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Heiko Schwabe ist der Koch der Horber Vesperkirche
Heiko Schwabe – hier mit seinen Mitarbeiterinnen Erika Plocher (links) und Doris Gehrke – ist Küchenchef im Altenheim Ita von Toggenburg – und somit auch der Koch der Vesperkirche und Herr über 500 tägliche Essen. Bild: Kuball
Chef über 500 Essen

Heiko Schwabe ist der Koch der Horber Vesperkirche

Zwischen 160 und 200 Essen werden täglich in der Vesperkirche verspeist. Gekocht werden sie im Altenheim Ita von Toggenburg. Dort ist Heiko Schwabe seit März 2015 Küchenchef. Es ist also seine erste Vesperkirche. Er findet sie spannend und bereichernd. Auch wenn dadurch sein Arbeitstag länger und stressiger ist.

29.01.2016
  • von Dagmar Stepper

Es ist kurz vor 10.30 Uhr. Normalerweise würde man vermuten, dass jetzt in der Küche im Altenheim Ita von Toggenburg der Bär steppt. Man erwartet dampfende Kochtöpfe, brutzelnde Pfannen, flitzende Helfer und ein en schwitzender Koch. Aber weit gefehlt. Lässig steht der hochgewachsene Heiko Schwabe (35) in einer blitzblank aufgeräumten Küche. Nur ein einziger Topf brodelt noch langsam vor sich hin. „Da hätten Sie heute Morgen um 6 Uhr kommen müssen“, antwortet er lachend auf die fragenden Blicke. Zwischen 6 und 9 Uhr spielt sich das große Kochgeschehen hier ab. Mit der Vesperkirche beginnt sein Arbeitstag nun bereits um 5 Uhr. Spätestens um 11 Uhr müssen die rund 500 Essen raus sein, damit sie pünktlich zur Mittagszeit auf den Tischen stehen.

„Das Kochen hier ist anders als in der Gastronomie“, erzählt Schwabe. In einer Großküche wie die des Altenheims gehen mehrere dutzend Portionen des selben Essens über den Tisch. 14 Tage im voraus macht er die Speisepläne. Gestern gab es beispielsweise Kässpätzle, Gemüselasagne, Gulasch mit mediterranen Knoblauchkartoffeln und Spagetti Carbonara. „Wir sind ambitioniert“, sagt Schwabe. Die Gerichte werden in große Wärmebehälter verpackt und gehen zum Teil auf die Reise. Neben den beiden Altenheimen Ita von Toggenburg und Bischof Sproll werden auch die Roßberg- und Pestalozzischule sowie zwei Kindergärten beliefert.

Und nun kommt für zwei Wochen zusätzlich die Vesperkirche hinzu. Für den gebürtigen Rottweiler ist sie die erste. Seit März vergangenen Jahres arbeitet er hier in der Großküche. Die Vesperkirche ist für ihn eine Bereicherung – auch wenn es für ihn und seine Mitarbeiterinnen mehr Aufwand bedeutet. Zwischen 160 und 200 Essen werden täglich im Steinhaus verspeist. Ohne sind es im Schnitt 350. Also kommt Schwabe derzeit täglich auf 500 bis 550 Portionen.

Doch der 35-Jährige steht für die Vesperkirche nicht nur in der Küche, sondern er weist auch die Helfer jeden Morgen ein. Er zeigt, wie groß die Portionen sein sollen, was man bei der Essensausgabe beachten sollte. Und ganz wichtig: die Kommunikation. „Ich sage immer, gebt rechtzeitig Bescheid, wenn ein Gericht ausgeht“, erzählt Schwabe. Denn dann kann er noch improvisieren, ein anderes Essen herzaubern. Doch wenn schon alles aus ist, ist es auch für ihn schwierig. Aber irgendwie schafft er es immer: „Bei uns ist noch keiner hungrig rausgegangen. Im Notfall gibt es halt Nudeln mit Soße.“

Koch war schon immer sein Traumberuf. Mehrere Jahre hat er in der Gastronomie gearbeitet. „Das hat seine Reize“, sagt er. Doch die Arbeitszeiten sind weniger optimal. In der Küche des Altenheims geht seine Schicht von 6 bis 15 Uhr. Da bleibt mehr Zeit für seine Hobbies: Sport und Motorradfahren. „Das brauche ich als Ausgleich“, erzählt er. Daheim steht er übrigens meist nur an den Wochenenden am Herd. Ansonsten kocht seine Freundin. Bei seinen Lieblingsessen ist der Namen Programm: Schwabe liebt schwäbisches Essen wie Wurstsalat oder Linsen mit Spätzle. „Aber es darf ruhig auch mal ein leckeres Rinderfilet sein“, sagt er und lächelt.

Info: Am heutigen Freitag öffnet die Vesperkirche von 11 bis 14 Uhr für dieses Jahr letzmals die Türen.

Küche bleibt für ein Jahr kalt

Die Umbauarbeitenam Altenheim Ita von Toggenburg sind in vollem Gange. Im kommenden Jahr ist davon auch die Küche betroffen. So soll im Januar auch wieder die Vesperkirche bekocht werden, anschließend wird die Küche im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen umgebaut und bleibt voraussichtlich für ein Jahr geschlossen. Küchenchef Heiko Schwabe freut sich schon auf die Zeit danach: „Dann haben wir eine Küche aus dem 21. Jahrhundert.“

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29.01.2016, 01:00 Uhr

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