Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Eine bretonische Liebe

Eine bretonische Liebe

Der Minenentschärfer Erwan lernt seinen biologischen Vater kennen und lieben - doch ebenso dessen besondere Tochter.

Eine bretonische Liebe

Otez-moi d'un doute
Frankreich, Belgien 2017

Regie: Carine Tardieu
Mit: Francois Damien, Cécile de France, Guy Marchand

100 Min.

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating
Film bewerten
rating rating rating rating rating
18.12.2017

Von Dorothee Hermann

Der Minenräumer Erwan (François Damiens) hat etwas Sperriges, Dickschädeliges, das einen erst auf den zweiten Blick erkennen lässt, wie liebenswert er ist. Die Ärztin Anna (Cécile de France) wäre in dieser Hinsicht schneller, aber zwischen sie und Erwan scheint sich eines der letzten Tabus bei der Partnerwahl zu schieben.

Der 45-jährige Witwer lebt mit seiner erwachsenen Tochter Juliette (Alice de Lencquesaing aus „Frantz“) an der bretonischen Küste. Während Erwan der hochschwangeren Juliette auf die Nerven geht, weil sie ihm nicht verraten will, wer der Erzeuger des Babys ist, erfährt er, dass sein eigener Vater Bastien (Guy Marchand) ihn einst nur adoptiert haben kann.

Diese Erkenntnis verschafft wenigstens Juliette ein wenig Ruhe, denn nun ist Erwan vollauf beschäftigt. Er heuert eine Privatdetektivin an, um herauszufinden, wer sein biologischer Erzeuger ist, und wird im Nachbarort fündig, wo der 70-jährige Joseph (André Wilms aus „Le Havre“) mit dem verschmitzten Lächeln lebt.

Die wunderbar leichthändig inszenierte Komödie der französischen Regisseurin Carine Tardieu ist von den Französischen Filmtagen ins Kino gewandert. Sympathisch ist, dass sie ihre Figuren weder überhöht noch lächerlich macht. Erwan, der beruflich Sprengsätze aus Kriegshandlungen entschärft, wird privat immer hilfloser, als in seinem persönlichen Umfeld gewissermaßen eine Bombe nach der anderen platzt. Lustig anzusehen ist auch der Loser Didier (der französische Schauspieler und Sänger Estéban) in einer Nebenrolle, der seinen Part als trübe Tasse genüsslich auskostet. Mit seinen zeitgemäßen, vom starren Vater-Mutter-Kind-Modell abweichenden Familienkonstellationen ist der Film auf jeden Fall weihnachtstauglich.

Führt auf vergnügliche Weise vor, warum Gentests bei der Identitätssuche (und bei der Liebe) nur begrenzt weiterhelfen.

Zum Artikel

Erstellt:
18. Dezember 2017, 19:28 Uhr
Aktualisiert:
18. Dezember 2017, 19:28 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2017, 19:28 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.