sonderwettbewerb werden nur die Gestaltung und die Proportionen geprüft und bewertet.

Der Korpus ist in der Mitte abgetrennt und kann von beiden Seiten geöffnet werden, abschließbar ist er nur auf der Vorderseite. Hinter der Tür des rückseitigen Teils hat er eine innen liegende Schublade. Pascal Schmitt, selbst einmal Preisträger und Gewinner beim Wettbewerb „Gute Form“, war laut Pfeffer maßgeblich am Erfolg beteiligt.

Nun geht es auf Handwerkskammerebene im September in Karlsruhe mit dem gleichen Prozedere weiter. Zur Bewertung kommen die Konstruktionszeichnung, das Gesellenstück und eine weitere Arbeitsprobe, bei der alle Anwärter in der gleichen Zeit mit dem gleichen Material und Werkzeug eine neue Aufgabe zu bewältigen haben, die dann 1:1 verglichen werden kann. Pfeffer und Schmitt sehen gute Chancen, dass ihr „Schützling“ auch hier gut abschneiden könne.

Laut Willi Pfeffer habe Pässler schon im vergangenen Jahr viel in Eigenverantwortung abwickeln und an der „langen Leine“ zu Kunden geschickt werden können. Richtig gut gelaufen sei das. So komme auch wieder etwas zurück – eine „Win-Win-Situation“ eben. Die Erfahrung könne seinem ausgezeichneten jungen Mitarbeiter niemand mehr nehmen.

Nun bekommt der 19-Jährige erst einmal frei, um für zwei Wochen nach Tansania zu fliegen, wo er bei einem landwirtschaftlichen Projekt mit der Hilfe zur Selbsthilfe mithilft, das auch von der evangelischen Kirchengemeinde Hochdorf als aussendender Gemeinde mitgetragen wird.

Der Hochdorfer Jochen Pässler von der Eutinger Schreinerei Pfeffer ist Innungssieger
Jochen Pässler (links) sahnte kürzlich bei der Gesellenprüfung im Schreinerhandwerk ab. Er wurde Klassenbester sowie mit seinem Schreibtisch Innungssieger und Sieger beim Sonderwettbewerb „Gute Form“. Rechts im Bild Schreiner Meister Willi Pfeffer. Bild: hn

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04.08.2012, 12:00 Uhr

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