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Drama von und mit Denzel Washington als Familienvater, der in den 1950-er Jahren mit dem Rassismus und verpassten Chancen hadert.

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11.02.2017
  • Dorothee Hermann

Der Afroamerikaner Troy Maxson (Denzel Washington, auch Regie) ist Müllmann im Amerika der fünfziger Jahre. Bei der Arbeit und zuhause führt er das große Wort. Arbeitskollege Bono (Stephen Henderson), der aussieht, als müsste er schon längst in Rente sein, stattdessen aber immer noch Müllsäcke schleppt, hört den mit viel Brimborium vorgetragenen Geschichten weiterhin gerne zu.

Bei Troys eigener Familie hat sich ein gewisser Überdruss gegenüber den Dampfplaudereien des großspurigen Vaters eingestellt. Sie halten ihm vor, dass er sich aus eigener Kraft nicht einmal das kleine Haus hätte leisten können. Es wurde mit der staatlichen Entschädigungszahlung an Troys Bruder Gabe (Mykelti Williamson) erworben, dem im Zweiten Weltkrieg ein Teil des Kopfes weggeschossen wurde, was eine bleibende Behinderung zur Folge hatte.

Nicht recht einsichtig wird, wieso der Film sich wie die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Bühnenvorlage von August Wilson so stark an die Einheit des Orts hält, den ärmlichen Hinterhof der afroamerikanischen Familie. Und wieso er den übrigen Figuren nicht mehr Platz einräumt, allen voran der großartigen Viola Davis als Ehefrau Rose, die seit Jahrzehnten die Familie zusammenhält. Sie führt mit Bravour vor, wie Schauspielkunst ohne Getöse aussieht.

Eindrucksvoll ist auch der 17-jährige Sohn Cory (Jovan Adepo), dem der Vater aus nicht ganz durchsichtigen Gründen den Weg in ein College-Football-Team vermasselt, als wolle er den Sohn stellvertretend für die weiße Mehrheitsgesellschaft kleinhalten. Der ältere Sohn Lyons (Russell Hornsby) ist ein begabter Jazzmusiker, hat aber leider kein Geld. Der Vater nimmt das zum Anlass, ihn jedes Mal vorzuführen, wenn er einen kleinen Betrag borgen möchte.

Den Söhnen gegenüber ist Troy ein knallautoritärer Patriarch, wobei durchschimmert, dass ihn der harte Überlebenskampf zu dem gemacht hat, was er ist. Zugleich ist er zerfressen von einem tiefsitzenden Minderwertigkeitsgefühl, das sich auch aus durch eigene Schuld verpassten Chancen speist.

Familiendrama aus dem rassistischen Amerika der fünfziger Jahre, aber Denzel Washington redet einfach zuviel.

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11.02.2017, 02:11 Uhr

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20.02.2017

12:24 Uhr

Der Frauenversteher schrieb:

I like that comment "Denzel Washington redet einfach zu viel"! Das bringt das Problem mit diesem Schauspieler auf einen Punkt. Die Filme, die er macht, hören sich spannend an, sind aber stinklangweilig und viel zu lang und außerdem redet der Denzel die ganze Zeit. Ich habe den Film gesehen mit dem Zug, der sich selbstständig macht (gähnend langweilig), mit dem Piloten, der alkoholisiert fliegt (nach dem Film haben wir uns dumm angeschaut und uns gefragt, wer die blöde Idee hatte, in diesen Film zu gehen). Diesen Film werde ich mir NICHT anschauen, der wirkt schon so holzschnitzartig, dass mir der TRailer reicht. Außerdem finde ich blöd, dass Denzel Washington als privelegierter Mensch das Rassissmusproblem immer unter den Teppich kehrt, nach dem Motto: Leute werden immer und überall benachteiligt, da braucht sich keiner so anzustellen.