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T2: Trainspotting

T2: Trainspotting

Regisseur Danny Boyle erzählt, was 20 Jahre später aus den Protagonisten des Drogen-Kultfilms geworden ist.

T2: Trainspotting

Großbritannien 2016

Regie: Danny Boyle
Mit: Ewan McGregor, Jonny Lee Miller, Ewen Bremner

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10.02.2017
  • Klaus-Peter Eichele

Fortsetzungen von Kultfilmen sind immer heikle Angelegenheiten; nicht umsonst werden wir wohl nie erfahren, wie es Rick Blaine und Ilsa Lund nach ihrer Zeit in Casablanca ergangen ist. Regisseur Danny Boyle schien dagegen nach 20 Jahren die Zeit reif, einen zweiten Blick auf die Helden seines Films „Trainspotting“ zu werfen.

Wer es nicht weiß oder vergessen hat: Das stilbildende Original erzählt die nicht immer appetitliche Geschichte von vier jungen Junkies und ihrem Leben zwischen Heroin-Rausch, Party und Beschaffungskriminalität im verratzten Edinburgh der 1990-er Jahre. Highlight war ein Tauchgang ins dreckigste Klo Schottlands. Am Ende prellte Renton (Ewan McGregor) zwei seiner Freunde um die Beute eines gemeinsamen Überfalls.

20 Jahre später kehrt er gesundheitlich angeschlagen nach Edinburgh zurück und läuft unvermeidlich den alten Kumpeln über den Weg. Choleriker Begbie (Robert Carlyle) ist gerade aus dem Knast entwischt und will jetzt seinen kreuzbraven Sohn davon überzeugen, in seine kriminellen Fußstapfen zu treten. Der sanftmütige Spud (Ewen Bremner) hängt nach einer Serie von Nackenschlägen wieder an der Nadel. Der ewig blondierte Simon alias Sick Boy (Jonny Lee Miller) schlägt sich als Kleinganove durch und träumt davon, mit EU-Geldern ein Edelbordell aufzumachen.

Rentons Ankunft setzt eine Dynamik in Gang, bei der er vor allem um die Frage geht, was nachhaltiger ist: die freundschaftlichen Bande aus der Jugendzeit oder die Wut über den Verrat. Inszenatorisch kann Danny Boyle den Schwung des Vorgängerfilms durchaus halten, und die oft augenzwinkernd aufs Original verweisenden visuellen Ideen sind weiterhin superb.

Atmosphärisch regiert dagegen eine Melancholie, die der Ahnung oder Erkenntnis der Protagonisten geschuldet ist, dass die wilden Zeiten unwiederbringlich passé sind und vermutlich nichts Aufregendes mehr vor ihnen liegt. Jüngere Zuschauer mögen sich mit einer Migrantin aus Bulgarien (Anjela Nedyalkova) identifizieren, die den Kampf der älteren Herren gegen den Zahn der Zeit halb anerkennend, halb amüsiert beobachtet.

Kein neuer Kultfilm. Aber amüsant ist die Wiederbegegnung mit den ergrauten (Ex-)Junkies allemal.

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10.02.2017, 11:11 Uhr

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