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MICHAEL CLAYTON
USA

Regie: Tony Gilroy
Mit: George Clooney, Tom Wilkinson, Tilda Swinton, Sydney Pollak

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.11.2015

Von che

Contergan lässt grüßen. Mit einer Giftbrühe hat ein Chemiekonzern Hunderte Menschen verseucht. Die Sammelklage der Geschädigten schleppt sich dahin und droht, in einem läppischen Vergleich zu versanden. Nun aber hat der Staranwalt des Konzerns die Seite gewechselt und will den Opfern offenbar hochbrisante Dokumente zuspielen. Natürlich ist dem Unternehmen jedes Mittel recht, den Plan zu durchkreuzen.

Diese fiktive, aber nicht unrealistische Ausgangslage des Regiedebüts von Tony Gilroy (Drehbuchautor unter anderem der „Bourne?-Trilogie) böte wahrhaft Stoff für einen knalligen Wirtschafts- und Justizkrimi. Tatsächlich geht es hier aber nicht, wie etwa im deutschen Contergan-Zweiteiler, um die Chronik eines Skandals. Die Leitfrage lautet vielmehr: Was bringt Menschen dazu, in diesem System der institutionalisierten Unmoral zu funktionieren.

Als Fallbeispiel fungiert ein eher kleines Rädchen in der Unrechts-Maschinerie. Der von George Clooney angemessen mausgrau verkörperte Michael Clayton ist der „Müllmann? in der vom Konzern beauftragten Großkanzlei. Statt im Kreuzverhör zu brillieren, muss der gelernte Strafverteidiger den außergerichtlichen Dreck wegräumen. Aktueller Auftrag: den abtrünnigen und offenbar psychisch durchgeknallten Anwalt zur Raison zu bringen. Privat ist Clayton damit beschäftigt, seine Spielsucht zu kontrollieren, die Schulden der missratenen Verwandtschaft zu bezahlen und seinem getrennt lebenden Sohn Interesse vorzuheucheln.

Ohne die Genre-üblichen dramatischen Volten und ohne moralisierenden Zungenschlag, jedoch mit viel Gespür für vielschichtige Stimmungs-Bilder entwickelt Gilroy das Mosaik einer Gesellschaft, die von Raffgier und monströsem Ehrgeiz innerlich zerfressen wird. Während an Clayton immerhin Selbstzweifel und -ekel nagen, gibt es für seine gerade zur obersten Konzernanwältin avancierte Mit- und Gegenspielerin keinen Weg aus der Hölle ? kaum 15 Filmminuten genügen Tilda Swinton für eine der brillantesten Persönlichkeitsminiaturen der jüngeren Filmgeschichte.

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Erstellt:
23. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2009, 12:00 Uhr

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error 404 05.03.200812:00 Uhr

Ganz nett, aber keineswegs überragend. Und sonderlich spannend ist dieser "Thriller" auch nicht.

Ralph 01.03.200812:00 Uhr

EIn Film, der sich "Thriller" nennt sollte schon etwas mehr Spannung bieten, als "Deutschlands schönste Bahnstrecken" im Nachtprogramm der Glotze. Ansonsten jedoch gut: schauspielerisch überzeugend und gute Story.

Freddy Schenk 28.02.200812:00 Uhr

Guter Schauspieler, total langweiliger Film. Insgesamt überflüssig!

shevad 27.01.200812:00 Uhr

Eine mehr oder weniger vertrackte Geschichte, ein langsamer Erzählfluss, gute Darsteller (immerhin drei Oscarnominierungen für Clooney, Swinton und Wilkinson) und verdichtende Nebenhandlungsstränge ... irgendwie hat man das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Michael Clayton ist ein guter Thriller, davon will ich nicht ablenken, aber er ist nicht gut genug, um aus der Masse herausgehoben werden zu können.