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Antike

Noch ein Bethsaida gefunden

Archäologen sind auf Reste des Dorfes gestoßen, aus dem die Stadt Julias wurde. Es ist aber nicht das erste Mal.

12.08.2017
  • KNA

Jerusalem. Archäologische Funde sind in Israel immer für Schlagzeilen gut. Das gilt erst recht, wenn sie sich irgendwie mit König David oder mit den Anfängen des Christentums in Verbindung bringen lassen. So jetzt Bethsaida, nach der Bibel die Heimat der Apostel Petrus, Andreas und Philippus, die Jesus von ihren Fischernetzen weg berief und zu seinen Jüngern machte.

In Bethsaida soll Jesus zudem seine zweite Brotvermehrung vollbracht und einen Blinden geheilt haben. „Archäologen glauben, die verloren gegangene römische Stadt Julias entdeckt zu haben, den Heimatort der drei Apostel“, titelte die israelische Tageszeitung „Haaretz“.

Der israelische Archäologe Mordechai Aviam vom Kinneret College stieß demnach bei Ausgrabungen am Nordufer des See Genezareth, bei el-Aradsch, auf ein römisches Badehaus mit einem Komfort, der auf eine städtische Kultur hindeute. Aviam bringt seine Ausgrabung mit der Schilderung des Schriftstellers Flavius Josephus in Verbindung. Demzufolge baute Philipp Herodes, Sohn des Königs Herodes, das Dorf Bethsaida zur Stadt aus und benannte diese nach Julia Augusta, der Gattin von Augustus.

Die Nachricht von der angeblichen Entdeckung der Stadt Julias fand internationale Resonanz. Allerdings: Das seit der Antike verschollene Bethsaida wurde schon einmal entdeckt. 1987 hatte der Südtiroler Benediktiner-Archäologe Bargil Pixner bei Et-Tell im Bereich des Jordan-Nationalparks, etwa zwei Kilometer nördlich von der jetzigen Fundstelle, ebenfalls eine Grabungsstätte als Bethsaida identifiziert.

Fachleute rätseln

Nach elfjährigen Grabungen wurde die Stätte im März 1998 feierlich eröffnet. Auf einem Schutthügel oberhalb der idyllischen Flachlandschaft am oberen Jordanlauf gaben Archäologen, Kirchenvertreter und Politiker die Stätte des Fischerortes für Besucher frei. Der See Genezareth, der heute zwei Kilometer südlich beginnt, soll damals mit einer Lagune bis zum Fischerort gereicht haben. Entdeckt wurde in den 1980er Jahren ein „Fischerhaus“, in dessen Hof die Archäologen zahlreiches Fischergerät fanden. Nicht weniger eindrucksvoll waren die Reste aus der biblischen Königszeit, eine imposante Zyklopenmauer. Es handele sich um die Hauptstadt des antiken Geschur, betonte damals der US-Archäologe Rami Arav.

Welches nun das echte Bethsaida ist, darüber dürfen Historiker und Archäologen rätseln. Möglicherweise keines von beiden, sagt ein Experte in Jerusalem. Denn in der Region könne man unter fast jedem Hügel antike Überreste finden. kna

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12.08.2017, 06:00 Uhr

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