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Fliegender Wechsel

KLF-Geschäftsführer Christian Roppelt gekündigt / Peter Mast als Nachfolger eingestellt

Christian Roppelt ist nicht mehr Geschäftsführer der Krankenhäuser im Landkreis Freudenstadt (KLF). Er wurde drei Tage vor Ende der Probezeit entlassen. Die Gründe, sagt Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, seien „privater, nicht fachlicher Natur“. Mehr könne er nicht sagen. Zeitgleich mit der Kündigung wurde ein neuer Geschäftsführer eingestellt: Peter Mast, 51 Jahre alt, aus Tübingen.

30.03.2012
  • von Marike Schneck

Freudenstadt. Kaum war der eine entlassen, da hatte Landrat Rückert auch schon einen neuen Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer aus dem Hut gezaubert: Peter Mast, studierter Diplom-Mathematiker, lange Jahre kaufmännischer Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen und zuletzt Geschäftsführer des privaten Klinikums Pforzheim. „Ein ausgewiesener Experte im Gesundheitswesen, in der Region sehr verwurzelt und mit exzellenten Kontakten zur Uniklinik Tübingen“, lobt Rückert.

Auf Mast ruht nun die Hoffnung, dass in der KLF-Spitze endlich Ruhe einkehrt. Nachdem der langjährige Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Rainer Schmidhuber nach langen Querelen Anfang 2011 entlassen worden war, drohte der nächste GAU. Der vorgesehene Interims-Geschäftsführer wurde kurz vor der Vertragsunterzeichnung von der Polizei abgeholt, die wegen Betrugs ermittelte. Geschäftsführer-Vize Theo Blum führte die Geschäfte bis zum 1. Oktober. Dann trat Christian Roppelt (53) das Amt des Geschäftsführers an, ehe der Aufsichtsrat der KLF am Mittwochabend entschied, sich mit sofortiger Wirkung auch von diesem zu trennen. Das übrigens, weil noch in der Probezeit, ohne Abfindung.

Nun soll Peter Mast „die KLF als kommunales Unternehmen in eine gute Zukunft führen“, sagt Rückert. Der schnelle Wechsel ist gewollt. „Für mich“, so Rückert, „war wichtig, dass es zu keiner weiteren Interimszeit kommt, sondern eine konstante Führung greift.“ Der Aufsichtsrat habe das ebenso gesehen.

Dass Peter Mast so schnell Ja zu der Liaison mit der KLF sagen konnte, hat zweierlei Gründe. Ende des Jahres war er auf eigenen Wunsch aus der Geschäftsführung des Pforzheimer Klinikums ausgeschieden und wollte als zweiter Geschäftsführer an die Kreiskliniken Reutlingen wechseln, um näher bei der Familie zu sein. „Dort war ich auch schon gewählt“, sagt Mast. Den neuen Posten aber hat er dann doch nicht wie vorgesehen am 1. März angetreten. „Ich habe mich aus Gründen, die ich nicht nennen will, anders entschieden.“ Ein „Glücksfall“ für die Kreiskrankenhausgesellschaft, sagt Rückert, „und für das Haus in der jetzigen Situation sehr wichtig.“

Die Situation der KLF, vor allem die finanzielle, sei nicht ganz einfach. 7,5 Millionen Euro, rechnet Rückert vor, müsse der Kreis in diesem Jahr zuschießen. Davon entfielen zwar 5 Millionen Euro auf Baumaßnahmen, aber doch immerhin 2,5 Millionen Euro aufs operative Geschäft. „Es ist deshalb auch die Aufgabe des neuen Geschäftsführers, am variablen Teil des Verlustes zu arbeiten.“

Der Neue will erste Schritte ab Montag gleich angehen und dabei auf den „guten Ideen“ seines Vorgängers Roppelt aufbauen. Zum Beispiel bei der medizinischen Dokumentation, dem so genannten Case-Management. „Wenn man alle Leistungen abrechnet, die man tatsächlich erbracht hat, bringt das schnelles Geld“, sagt Mast. Zudem will er in der Klinik verstärkt medizinische Zentren schaffen, um Spezialisierung zu forcieren. „Leuchttürme bauen“, nennt Mast das. Bauen will er auch weiter am Netzwerk mit anderen Kliniken und dabei besonderes Augenmerk auf die Schiene „Freudenstadt – Horb – Tübingen“ legen.

Auch der Landrat setzt dem neuen Geschäftsführer Schwerpunkte: Ihm, sagt Rückert, sei wichtig, dass der Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten weiter verbessert werde, damit „miteinander, nicht gegeneinander“ gearbeitet werden kann. Mast soll zudem die Bauarbeiten mitsamt neuer inhaltlicher Konzeption des Horber Hospitals intensiv begleiten und wird deshalb gleich am Montag bei einer Sitzung vor Ort dabei sein. Die Operationssäle gehen im Sommer dieses Jahres wieder in Betrieb; der restliche Umbau soll bis Juni 2013 fertig sein.

Auch mit dem Klinikum in Pforzheim will Mast im Gespräch bleiben. Nicht zuletzt hat er dem Umstand, dass die beiden Kliniken im Rahmen eines Bench-Marking vor einigen Jahren ihre Zahlen gegenübergestellt haben, seine Anstellung bei der KLF zu verdanken. Nach der Wahl zum Landrat hatte Rückert Kontakt zu dem dortigen Geschäftsführer gesucht, um sich über den Vergleich zu informieren. „Und gute Leute bleiben einem eben lange im Gedächtnis.“

Damit sich Peter Mast am Montag gleich in die Arbeit stürzen kann, wurde er gestern Mittag bereits dem Führungsteam der KLF vorgestellt. Heute, sagt Landrat Rückert, werden die letzten Formalitäten geregelt.

KLF-Geschäftsführer Christian Roppelt gekündigt / Peter Mast als Nachfolger eingestellt
Peter Mast (links) ist ab dem 1. April Geschäftsführer der Kreiskrankenhäuser. Landrat Dr. Klaus Michael Rückert hat ihn gestern vorgestellt. Bild: ik

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30.03.2012, 12:00 Uhr

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