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Kleine Hoffnung für Syrien

Feuerpause in einer Woche - Assad will aber das ganze Land zurückerobern

Der leisen Hoffnung von München folgt schnell Ernüchterung: Vor einer angekündigten Feuerpause sprechen in Syrien erst einmal die Waffen.

13.02.2016
  • DPA/AFP

München/Aleppo. Die Münchner Einigung auf eine baldige Waffenruhe in Syrien ist noch am Freitag von schweren Kämpfen überschattet worden. Bei einem russischen Luftangriff im Zentrum Syriens kamen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 16 Zivilisten ums Leben. Das Magazin berief sich auf eine Auswertung von Videoaufnahmen aus der Region durch russische Internetaktivisten.

Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie Iran, die Türkei und Saudi-Arabien hatten sich in der Nacht zu Freitag in München auf das Ziel einer Feuerpause in Syrien geeinigt. Binnen einer Woche sollen demnach die Waffen schweigen. Die Milizen Islamischer Staat und Al-Nusra-Front sollen jedoch weiter bekämpft werden können. Zudem einigte sich die Münchner Konferenz darauf, dass schnell humanitäre Hilfe in belagerte Orte gelangen soll. In Genf wurde eine Task Force für humanitäre Hilfe zusammengerufen, die sich um die Hilfsoperationen für die notleidende Bevölkerung kümmern soll. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht in der Verständigung von München einen "Funken Hoffnung". Aber: "Die angekündigte Waffenruhe muss sich in den Straßen von Aleppo erfüllen. Denn wer wirklich Frieden will, der muss nicht wochenlang warten", sagte die Ministerin in ihrer Rede zur Eröffnung der Münchner Sicherheitskonferenz. Hier soll es auch um die Bemühungen um ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien gehen.

Deutschland und Großbritannien appellierten an Russland, die Zeit bis zu einer Waffenruhe nicht für Angriffe auf gemäßigte Gegner des Assad-Regimes zu nutzen. Nach einem Bericht des "Spiegel" sind in der an die Türkei grenzenden Provinz Latakia auch russische Bodentruppen im Einsatz.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad setzt unterdessen auf eine militärische Lösung des Krieges. Er sei zur Rückeroberung ganz Syriens entschlossen, sagte er in einem am Donnerstag geführten Interview mit der Nachrichtenagentur afp. Assad: "Es ist nicht logisch zu sagen, dass es einen Teil unseres Landes gibt, auf den wir verzichten." Gleichzeitig wies er den Bericht einer UN-Kommission über Kriegsverbrechen als unbewiesen zurück. Die Vorwürfe, dass seine Truppen Kriegsverbrechen begangen hätten, seien politisch motiviert.

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13.02.2016, 08:30 Uhr

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