Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Frühstart in die Allergie-Saison

Übeltäter Haselpolle - Tagebuch kann die Therapie erleichtern

Die Belastung durch Haselpollen ist für die Jahreszeit bundesweit überdurchschnittlich hoch. Warum die Allergie-Saison so früh gestartet ist und was Allergiker tun können, erklärt Dr. Karl-Christian Bergmann.

16.02.2016
  • von TILL ECKERT

Berlin. Betroffene dürften es bereits gemerkt haben: In diesem Jahr läuft die Nase und jucken die Augen früher als gewöhnlich. Der Pollenflug ist gestartet. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) heißt das für rund 13 Millionen Deutsche: Allergiesaison, der Heuschnupfen geht los.

Ein Blick auf den Pollenflug-Gefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes zeigt, dass die Belastung durch Pollen - derzeit die des Haselnussbaums - bundesweit durchschnittlich "mittel bis hoch" ist. Die Birkenpolle, laut der Stiftung Deutscher Polleninformations-Dienst belastungsmäßig auf Platz eins vor den Gräsern, steht gerade in den Startlöchern.

Warum aber fliegen die Pollen schon so früh? "Die Freisetzung hängt immer von meteorologischen Bedingungen ab. Die Kältephase war schnell vorbei", erklärt Dr. Karl-Christian Bergmann, Vorstandsvorsitzender des Polleninformationsdienstes und Leiter der allergologisch-pneumologischen Ambulanz des Allergiezentrums der Berliner Charité-Klinik. So sorgte neben den länger werdenden Tagen Wärme für eine schnelle Weiterentwicklung der Pflanze. Einen Trend zu immer früheren Pollenflugphasen kann Bergmann allerdings nicht bestätigen: "Klar, der Klimawandel ist da. Aber das hängt von zu vielen Faktoren ab und kann man auf lange Sicht einfach nicht genau sagen."

Für eine Hyposensibilisierung sei es für die jetzige Baumpollen-Saison bereits zu spät. Abhilfe schaffen könnten Antihistaminika. Sie hemmen das durch die Pollen im Körper freigesetzte Histamin, das die Allergiesymptome verursacht. Für die Gräsersaison ab April können Allergiker laut Polleninformations-Dienst noch eine Hyposensibilisierung beginnen.

Was aber tun Allergiker, für die eine Hyposensibilisierung oder langwierige Immuntherapie mit Spritzen nicht in Frage kommt?

Informieren "Zunächst sollten sich Allergiker, oder die, die erste Symptome wahrnehmen, informieren, welche Allergie sie überhaupt haben", sagt Bergmann. Dazu bieten sich - alternativ zum Arztbesuch - Angebote des Polleninformationsdienstes, Internet-Adressen wie http://www.pollenflug.de sowie diverse Allergiker-Apps.

Dokumentieren Die Symptome sollten Allergiker genau dokumentieren. Dazu empfehle es sich, ein Tagebuch anzulegen. Bergmann: "Es ist wichtig, genau zu wissen, welche Pollen in welcher Menge einen wie belasten, um diese gezielt umgehen zu können."

Pollen vermeiden "Weiß man, gegen welche Pollen man allergische Reaktionen zeigt, sollte man diese so gut es geht vermeiden", sagt Bergmann. Dies sei zwar schwierig, aber machbar, etwa durch spezielle Vorhänge im Schlafzimmer oder einen Pollenfilter im Auto.

In der Alternativen Medizin gebe es laut Bergmann zwar einige Methoden zur Bekämpfung von Allergie-Symptomen, von denen allerdings keine einen messbaren Erfolg verspreche. "Es gibt die Möglichkeit der Akupunktur, von der einige Patienten überzeugt sind", sagt der Schulmediziner. Die Psyche spiele hier sicher eine Rolle.

Auf "Zaubermittelchen", wie aktuell etwa einen speziellen "Pharaonen"-Honig aus Ägypten, sollten Betroffene nach Meinung des Experten nicht vertrauen: "Wenn jemand denkt, dass einem das helfen kann, der soll es probieren. Wer aber ernsthaft seine Symptome bekämpfen will, der nimmt Medizin."

Info Wer unter Pollenallergie leidet, kann sich die kostenlose App "Pollen" für Android oder iOS aufs Smartphone herunterladen. Eine individuelle Vorhersage berücksichtigt die persönliche Belastung und das Reaktionsmuster der Allergie aufgrund der Einträge ins Pollentagebuch. Damit erhalten Betroffene speziell auf sie zugeschnittene Vorhersagen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

16.02.2016, 07:30 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil


In der aktuellen Ausgabe des Business-Magazins Wirtschaft im Profil : Warum in die Ferne schweifen ... Wirtschaftsfaktor Tourismus Baden-Württemberg
Bildergalerien
Videos
Sie haben Fragen zu unserem neuen Bezahlsystem? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.
Single des Tages
date-click