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Ballettinstitut bald startklar

Leandra Hagendorn erfüllt sich nach intensiven Praxisjahren lang gehegten Traum

Mit vier Jahren hat sie angefangen zu tanzen, mit 13 bereits den ersten internationalen Wettbewerb gewonnen. In wenigen Tagen ist es soweit: Leandra Hagendorn erfüllt sich einen langjährigen Traum und eröffnet in Freudenstadt ihr eigenes Ballettinstitut. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren.

13.08.2011
  • von MONIKA SCHWARZ

Freudenstadt. Liest man ihren beruflichen Werdegang und führt man sich ihre Erfolge vor Augen, dann könnte man meinen, Leandra Hagendorn sei mindestens 40.

Tatsächlich ist die grazile Freudenstädterin aber 27 und deshalb erstaunt es umso mehr, was sie beruflich und in der Ausbildung bereits auf die Beine gestellt hat. Mit vier Jahren startete sie selbst mit dem Ballettunterricht und hat im Laufe der Jahre an beiden damals vorhandenen Ballettschulen in Freudenstadt getanzt. Es folgten zahlreiche nationale und internationale Seminare in Frankreich, Österreich, Italien und England.

Im Alter von 13 gewann Leandra Hagendorn den internationalen „Jugend tanzt“-Wettbewerb in Freiburg. Ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Bühnentänzerin durchlief die begabte Tanzschülerin schließlich an den Staatlichen Ballettakademien in Stuttgart, Leipzig und Amsterdam. Unterrichtet wurde sie dabei auch in den Fächern Jazz, Flamenco, Modern Dance und Choreografie. Tänzerisch wirkte Hagendorn unter anderem am Leipziger Ballett und am niederländischen Nationalballett in Amsterdam bei Aufführungen von Schwanensee oder Dornröschen mit, bevor sie sich sich schließlich entschloss, ein Aufbaustudium an der Hochschule für Musik in Köln im Fach Bühnentanzpädagogik in Angriff zu nehmen.

Nur fünf von zahlreichen Bewerbern wurden damals genommen – Leandra Hagendorn war dabei. Pädagogik, Psychologie, Didaktik, Gesundheitswesen und Tanzwissenschaft waren Fächer, mit denen sie sich intensiv während des Studiums auseinandersetzten musste. Mit Erfolg: Ihr Examen hat sie schließlich mit „summa cum laude“, also mit Auszeichnung, abgeschlossen. Es folgten eigene Lehrveranstaltungen, Kurse und eigene Choreografien – modern und klassisch –, bevor schließlich der erste Lehrauftrag an der Staatlichen Ballettschule in Maastricht lockte.

Seit 2007 bis Juni diesen Jahres war Leandra Hagendorn nun an der staatlich anerkannten Ergänzungsschule „Förderkreis Künstlerischer Tanz“ in Kirchberg tätig und hat dort mehrere begabte Schüler erfolgreich für die Aufnahmeprüfungen an Ballettakademien und für Wettbewerbe vorbereitet. Einer ihrer Schüler wurde sogar für eine Fernsehproduktion ausgewählt („Allein unter Mädchen – Ben will tanzen“, gesendet bei „Kika“). Eine Schülerin wurde zweite bei einem renommierten Ballettwettbewerb.

Aufgrund ihrer umfassenden Ausbildung hat Leandra Hagendorn auch schon Balletttheorie und Tanzgeschichte unterrichtet sowie diverse Fachvorträge gehalten. Sie choreografiert klassische und zeitgenössische Tänze und hat mit einem eher modernen Stück 2011 wiederum einen ersten Platz beim Ballettwettbewerb in Offenburg erzielt.

Um die eigene Unterrichtsqualität zu sichern, nimmt die künftige Ballettschulinhaberin auch weiterhin an Fortbildungsseminaren teil und ist außerdem Mitglied im Berufsverband der Tanzpädagogen. Der reiche Erfahrungsschatz war für sie eine unabdingbare Voraussetzung für den jetzigen Schritt in die Selbständigkeit. „Ich habe mit diesem Gedanken schon lange gespielt, aber man muss da Praxis und Erfahrung mitbringen, sonst geht das nicht“, sagt sie im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE.

Langfristig wäre es sogar ihr Traum, ein Internat für begabte Tanzschüler und -schülerinnen zu gründen. Im Moment ist die Bühnentanzpädagogin aber erst einmal froh, in der Gottlieb-Daimler-Straße 5 in Freudenstadt überhaut geeignete Räumlichkeiten für ihr Ballettinstitut gefunden zu haben.

Die Suche danach erwies sich als nicht ganz einfach. Ein großer Ballettsaal mit Spiegelwand und Schwingboden, ein Aufenthaltsraum, Duschmöglichkeiten und eine kleine Bibliothek samt Büro sind nun auf zwei Stockwerken vorhanden, um Schülern ein möglichst optimales Trainingsumfeld zu bieten. Sogar ein eigener Hausaufgabenraum wurde eingerichtet, damit der tänzerische Nachwuchs notfalls auch gleich nach der Schule kommen kann, um die Zeit bis zum Training zu überbrücken.

Unterrichten möchte Leandra Hagendorn nach der Vaganova-Methode, die zwischenzeitlich an den meisten staatlichen Ausbildungsinstituten praktiziert wird und auf einer logisch aufbauenden Struktur beruht. Willkommen sind Kinder mit und ohne Erfahrung, aber auch Erwachsene, sagt Leandra Hagendorn. Gut 40 Anmeldungen hat sie bereits, der Einstieg ist zu jedem Zeitpunkt möglich und startet mit einer kostenlosen Probestunde. Ende August beteiligt sich Leandra Hagendorn am Kinderferienprogramm der Stadt Freudenstadt. Am 10. September findet die offizielle Eröffnung des Ballett-Instituts statt. Wer Auskünfte und Informationen braucht, kann sich telefonisch unter 0176/39090075 bei Leandra Hagendorn oder per E-Mail unter info@ballett-institut.de melden.

Leandra Hagendorn erfüllt sich nach intensiven Praxisjahren lang gehegten Traum
Ballettschul-Gründerin Leandra Hagendorn in ihrem neuen Ballettraum bei einer (gestellten) Beinhebe- bzw. Bein-ausgestreckt-halte-Figur.Bild:mos

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13.08.2011, 12:00 Uhr

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