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Der Kult-Wirt rockt wieder

Uwe Klomfaß startet mit Konzerten im Mühringer „AmErika“ durch

Manches kann man erst würdigen, wenn man’s nicht mehr hat. Monatelang war die Horber Kulturszene um einiges ärmer, weil das Mühringer Café „AmErika“ wegen Krankheit geschlossen hatte. Nun startet Wirt Uwe Klomfaß mit so manchem Live-Konzert erneut voll durch.

13.10.2010
  • Volker Schmid

Mühringen. Tot soll er sein. Krebs hat er. Die Gerüchte-Küche brodelte, als das Café „AmErika“ Ende Februar plötzlich geschlossen war. Doch Totgesagte leben nun mal länger. Und Krebs hat Uwe Klomfaß erst recht nicht. Ernsthafte Probleme mit der Bauchspeicheldrüse setzten den Wirt außer Gefecht und bescherten ihm einen über viermonatigen Klinikaufenthalt.

Und nicht nur in Mühringen machte man sich Sorgen um Klomfaß, auch viele Bands erkundigten sich ständig nach dessen Wohlbefinden. Allen voran die Punk-Urväter „Normahl“: „Die waren um meinen Gesundheitszustand sehr besorgt. Das hat mich schon gefreut“, berichtet Klomfaß. Angesichts des großen Interesses an seiner Gesundheit fragt sich der Wirt: „Ist das eher so ein Krankheits-Bonus? Oder mögen dich doch alle?“

Sieben lange Monate war die Musikkneipe geschlossen. Seit Anfang Oktober ist das Café nun wieder geöffnet und am Freitag startet die Konzert-Saison. Zwar sieht das Programm anders aus, der Wirt will es aber erst einmal ruhiger angehen lassen. Das hat der prominente Mühringer Single nach seiner Heimkehr aus dem Krankenhaus gelernt: „Allein fühlt man sich da schon hilflos. Das war hart.“

Und ganz so belastbar wie vorher ist Klomfaß auch nicht: „Mich schlaucht schon noch alles.“ Trotzdem ist er neben seiner Tätigkeit als Wirt auch wieder in seinen erlernten Beruf als Heilerziehungspfleger eingestiegen: Als Betreuer in Teilzeit im Rottenburger „Freundeskreis Gomaringen“-Wohnheim.

Dass es mit seiner Kneipe weitergehen muss, hat er – als es ihm besser ging – indes bereits im Krankenhaus beschlossen: „Ich dachte mir schnell: So will ich das Café nicht sterben lassen.“ Denn auch wenn so manches Konzert in der Vergangenheit schwächer besucht war, sieht Klomfaß durchaus Bedarf für seine kulturelle Arbeit: „Es ist ja auch mein Ziel, etwas für junge Leute und junge Bands zu bieten“, sagt er.

Auf regionale wie überregionale Nachwuchsbands will er deshalb den Schwerpunkt setzen: „Meine ganzen Idole habe ich ja schon abgegrast“, grinst er und fügt an: „Wolfgang Ambros wäre vielleicht noch ein Traum.“

„Ich möchte die heimische Kultur fördern“, bringt Uwe Klomfaß seine Philosophie auf den Punkt und ergänzt: „Die Liebe zur Musik spielt dabei eine große Rolle. Denn es gäbe bestimmt einfachere Möglichkeiten, meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.“

Am Freitag, 15. Oktober, startet die „AmErika“-Konzertsaison mit den hart rockenden Buben „Rebellious Spirit“ aus Balingen und dem „Mad Seed“-Ableger „Doppelkorn“. Die Freudenstädter Vorzeige-Metaller „Crekko“ um Frontmann Marco Selter geben sich am Freitag, 22. Oktober, die Ehre. Knallharten „Ass-kickin‘ Rock’n’Roll“ mitten unter der Woche kredenzen „Dustsucker“ am Dienstag, 26. Oktober. Alte Bekannte rocken das Café am Samstag, 30. Oktober. Denn dann werden die kultigen Deutsch-Alternative-Rocker „Herr Stilz seine Freunde“ aus Reutlingen gewaltig abräumen. Die Mainzer Jungs von „Wilde Zeiten“ haben selbst schon Punkrock-Geschichte geschrieben und werden am Sonntag, 31. Oktober, zeigen, dass sie sich keinesfalls vor den „Toten Hosen“ verstecken müssen. Am Sonntag, 7. November, zeigt der einstige „Letzte Instanz“-Sänger Sebastian Lohse aus Dresden, dass er auch ein perfekter Liedermacher ist. „Lieder so deutsch wie der wilde Westen“ wird sein Liedermacher-Kollege Holger Saarmann am Samstag, 13. November, servieren, bevor das alljährliche Highlight in der Kult-Kneipe ansteht: Die Punkrock-Helden von „Normahl“ werden das „AmErika“ am Samstag, 27. November, in ein Tollhaus verwandeln. Ein doppelter Hochgenuss sollte indes das Schokoladen-Konzert mit Christina Rommel am Mittwoch, 1. Dezember, werden.

Das Mühringer Café „AmErika“-Programm

Uwe Klomfaß startet mit Konzerten im Mühringer „AmErika“ durch
Uwe Klomfaß hat seit Oktober das Café „AmErika“ wieder geöffnet. Bild: vov

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13.10.2010, 12:00 Uhr

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