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Wenn das Popcorn gefriert

Ingo Schulze bei der Premiere des Films über seinen Transeuropalauf

Vor einer Woche war die Kinopremiere in Stuttgart. „I want to run – das härteste Rennen der Welt“ heißt der Streifen. Ein Dokumentarfilm des Regisseurs Achim Michael Hasenberg über den Transeuropalauf 2009, das der Nordstetter Ingo Schulze organisiert hatte, zu dessen Team damals unter anderem auch der frühere SÜDWEST PRESSE-Sportredakteur Jürgen A. Klemenz aus Holzhausen zählte, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war, die Talheimer Karl-Heinz Neff und Robert Schwarz (Buchhaltung, Sponsoring).

31.05.2012

68 Läufer und Läuferinnen aus der ganzen Welt versuchten damals von Bari (Italien) bis zum Nordkap (Norwegen) zu laufen in 64 Tagen

Ingo Schulze schaute sich den Film mit etwa im Stuttgarter Kinosaal „Delphi“ an. Und: „Der Film ist absolute spitze!“, berichtete Schulze. Er habe viele Leute getroffen, „die ich zum Teil kaum wiedererkannt habe, weil das letzte Treffen schon weit zurückliegt. Bei einigen musste ich nachfragen, wer sie nochmals sind!“ So war beispielsweise auch der Dettenhausener Joachim Hauser da gewesen, einer der Läufer und Hauptdarsteller des Films. Ingo Schulze über das Werk: „Nun denn, ein Actionthriller ist es nicht! Nun kommt es aber darauf an: Was versteht der Einzelne unter Action? Blut, explodierende Autos, einstürzende Hochhäuser? Wer das erwartet bleibt lieber draußen!“

Der Dokumentarfilm biete „Action der anderen Art“, wie Schulze sagt. „Schaut man sich den Film an, dann kann es einem zeitweise kalt den Rücken herunterlaufen“, urteilte er, „wie ein Sandsturm die Läufer in Italien zu schaffen macht – wie sie immer mal wieder in engen, ja viel zu engen Turnhallen schlafen.“ Wobei der Lauforganisator dazu anmerkte: „Es gibt nun einmal nicht überall Drei-Feldturnhallen, wie sie von Schulklassen bejubelt wurden.“ Für Schulze „der Knaller“ des Films: Die letzten zwei Tage vor dem Zieleinlauf. „Ich habe in meinem Kinosessel plötzlich gefrorenes Popcorn in der Hand gehabt. So kamen mir die Dinger jedenfalls vor“, berichtete er, „man hörte den Wind. Nein, es war ein Sturm in der Windstärke acht!“ Die erschöpften Läufer liefen in einem Winkel von 45 Grad „und wahrscheinlich darunter“, wie Schulze sagte.

Er jedenfalls brauche weder meuchelnde Mörder noch brennende Autos, die über den Highway rasen – „wenn man so etwas sieht, dann hat man auch Action“, sagte Schulze. Was ihn allerdings auch etwas in Nöte brachte: „Als Veranstalter bekam ich ein schlechtes Gewissen“, berichtete der Nordstetter, „denn was den Leuten dort zugemutet wurde, da kann man so manchen harten Actionfilm wegwerfen! Beim Transeuropalauf gibt es keine Trickaufnahmen, und es wird auf einen Stuntman verzichtet – denn der bringt es nicht!“

Schulze jedenfalls wurde zum Wiederholungstäter – und schaute sich den Film am Sonntag in Berlin im Kino „Babylon-Mitte“ gleich noch mal an. Und stellte sich wie in Stuttgart nach der Aufführung den Fragen der Besuchern: Wie man nur auf so eine Idee komme; wo die Teilnehmer herkommen; ob es vorkomme, dass diese gedopt seien? „Du kannst dich ja eigentlich nur für Kurzzeitbelastungen dopen“, war da Schulzes Antwort, „für den ersten oder zweiten Tag kannst du da was machen – aber dann klappste zusammen!“

Auch hätten viele wissen wollen, wie der Durchschnittsalter der Teilnehmer und Teilnehmerinnen gewesen seien. Ingo Schulze hat diese Zahl im Kopf: Für seinen Transeuropalauf in diesem Jahr ab 19. August liege der Altersdurchschnitt bei 56 Jahren. „Bei den 18 Japanern, die mitlaufen, sogar bei 62 Jahren.“ Was sie da in etwa erwartet, können diese sich ja in den nächsten Tagen und Wochen in diversen Kinos anschauen. In einem Film, der „keine Fortsetzung der Ellbogengesellschaft in der Freizeit“ sei, wie die „Stuttgarter Zeitung“ urteilte, „sondern die Dokumentation einer Glückssuche.“ Tobias Zug

Info Der Film „I want to run“ läuft unter anderem in Stuttgart im „Delphi“ (Tübinger Straße 6) , in Freiburg in der „Harmonie“, ab 3. Juni in Mannheim im „Cinemaxx“. Mehr Informationen im Internet unter www.filmand.de

Ingo Schulze bei der Premiere des Films über seinen Transeuropalauf
„Ich bekam ein schlechtes Gewissen“: Ultralauforganisator Ingo Schulze. Archivbild: kpd

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31.05.2012, 12:00 Uhr

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