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22.09.2012

Der besorgte, insistierende Blick ihres Mannes erreicht sie nicht mehr. Auch als er ihr Gesicht kurz mit seinen Händen umfängt, löst sich die Starre nicht. Es ist die erste der verstörenden Asymmetrien, mit denen das Paar von nun an konfrontiert ist. Nach einer missglückten Operation halbseitig gelähmt, setzt Anne alles daran, nicht als Komplettinvalidin behandelt zu werden. In ihrer zunehmenden Hilfsbedürftigkeit erscheint sie außerordentlich wandelbar – von lebendiger Schönheit, von großer Strenge, als eine zu Tode erschöpfte Kranke und schließlich als eine wütend-verzweifelte Alte, die nicht sterben darf.

Georges ist ihr Gefährte, ihr Pfleger und zugleich kühler Beobachter, der zu ermessen versucht, was ihnen beiden noch bevorstehen könnte. Die Kamera zeigt mitunter die scheinbar leere Wohnung, in tiefer Dämmerung, wie schon verlassen.

Nach der historisierenden Grobzeichnung von „Das weiße Band“ ist der österreichische Meisterregisseur Michael Haneke mit seinem aktuellen Cannes-Winner zurück in der Gegenwart. In die Abgeschiedenheit der Sterbenden dringen die Zumutungen der Außenwelt: die impertinente Pflegerin, die narzisstische Tochter (Isabelle Huppert), geheimnislos wie ein Pfannkuchen. Das Ende bewahrt eine gewisse Ambiguität: Finden sich Anne und Georges wieder im Tod, oder sieht man nur, wie die beiden Schauspieler den Drehort verlassen? (Ab 12).dhe

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Erstellt:
22. September 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
22. September 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. September 2012, 12:00 Uhr

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