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"Es war ein Schock"
Stefanie Stappenbeck folgt auf Maja Maranow. Foto: ZDF
Tod von Kollegin trifft Stefanie Stappenbeck - Neue Rolle in ZDF-Krimi

"Es war ein Schock"

Nach dem plötzlichen Tod von Maja Maranow geht es in "Ein starkes Team" mit einer neuen Ermittlerin weiter: Stefanie Stappenbeck tritt heute ihren Dienst als Kommissarin an. Keine leichte Aufgabe.

12.03.2016
  • von CORNELIA WYSTRICHOWSKI

Berlin. Der Tod von Maja Maranow Anfang Januar sorgte für große Bestürzung: Nur wenige hatten von der Krebserkrankung der 54-Jährigen gewusst, die mit der Reihe "Ein starkes Team" bekannt geworden war. Ihre Nachfolgerin in dem 1994 gestarteten Krimiklassiker ist Stefanie Stappenbeck: In der Folge "Knastelse" (heute, 20.15 Uhr) ermittelt die 41-Jährige zum ersten Mal als Kommissarin Linett Wachow an der Seite von Florian Martens alias Kommissar Otto Garber.

Wussten Sie von der Erkrankung Ihrer Vorgängerin Maja Maranow, als Sie die Rolle annahmen?

STEFANIE STAPPENBECK: Nein. Maja Maranow hat ihre Krankheit ganz diskret behandelt, was ich auch sehr gut verstehen kann. Unser ganzes Team dachte, dass sie sich nach 20 Jahren schauspielerisch zu neuen Ufern begeben wollte und deshalb die Rolle in "Ein starkes Team" aufgab. Als ich die Nachricht bekam, dass sie nicht mehr lebt, war ich völlig geschockt.

Während der Dreharbeiten zu Ihrem ersten Einsatz hatte sich Frau Maranow ja noch mit einem besonderen Gruß bei Ihnen gemeldet . . .

STAPPENBECK: Es gibt eine Tradition beim Film: Wenn eine Klappe fällt, auf der alle Zahlen gleich sind - etwa zweite Szene, zweite Einstellung, zweiter Take - dann schmeißt jemand eine Runde. Früher war das ein Schnaps, heute nicht mehr. Maja Maranow hat von Hamburg aus, wo sie damals war, Berliner Currywurst für alle ans Set geschickt. Das war wirklich lieb von ihr. Es wurde ein wunderschöner Abend. Wir saßen zusammen, aßen Currywurst und Pommes und sprachen darüber, wie sehr sie am Set fehlt.

In der Auftaktfolge wird die von Ihnen gespielte Ermittlerin von Kommissar Garber sehr kühl begrüßt. Wie war das in der Realität?

STAPPENBECK: Zum Glück ganz anders. Ich kenne Florian schon lange und habe ihn von Herzen gerne. Wir haben vor Jahren mal zusammen gedreht und hatten nach der Wende in Berlin am Hackeschen Markt die gleichen Stammkneipen. Wir sind beide alte Ossis und haben so eine bestimmte Verbundenheit, die man wohl hat, wenn man aus der gleichen Ecke kommt.

Sie sind in Ost-Berlin aufgewachsen. Wie empfinden Sie die aktuelle Entwicklung der Stadt?

STAPPENBECK: Berlin wandelt sich ständig. Natürlich gibt es Ecken, wo alles plattgemacht wird. Am Potsdamer Platz steht kein Baum mehr, es ist alles nur noch Stein und Hochhaus, total glattgebügelt - das gefällt mir nicht so gut. Aber als ich vor 17 Jahren in meinen Kiez in Prenzlauer Berg gezogen bin, war da noch überhaupt nichts, und jetzt ist es total multikulti, ein schöner Bezirk um dort zu leben. Wenn Berlin es vielleicht irgendwann noch hinkriegt mit dem Flughafen, haben wir echt eine tolle, internationale Großstadt. Ich bin sehr stolz, Berlinerin zu sein.

Im Til-Schweiger- "Tatort" spielten Sie die Ex von Nick Tschiller, jetzt ist Ihre Figur den Filmtod gestorben. War das für ihre neue Rolle nötig?

STAPPENBECK: Nein, gar nicht. Mit dem Ausstieg wollte man Til Schweigers Figur einen Ansporn für seinen Rachetrip geben, und man wollte einen großen Knalleffekt setzen. Es ist ja selten, dass man im deutschen Fernsehen jemanden aus dem Hauptcast sterben lässt. Normalerweise überleben alle und der Zuschauer kann beruhigt sein.

War es nicht ärgerlich für Sie, aus diesem vielbeachteten "Tatort" rausgeschrieben zu werden?

STAPPENBECK: Überhaupt nicht. Ich habe es zwar geliebt, bei Schweiger mitzuspielen. Aber alles was gut für einen Film ist, ist auch gut für mich - wenn dazu gehört, dass ich in der Rolle sterbe, ist das okay.

Jetzt sind Sie selber Kommissarin. Haben Sie eine Lieblingsermittlerin? STAPPENBECK: Ich fand Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal schon immer besonders. Aber eigentlich mag ich alle Ermittlerinnen. Ich bin verliebt in Eva Mattes, und ich finde die Figur super, die Maria Furtwängler im "Tatort" erfunden hat. Ich mag Meret Becker im Berliner "Tatort", aber auch Maria Simon, Anneke Kim Sarnau, Jasmin Tabatabai - ich liebe einfach Frauen als Kommissarinnen.

Folkerts hat als burschikose Kommissarin Lena Odenthal vor Jahren den Weg für Ermittlerinnen im TV-Krimi geebnet. Spielt das Thema Emanzipation da heute noch eine Rolle?

STAPPENBECK: Ich weiß nicht, ob das jemand mal gezählt hat, aber ich habe das Gefühl, dass das Verhältnis zwischen Männern und Frauen im Fernsehkrimi heute 50 zu 50 ist. Ich finde es bei meiner Figur sogar ganz besonders toll, dass sie so uncool ist. Sie hat nicht vom ersten Tag an coole Sprüche auf der Lippe, kann nicht mit allen Situationen perfekt umgehen, muss erst noch Souveränität dazugewinnen.

Florian Martens hat als Ermittler Otto das Etikett als "Dosenbierbulle". Welches wünschen Sie sich?

STAPPENBECK: Hm - wünscht sich überhaupt jemand ein Etikett? Aber wenn überhaupt, dann vielleicht: Die Unberechenbare.

Info "Ein starkes Team - Knastelse", heute, 20.15 Uhr, ZDF

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12.03.2016, 08:30 Uhr

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