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Orgelmusik von sehnsüchtig bis spritzig

Virtuosin Irmtraud Tarr beeindruckte ihr Publikum auf dem Kirchberg mit tänzerischer Leichtigkeit

Ein Erlebnis, das auf der Orgelempore der Johanniskirche begann und mit langanhaltendem Beifall im Kirchenschiff endete: Irmtraud Tarr aus Salzburg hatte zahlreiche Musikfreunde ganz für die Orgel und ihr faszinierendes Spiel begeistert.

16.05.2015
  • petra haubold

Kirchberg. Das Berneuchener Haus Kloster Kirchberg stellte an Christi Himmelfahrt im Rahmen der Vesperkonzerte die vielseitige inspirierende Orgelinterpretin Irmtraud Tarr in einem außergewöhnlichen Konzert unter dem Motto „Der Klang des Kleinods“ vor.

Die in Lörrach geborene und in Salzburg lebende Künstlerin gilt als einfallsreiche und höchst kunstfertige Könnerin auf ihrem Instrument. So war es kein Wunder, dass der Kirchenraum mit Besuchern aus Nah und Fern, darunter auch ein eingefleischtes Auditorium von Orgelmusik-Kennern, beinahe voll besetzt war. Die Konzertorganistin hatte ein feines Programm zusammengestellt.

Zum Auftakt spielte sie die hierzulande ganz unbekannte spanische „Suite Cortesana“, deren sieben Sätze im frühen 17. Jahrhundert entstanden. Die Klangfülle des historischen Instrumentes, gepaart mit der Spielkunst der Organistin, die die melodischen Sätze mit satter und erlesener Festlichkeit, tänzerischer Leichtigkeit und spritzigen Pfeifenklängen ausstaffierte, machte aus dieser anspruchsvollen Komposition ein Hörerlebnis der besonderen Art.

Zur „musikalischen Reise durch Spanien, Italien und die deutschen Lande“ begrüßte zunächst Pfarrer Lothar Müller die vielen Musikfreunde. Vor 28 Jahren habe er die Künstlerin bei einem Interview kennengelernt. Jetzt entdeckte er sie zufällig im Internet, erzählte der Assistent des geistlichen Leiters. Nach zwei barocken „Canzons“ des Italieners Giovanni Paolo Cima ließ Irmtraud Tarr dann die hochvirtuose, groß angelegte „Fantasia und Fuge in a Moll“ von Johann Sebastian Bach in aller Klangpracht erstrahlen. Hier schöpfte die Musikerin schnittig aus dem Vollen und bescheinigte damit dem historischen Instrument große konzertante Qualitäten. Ganz überlegen in der Ausführung hatte die Organistin aber auch den tief religiösen und fordernden Choral „Erbarm dich mein, O Herre Gott“ im Griff. Ein Bach-Klassiker, prächtig jubilierend, sehnsüchtig, fast schon orchestral, mit dem die Künstlerin tröstliche Stimmung in den Kirchenraum zauberte.

Viele im Publikum schlossen ihre Augen

Als eine spannende Rarität, bei der sie einen Klangteppich an Stimmungen und Farben ausbreiten konnte, erwies sich das zunächst gemessen, dann leidenschaftlich gestaltete Allegro aus der „Partido de 6 tonno“ des Spaniers Joseph de Torres y Vergara. Orgeltöne mit eigenwilligen Klangeffekten illustrierten ein Schweben, eine liedhafte Herzlichkeit und ein machtvoll aufrüttelndes Finale.

Die meisten Zuhörer lauschten mit geschlossenen Augen den Klängen und genossen das Spiel sichtlich. Eine Überraschung gab es bei Antonio Carreiras „Con que lalavaré“. Die barocke Musik des Portugiesen erklang hier auf einmal auf der Trompete und entfachte mit majestätischem Glanz den lange aufgestauten Applaus. Erst jetzt konnte das Publikum den Trompetensolisten, nämlich Edvard Tarr, den Ehemann der Interpretin ausmachen. Eine überschäumende Orgelouvertüre von Cosimo Casini ergoss schließlich wahre Tonkaskaden über die Besucher, die sich erwartungsgemäß eine Zugabe wünschten. Mit einer humorvollen, spritzigen Improvisation über Henry Mancinis „Pink Panther“ endete die Konzertstunde, die wohl noch lange bei den Hörern nachklingen wird.

Virtuosin Irmtraud Tarr beeindruckte ihr Publikum auf dem Kirchberg mit tänzerischer Leichtigkeit

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16.05.2015, 12:00 Uhr

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