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TRANSAMERICA
USA

Regie: Duncan Tucker
Mit: Felicity Huffman, Kevin Zegers, Fionnula Flanagan

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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24.11.2015

Ist derzeit nicht jeder zweite Film auf der Suche nach einem verlorenen Kind? Wim Wenders und Jim Jarmusch haben es vorgemacht, und nun begibt sich Regisseur Duncan Tucker in seinem Debütfilm ebenfalls auf die Suche.

Allerdings hat seine Suche eine besondere Pointe. Kind und Elternteil sind hier von Anfang an zusammen unterwegs ? nur dass der Sohn nichts davon weiß und es auch wirklich nicht ahnen kann. Diese altmodisch beblümte und etwas altjüngferliche Frau, die den jungen Stricher aus dem Knast holt, ist keine kirchliche Abgesandte: Sie ist sein Vater. Und diese Frau hätte das Ergebnis einer Nacht aus männlicheren Tagen auch liebend gern ignoriert, wenn ihre Therapeutin sie nicht zur Begegnung gezwungen hätte.

Bree (Felicity Huffman) steht nämlich kurz vor dem Ziel ihrer Träume: vor der Operation, die ihr den letzten, mühsam im Elastikschlüpfer weg geklemmten Rest von Männlichkeit nehmen soll.

Physisch ist sie also noch ein bisschen Mann; ihre Psyche jedoch verleugnet dies, die ist ganz auf Frau gebracht. Und die große Kunst dieses Filmes: Er überzeichnet nicht, er zeichnet das einfühlsame Porträt eines scheuen Menschen, der sich auf die Zukunft spezialisiert. Der Angst hat, in der Gegenwart könne ihm jemand zu nahe kommen. Der sich nur mit vielen rosa Garnierungen und Blumen erträgt. Der immer seinen Schminkkoffer griffbereit hält, zum Hormontabletten-Junkie wird und mehr komisch als sexy auf Plateausohlen durch Motel-Tristesse und Highway-Raststätten stakst. Trotzdem hält sich „Transamerica? alle „Charly?s Tante?-Klamotten vom Hals. Komik entsteht hier nicht aus der Schrillheit oder Grellheit der Protagonistin, die als ewig überforderte Lysette aus „Desparate Housewives? bekannt ist. Schamhaft hält sie sich die Augen zu, wenn der freizügige Sohn (Kevin Zegers) sich entkleidet. Hilflos lässt sie sich die Übergriffe der eigenen Mutter gefallen, die kurzerhand nachprüft, ob der Schwanz noch dran ist. Nicht nur die Annäherung zwischen Vatermutter und Sohn gelingt wunderbar, auch eine zarte Liebesgeschichte zeichnet sich am Horizont ab. Huffman bekam für ihre Rolle die Nominierung, den Oscar aber leider doch nicht

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Erstellt:
24. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2009, 12:00 Uhr

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Man 28.04.200612:00 Uhr

super!