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SEHNSUCHT
Deutschland

Regie: Valeska Grisebach
Mit: Andreas Müller, Ilka Welz, Anett Dornbusch

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015

Von che

Auf der Theaterbühne sind Laiengruppen eine feste und anerkannte Größe. Dagegen sind ausschließlich mit Amateuren besetze Spielfilme so selten wie heikel. Wenn es funktioniert, können solche Projekte freilich zu Sternstunden lebensnahen Kinos gedeihen: wie im italienischen Neorealismus, den Werken der Brüder Dardenne („L?enfant ? Das Kind?) oder nunmehr „Sehnsucht? von Valeska Griesebach.

Angeregt von einer Zeitungsmeldung über einen Selbstmordversuch aus Liebeskummer, hat die Berliner Regisseurin gemeinsam mit auf Dorffesten und in Supermärkten rekrutierten Darstellern eine Geschichte entwickelt, wie eine Tragödie ein brandenburgisches Dorf heimsucht. Im Mittelpunkt steht Markus, ein schweigsamer, etwas verdruckster Kerl, Schlosser von Beruf und dazu eine Stütze der freiwilligen Feuerwehr. Seiner Gattin ist er ein liebevoller und aufrichtiger Gefährte. Alles ändert sich, als er auf einem Kameradschaftsabend nach zwei, drei Schnäpsen im Bett einer fremden Frau landet. Der Seitensprung entfacht eine bis dato unbekannte Glut in seinem Herzen. Zerrissen zwischen der unstillbaren Sehnsucht nach der Geliebten und der Zuneigung zu seiner Familie weiß der für ein Doppelleben völlig ungeeignete junge Mann alsbald keinen Ausweg mehr.

Diese Story ist gewiss simpel, doch der geduldige Blick der Regisseurin und die erkennbar aus ihrem eigenen Leben und Traumreservoir schöpfenden Darsteller verleihen dem Banalen Glanz. Dabei überzeugt der Film weniger als großes Melodrama, denn als Sammlung berührender, manchmal magischer Momente von hoher emotionaler Intensität. Man muss nur Markus beim Bau eines Hasenstalls oder beim entrückten Tanz zu einem Robbie-Williams-Song zuschauen, um weit mehr als eine Ahnung von seiner „Sehnsucht? zu bekommen. Und als Sahnehäubchen gibt es einen bezaubernden Epilog, in dem die Dorfkinder die unvollendete Geschichte ? als sei?s ein altes Märchen ? auf ihre Art zu Ende spinnen.

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Erstellt:
24. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2009, 12:00 Uhr

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Marek Wojciechowski 09.07.200712:00 Uhr

Von großen Gefühlen keine Spur. Alles sehr oberflächich und langweilig. Nur die drei Hauptdarsteller wirken sehr echt, aber sie können den Film nicht retten, zumal sie alle mundartlich sprechen und der Ton nicht der beste ist.

Andrea 13.09.200612:00 Uhr

ein wunderbarer film