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Hotel Deutschland 2

Hotel Deutschland 2

Der Tübinger Filmemacher Stefan Paul besichtigt nach 20 Jahren noch einmal die ostdeutsche (Sub-)Kultur.

Deutschland

Regie: Stefan Paul
Mit: Wolfgang Krause Zwieback, Erwin Stache, Wolfgang Kohlhaase, Neo Rauch

- ab 0 Jahren

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23.01.2012
  • Dorothee Hermann

Das Dazwischen ist ein tückischer Ort, an dem mobile Radarfallen an der Autobahn lauern. So erlebt es der Kinobetreiber und Filmemacher Stefan Paul, der seit der Wende eine Doppelexistenz zwischen Tübingen und seiner Geburtsstadt Leipzig führt. Dort drehte er 1991 „Hotel Deutschland“, eine dokumentarische Bestandsaufnahme der künstlerischen Aufbruchsstimmung nach dem Mauerfall. Am Dienstagabend präsentierte Paul seine nach 20 Jahren erneuerte Spurensuche „Hotel Deutschland 2“ vor 100 Zuschauern im LTT-Saal.

Die Vorführung im Theater war vielleicht eine Hommage an das LTT-Urgestein Heiner Kondschak. Er zierte die Filmpremiere live mit Uschi Berberich (Gesang) und Tini Stiefelmayer (Geige) von der Randgruppencombo. Als musikalische West-Erben des DDR-Baggerfahrers und Liedermachers Gerhard Gundermann lieferten sie den Soundtrack des Films. Laut Stefan Paul ist eher als das Kino inzwischen das Theater ein „Ort des Wahnsinns und der Experimente“.

Gemeinsam mit dem Leipziger Allroundkünstler Wolfgang Krause Zwieback übernimmt Paul im Film die Rolle des Erzählers, sodass eine Ost- und eine West-Stimme zu hören sind. Krause Zwieback, der bereits in der ersten Folge dem Zuschauer den Osten erklärt, war ebenfalls bei der Tübinger Präsentation dabei. Im Film schießt er mitunter wie ein Kugelblitz durch die Pampa. Man sieht ihn auf einem dicken gelben Rohr sitzen, durch das Wasser für die riesigen Seen fließt, die aus den ehemaligen Tagebau-Gebieten ein Freizeitparadies machen sollen. „Aber es gibt ja schon die Parks in der Stadt, und die Parkhäuser“, sinniert da Krause Zwieback.

Vor allem für Nicht-Leipziger wäre es durchaus interessant gewesen, wenn die Kamera etwas länger auf Gebäuden und Straßenzügen verweilt hätte. Paul holte bekannte Künstler wie Neo Rauch oder Johannes Heisig vor die Kamera. Statt der Köpfe der Künstler hätte man gern mehr von deren Bildern gesehen. Rauch ist zwar offensichtlich fotogen, aber ein eher zögerlicher Redner. Am lebendigsten wirkt der Drehbuchautor und Regisseur Wolfgang Kohlhaase, der für die Ostberliner DEFA „Berlin – Ecke Schönhauser“ drehte. Denn der Film greift auch nach Berlin und Dresden aus.

Gewöhnliche DDR-Bürger/innen erscheinen in „Hotel Deutschland 2“ leider nur in Massenaufnahmen aus dem Archiv, beispielsweise von den Leipziger Montags-Demos. Dafür darf der alte Ulbricht mal kurz winken.

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23.01.2012, 12:00 Uhr | geändert: 21.03.2012, 12:00 Uhr

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