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Schulen

Leben und Schule zwischen Konzil und Reformation

Die Jubiläen „600 Jahre Lateinschule, 50 Jahre Albeck-Gymnasium“ werden mit Vorträgen und Musik gefeiert.

11.10.2017
  • Cristina Priotto

Was haben das Konstanzer Konzil, das Albeck-Gymnasium und die Reformation gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig, mögen die meisten meinen. Doch die größte Sulzer Schule spannt den Bogen anlässlich des Doppeljubiläums – 600 Jahre Lateinschule, 50 Jahre Albeck-Gymnasium – bewusst weit. Schüler und Lehrer haben sich während der Projekttage im Juli mit dem Thema „Leben und Schulwesen zwischen Konstanzer Konzil und Reformation“ beschäftigt. „Die Projekte sind gemäß dem Leitthema eingebettet in den Kontext der Zeit zwischen Konstanzer Konzil und Reformation“, erklärt Schulleiterin Katharina Lucke. Das Festprogramm umfasst Vorträge und Konzerte.

Der Grund ist, dass im Jahr 1417 erstmals in einer Urkunde eine Lateinschule in Sulz erwähnt wird, weshalb dieses Jahr 600 Jahre Lateinschule gefeiert werden. 1924 wurde ein Reform-Real-Progymnasium für Jungen aus dem Lyzeum, ab 1954 hieß die Schule „Progymnasium Albeck“, seit 1973 firmiert die größte Sulzer Bildungseinrichtung unter dem Namen Albeck-Gymnasium.

Schulleiterin Katharina Lucke möchte den Horizont von Schülern, Lehrern und Bürgern im Jubiläumsjahr aber über den Sulzer Kirchturm hinauslenken. Deshalb sind die vier Festwochen zum 600-jährigen Bestehen an das ebenfalls 600. Konzilsjubiläum sowie an die Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation geknüpft.

Den Auftakt bildet am Donnerstag, 19. Oktober, um 19 Uhr ein Vortrag mit Werner Mezger. Der Ethnologe spricht in der Aula des Alb- eck-Gymnasiums über „Heimat und Identität im Prozess der Globalisierung“ und geht der Frage nach, inwiefern der Begriff Heimat heute überhaupt noch eine Rolle spielt und möglicherweise Halt und Orientierung für Menschen bietet.

Musikalisch geht es bereits in der Folgewoche am Dienstag, 24. Oktober, mit einem Konzert um 19 Uhr in der evangelischen Stadtkirche weiter: Das „Ensemble des 17. Jahrhunderts“ unter der Leitung des belgischen Tenors Jan van Elsacker spielt Werke aus dem 17. Jahrhundert. Van Elsacker ist Professor am Institut für Alte Musik in Trossingen.

Einen weiteren Vortrag hält am Mittwoch, 8. November, um 19 Uhr Michael Goer in der Aula des Alb-
eck-Gymnasiums. Der ehemalige Landeskonservator für Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg beleuchtet das „Fachwerk im deutschen Südwesten vor 600 Jahren“. Goer spürt der Entwicklung vom spätmittelalterlichen zum neuzeitlichen Fachwerk an Beispielen nach.

Erst ein Vortrag, dann ein Konzert stehen am Montag, 13. November, an: Verena Krebs spricht um 19 Uhr in der Aula der Schule über „Drei Äthiopier am Bodensee und andere Begegnungen zwischen Afrika und Europa im späten Mittelalter“. Die Junior-Professorin und Mediävistin der Universität Bochum greift in dem Vortrag die eher unbekannte Anekdote von der Teilnahme dreier äthiopisch-orthodoxer Mönche als Pilger am Konzil von Konstanz auf – ein seltenes Beispiel interkultureller und interreligiöser Begegnungen zwischen zwei Kontinenten im späten Mittelalter. Die Aufführung des Musicals „Mönsch Martin“ über den Reformator Martin Luther schließt sich um 20 Uhr an.

Den Höhepunkt und zugleich den Abschluss der Jubiläums-Feierlichkeiten bildet der Festakt am Freitag, 17. November, um 11 Uhr in der Aula des Albeck-Gymnasiums. Casimir Bumiller, Historiker und Experte für die Geschichte der Burgruine Albeck, beleuchtet in seinem Festvortrag mit dem Titel „Ein Hauch von Humanismus in Sulz – Wie der Name ‚Albeck‘ vom Himmel fiel“. Bei dieser Gelegenheit werden auch Namenstafeln enthüllt und das neue Logo eingeweiht. In einem Festkonzert musizieren am selben Tag um 17 Uhr die Musik-Arbeitsgemeinschaften des Albeck-Gymnasiums zur Kirchen- und Musikgeschichte in der evangelischen Stadtkirche – womit der Bogen zwischen Konzils- und Schuljubiläen sowie der Reformation, auch durch die Wahl der evangelischen Stadtkirche als Mit-Veranstaltungsort, nachvollziehbar geschlagen ist.

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11.10.2017, 01:00 Uhr

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