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Altkleider an die richtige Adresse

Illegale Sammler machen karitativen Organisationen das Leben schwer

750 000 Tonnen Textilien spenden die Deutschen jedes Jahr. Doch illegale Sammler schaden den karitativen Organisationen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema.

15.10.2012
  • von AFP

Wie erkenne ich legale Altkleidercontainer? Die legalen Container sind laut dem Dachverband der gemeinnützigen und kirchennahen Kleidersammler, FairWertung, immer mit der vollständigen Adresse und Telefonnummer der sammelnden Organisation beschriftet. Zusätzlich klebt auf ihnen das FairWertung-Siegel. Es soll garantieren, dass die Altkleider Bedürftigen zukommen oder aus ihrem Verkauf soziale Projekte finanziert werden. Fehlen die Angaben, ist der Container zumindest verdächtig. Solche Behälter stehen oft an Bushaltestellen und Straßeneinmündungen oder auf unbebauten Grundstücken, manchmal auch direkt neben einem legalen Container.

Worauf sollte ich bei Sammlungen auf der Straße und an der Haustür achten? Emotionale Werbesprüche wie "Hilfe für Flutopfer" oder "Helfen Sie, damit wir helfen können" sollten Spender misstrauisch machen. Auch wenn auf Sammelzetteln nur eine Handynummer steht und keine oder nur eine Adresse, die weit entfernt ist, sind Zweifel angebracht. Einige illegale Sammler nutzen demnach auch Symbole wie Kirche, Kreuz und Weltkugel, um Vertrauen zu wecken.

Wie kann ich mich gegen illegale Sammlungen wehren? Ob der Verein, der angeblich für einen guten Zweck sammelt, überhaupt existiert, lässt sich übers Internet prüfen. Jedes Bundesland hat ein elektronisches Vereinsregister, das teilweise frei zugänglich ist. Auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen erteilt Auskunft über Vereine. Jeder kann das Ordnungsamt informieren, wenn plötzlich einfach ein Wäschekorb oder ein Sammeleimer vor der Haustüre steht. Laut FairWertung steckt hinter diesen Aktionen meistens keine gemeinnützige Organisation.

Welche Kleidung gehört in die Sammlung? Nur saubere und gut erhaltene Kleidung gehört in die Sammlung. Zwar können auch kaputte Kleidungsstücke verwertet werden, erklärt Andreas Voget vom Verband FairWertung - etwa, wenn sie als Putzlappen recycelt werden. Aber das rechne sich meistens nicht: "Wenn die Klamotten erst aussortiert werden müssen und dann trotzdem auf dem Müll landen, verschlechtert sich nur die Umweltbilanz." Ansonsten gebe es aber keine Einschränkungen. Hüte, Decken, Baby-Kleidung, Bettwäsche, Gardinen, Tischdecken und Plüschtiere könnten alle in den Sammelbehälter. Schuhe müssen paarweise zusammengebunden werden.

Was passiert mit meiner Spende? Auch gemeinnützige Organisationen verkaufen etwa 95 Prozent der Spenden weiter. Anders als gewerbliche Sammler verwenden sie das Geld aber, um karitative Aktionen zu finanzieren. Viele Kleider landen dann im Ausland - oft in Afrika. Dort sind sie sehr begehrt, laut FairWertung aber nicht für den Niedergang der dortigen Textilindustrie verantwortlich. Die habe eher unter der Konkurrenz aus Asien und dem Ende der staatlichen Förderung zu leiden.

Illegale Sammler machen karitativen Organisationen das Leben schwer
Für karitative Zwecke: Altkleider-Sammlung der kirchlichen Vereine in Ulm. Foto: Volkmar Könneke/Archiv

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15.10.2012, 12:00 Uhr

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