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OB-Wahl in Horb: Rosenberger macht das Rennen

Der amtierende OB holte 71,03 Prozent der Stimmen · Herausforderer Bauer kam auf 21,95 Prozent

Ganz wegschieben konnte Peter Rosenberger seine Anspannung in den vergangenen Tagen nicht. Gestern Abend war er nun „überglücklich, dass so viele Horberinnen und Horber mich als ihr Oberbürgermeister akzeptieren“.

16.07.2017
  • Gerd Braun & Dagmar Stepper

Das Thema „ein Horber für Horb“, wie es mitunter zusammengefasst wurde, prägte den Wahlkampf vor der gestrigen Wahl, und immerhin haben sich unter denen, die zur Wahl gegangen sind, auch insgesamt 28,98 Prozent gegen Peter Rosenberger entschieden. Rosenbergers Kandidatur als Oberbürgermeister der Stadt Mannheim hatte bei etlichen Horbern Vertrauen gekostet.

Die meisten der Stimmen, die nicht auf Rosenberger entfielen, heimste Thomas Bauer ein. Der Horber, der seine Unterlagen als Zweiter der drei Bewerber abgegeben hatte, kam auf 1610 Stimmen, was einem Anteil von 21,95 Prozent entspricht.

Der dritte Kandidat, Hermann Walz aus Talheim, sammelte 489 Stimmen, das ist ein Anteil von 6,67 Prozent. Zieht man von der Gesamtzahl der 7451 abgegebenen Stimmen noch die 26 sonstigen und die 117 ungültigen ab, so kommt Peter Rosenberger laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 71,03 Prozent der Stimmen – in Summe sind das 5209.

„Stolz und glücklich“ sei er, sagte Rosenberger, nachdem Wolfgang Kronenbitter, der Vorsitzende des Wahlausschusses, gegen 18.45 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis vermeldet hatte. Er dankte allen, die wählen gegangen sind und auch den beiden Gegenkandidaten Bauer und Walz für einen „Wahlkampf, der ohne persönliche Angriffe funktioniert hat“.

Hermann Walz war denn auch einer der ersten Gratulanten. Er war vor Ort im Wahlstudio, das die Stadt Horb in der Aula des Martin-Gerbert-Gymnasiums eingerichtet hatte. Thomas Bauer weilte unterdessen im „Steiglehof“, wo er den Ausgang der Wahl aus der Ferne verfolgte.

„Ich habe alles erreicht, was ich wollte: Die Horber sind wachgerüttelt“, sagte Thomas Bauer, der mit Freunden und Anhängern eine kleine Wahlparty im Steiglehof feierte. Dass er aus dem Stand und ohne kommunalpolitische Erfahrungen fast 22 Prozent der Stimmen holte, macht ihn doch ein wenig stolz. Genauso wie die Ergebnisse in Rexingen und Mühlen, wo er mehr als 30 Prozent auf sich vereinen konnte. Die geringe Wahlbeteiligung erschreckt ihn dafür ein wenig. Da hätte er sich mehr erhofft. Obwohl er durch seine Kandidatur eigentlich erst eine richtige Wahl möglich gemacht habe. Zwischendurch klingelte sein Handy: „Danke für den Anruf. Ich habe die Silbermedaille errungen“, sagte er, „aber dafür verdiene ich jetzt das Doppelte und schaffe die Hälfte“, flachste er weiter.

Ins MGG wollte Bauer nicht kommen, er wird bei nächster Gelegenheit aber Peter Rosenberger zu seinem Erfolg gratulieren. In Richtung Rosenberger sagte er noch: „Ich hoffe, er löst seine Wahlversprechen ein. Wir werden es ja in den kommenden zwei bis drei Jahren sehen, was los ist im Städtle.“

Walz hatte auf 15 Prozent gehofft

„Ich habe vielleicht mehr erwartet, aber es ist okay“, sagte Hermann Walz über sein Ergebnis. Erhofft hat er sich um die 15 Prozent. In Talheim hat er mit über 22 Prozent erwartungsgemäß gut abgeschnitten. Aber Walz nimmt es auch sportlich: „Die Wahl ist jetzt entschieden, Rosenberger hat es geschafft.“ Bereut hat er seine Kandidatur nicht: „Ich bin während des Wahlkampfs mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. Viele haben es begrüßt, dass ich mich aufgestellt habe.“ Im MGG gratulierte ihm eine Frau und tröstete ihn lachend: „Wenigstens bekommen die Horber jetzt wieder ihre Päckchen.“ Das entlockte Walz ebenfalls ein Grinsen.

Gestern Abend schaute Walz noch spontan bei der Wahlparty von Thomas Bauer im Steiglehof vorbei. Die beiden Unterlegenen schüttelten sich die Hände. Und nahmen es mit Humor: „Es war schon ein knappes Ergebnis“, meinte Bauer. Alle lachten. „Passt schon“, sagte Walz. Aber in der Runde schwang die Anerkennung mit, dass die beiden den Amtsinhaber schon ein wenig ins Schwitzen brachten.

Peter Rosenberger blickte derweil gleich nach vorne. Er wolle die Themen, der er schon immer habe, ausbauen und weiterentwickeln. In einem ersten Statement nannte er die vier Schwerpunkte ÖPNV, Radwege, Wohnraum und Instandhaltung allgemein – „und wenn das alles geschafft ist, dann gehen wir das Freibad an.“

Über die Zukunft haben sich Bauer und Walz auch ihre Gedanken gemacht. Bauer will auf jeden Fall einen Freibad-Förderverein gründen und überlegt, bei den kommenden Kommunalwahlen für den Gemeinderat zu kandidieren. Walz gibt eine sibyllinische Antwort: „In acht Jahren werde ich nicht wieder als Oberbürgermeister kandidieren. Aber vielleicht wird der Posten ja schon früher wieder ausgeschrieben…“

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16.07.2017, 22:00 Uhr

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