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JALLA JALLA
Schweden

Regie: Josef Fares
Mit: Fares Fares,Torkel Petersson

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten
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24.11.2015

Von che

Zuerst waren es die Dänen, die mit ihrer Dogma-Erfindung das Kino revolutionierten (oder gibt es heute noch Filme, die ohne wacklige Handkamera gedreht werden?). In deren Windschatten wollen jetzt auch die übrigen Skandinavier die Kinowelt erobern. Allerdings nicht mit stilistischen Neuerungen, sondern mit bodenständigen, leicht skurrilen, angenehm altmodisch erzählten Geschichten, die sich in jedermanns Nachbarschaft zutragen könnten.

Zum Beispiel Elling: Der norwegische Blockbuster berichtet sanft komödiantisch von zwei psychisch Kranken, die ins kalte Wasser der Normalität geworfen werden. Noch alltäglicher sind die Sorgen von Roro und Måns, den Helden des schwedischen Films "Jalla Jalla". Måns sieht aus heiterem Himmel seine Manneskraft schwinden, während sein Mädchen daheim im Bett auf heißen Kohlen liegt. Etwas komlizierter liegen die Dinge bei Roro. Der Schwede mit libanesischen Wurzeln soll nach Altväter Sitte mit einer ihm unbekannten Araberin verkuppelt werden, was seine langjährige Beziehung ordentlich ins Chaos stürzt. Mehr Handlung ist nicht, aber das reicht locker hin, um den Film als rechtschaffen unterhaltsames Schmunzel-Stück über die Runden zu bringen.

Die Stärken von "Jalla Jalla" liegen im Detail. Da gibt es zum Beispiel ein munteres Episödchen über einen entlaufenen Kampfhund und dessen wutschnaubenden Besitzer, das sich in einer slapstickhaften Massenkeilerei entlädt. Oder reizend klischierte Milieu-Miniaturen aus dem arabischen Großfamilien-Alltag. Oft steuert Regisseur Joseph Fares frontal auf die Klamotte zu, doch vor allem dank seiner Charme sprühenden Hauptdarsteller kriegt er immer rechtzeitig die Kurve zum piekfeinen Humor.

Nichts an "Jalla Jalla" ist neu oder originell, vieles vorhersehbar, Tiefsinn sollte man nicht erwarten. Doch wie das junge Film-Team die olle Kamelle zum erfrischenden Fruchtbonbon veredelt das ist schon eine Kinokarte wert.

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Erstellt:
24. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2009, 12:00 Uhr

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Stan 11.01.200712:00 Uhr

Nach "KOPS" hab ich erst "Jalla Jalla" gesehen, aber es hat sich gelohnt. Mein Humor.