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Fasnet

„Etwas ganz Unverbrauchtes“

Das Rektoren-Duo Sabine und Götz Peter ist das neue Grafenpaar. Der Eröffnungsball steht unter dem Märchen-Motto „Es war einmal in Horb“.

13.11.2017
  • Willy Bernhardt

Die Spannung war förmlich zu greifen, als Hofmarschall Thomas Kreidler den Einmarsch des neuen Grafenpaares im rappelvollen Steinhaus im Rahmen der Fasnets-Eröffnung am Samstagabend ankündigte. Exakt um 21.45 Uhr betraten sie den großen Saal, im Gefolge ihre beiden Pagen Emilie Fröhlich und Leonie Zippel, beide Kinder aus bekannten Horber Fasnets-Familien. Die Schulleiterin der Horber Gutermann-Grundschule, Sabine Peter, und ihr Mann, der Rektor der Horber Gemeinschaftsschule, Götz Peter, führen die Horber Narrenschar als Gräfin Ita von Toggenburg und Graf Rudolf von Hohenberg durch die nahende Fasnet 2018.

Keine Frage, Narrenzunft-Chef Eckard Bukenberger und Hofmarschall Thomas Kreidler war mit der Verpflichtung der beiden Altheim ein echter Coup im ansonsten doch sehr zur Schwatzhaftigkeit neigenden Horb gelungen. Bis zuletzt schafften sie es, diese sensible Personalie geheim zu halten. Die neue Gräfin und ihren Grafen bezeichnete der Hofmarschall dabei bemerkenswerterweise als „etwas ganz Unverbrauchtes“.

Doch bevor es soweit war, war auf der Steinhaus-Bühne für reichlich Abwechslung gesorgt, wobei vor allem eines deutlich wurde: Die Horber Narrenzunft setzt dabei in zunehmenden Maße auf ihre eigene Jugend. Und diese wagte sich sogar gruppenübergreifend vors närrische Volk. Im ersten Sketch „Im Kino“ gab es eine personelle Jumelage aus Mitgliedern der Hexen- und der „Stoibrecher“-Gruppe. Diese verstand es trefflich, das Publikum auch ohne Worte zum Lachen zu bringen. Da ein Küsschen von Nebenmann zu Nebenfrau, wobei auch „Choncita Wurst“ - wie es sich gehört – nicht außen vor gelassen wurde. Es wurde fleißig Popcorn geknabbert und auch ein Bierchen im Kino gezischt. Klar, dass zwischen der „Vorstellung“ auch plötzlich ein Handy klingelte. Die Horber Jung-Narren deuteten dabei ihr komödiantisches Potenzial deutlich an, das in ihnen steckt.

Schlag auf Schlag ging es auf der Bühne weiter, wobei der eigentlich erhoffte Auftritt von OB Peter Rosenberger als Sänger in diesem Jahre ausfiel. Das Stadtoberhaupt wurde durch Bürgermeister Ralph Zimmermann vertreten, der mit seiner Frau Susanne – erstmals bei der Fasnets-Eröffnung dabei war.

Mit gewohnt kesser Berliner Schnauze kündigte Moderatorin Manuela Müller-Ferl aus Ahldorf dann den Comedy-Auftritt zum Thema „Musik ist Trumpf“ an, bei dem im Rahmen einer „musikalischen Zeitreise“ die OB-Wahl vom letzten Juli im Fokus stand. Und die „Turmschurken“, die während der kommenden Fasnet ihren 30. Geburtstag feiern werden, hatten sich dabei etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Per den drei Kandidaten zugeordneten Portrait-Fotos stellten sich die Kandidaten Hermann Walz, Peter Rosenberger und Thomas Bauer nochmals dem Wahlvolk. Und wie. Die Walz-Präsentation wurde durch fesche Marschmusik untermalt, bei Amtsinhaber Peter Rosenberger war unüberhörbar Mallorca-Sound vernehmbar und beim Dritten im Bunde, Thomas Bauer, drang psychedelische Musik in die Ohren der gespannt lauschenden Narrenschar. Und um Bauers Konterfei kreiste schließlich auch noch ein fulminanter Joint. Am Ende ihrer Performance fanden die drei Kandidaten dann doch noch zu einer gemeinsamen musikalischen Formel. Beim „Highway to Hell“ von AC/DC tobte die Menge.

Im dritten und letzten Programmbeitrag brillierten die sattsam bekannten Horber Fasnets-Heroen Alexander Guth (Prinzessin „Angelika“), Stefan Fox als „Froschkönig“ und Ralf Brakopp als „König“. Dass der „Froschkönig“ dabei als überaus wollüstig in Erscheinung trat, erregte die Narrenschar sichtlich. Eine gute Gelegenheit für Alexander „Locke“ Guth, am Ende ihrer vielbeklatschten Darbietung auf den Eröffnungsball am 20. Januar 2018 in der Hohenberghalle hinzuweisen, der unter dem Motto „Es war einmal in Horb - Mehr Märchen geht nicht“ steht.

Das Schlusswort freilich gebührte Hofmarschall Thomas Kreidler, der hinsichtlich des neuen Grafenpaares knitz vermerkte, dass damit auch „die Integration von Reigschmeckten“ gelungen sei. Dieses hatte zuvor in launigen Worten kundgetan, dass es für die anstehende Fasnetssaison wohl schon jetzt bestens gerüstet ist.

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13.11.2017, 01:00 Uhr

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