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WALKING TALL
USA

Regie: Kevin Bray
Mit: The Rock,Johnny Knoxville,Neal McDonough

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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24.11.2015

Von ST

Nach Ang Lee („Tiger & Dragon?) und Zhang Yimou („Hero?) hat sich mit Takeshi Kitano nun ein dritter ostasiatischer Regie-Meister entgegen seiner Gewohnheit einen historischen Schwertkämpfer-Stoff vorgeknöpft. Auf den ersten Blick ist die Version des japanischen Allround-Entertainers („Hana-bi?) die bescheindenste ? ohne spektakuläre Action, aufwendige Massen-Choreografie und verwegene Farbeffekte. Weniger sehenswert ist sie deswegen nicht.

Die im 19. Jahrhundert angesiedelte Handlung führt in ein abgelegenes Bergdorf, wo sich zwei Clans erbarmungslos bekriegen und nebenher das einfache Volk schurigeln. Dorthin kommt eines Tages der blinde Zatoichi (Kitano), ein äußerlich freundlicher Tattergreis, der mit niemandem Händel sucht. Wer ihn jedoch reizt, etwa beim Würfelspiel schummelt, ist schnell ein toter oder wenigstens schwer verstümmelter Mann, denn trotz seines Handicaps ist dieser Zatoichi ein brillanter Schwertkämpfer. Logisch, dass die Lokalganoven den Senior schwer unterschätzen und dafür einen hohen Blutzoll zahlen. So weit alles ganz konventionell.

Das Besondere an „Zatoichi? ist, dass sich Kitano für die äußerliche Dramatik kaum und für Treu-und-Ehr-Geschwurbel à la „Last Samurai? überhaupt nicht interessiert. Dagegen wimmelt es hier von Witzfiguren, die im Guten wie im Bösen den köstlichsten Unfug treiben. Die mythische Figur des wortkargen Rächers, unsereins vor allem aus Italowestern bekannt, sorgt mehr für Heiterkeit als Angst und Schrecken. Völlig irrsinnig wird es, wenn die Bergbauern am Ende ihre Befreiung mit einer ausgelassenen Steptanz-Show feiern. Wem das Samurai-Genre nicht gerade heilig ist, wird hier seine helle Freude haben, mehr sogar als bei Tarantinos vergleichsweise überanstrengtem „Kill Bill?.

Bei alldem verliert sich der Film keineswegs im Klamauk. Jeder Gag ist exakt getimt und präzise in die Kulisse der elegant und respektvoll mit klassischen Motiven spielenden Geschichte eingebaut. Ganz nebenbei kommt auch Kitanos Hang zur Melancholie nicht zu kurz. Sein Mitleid mit den Einsamen und Beladenen lässt er sich nämlich von keinem Spaß verderben.

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Erstellt:
24. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2009, 12:00 Uhr

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Sebastian Selig 22.07.200412:00 Uhr

Großes, wunderbares Jungs-Kino in bester Golan/Globus-Tradition. Die erste Hälfte des Films ist nahezu perfekt. Ich dürfte für bestimmt 45 Minuten lang so ziemlich das breiteste, dümmliche Grinsen im Gesicht gehabt haben, dass vorstellbar ist. Etwas gerät der Film aus dem Tritt, als der Rock letztlich zum Sheriff wird. Die Szene mit dem Dealerwagen z.B. hat nun mal gar nicht funktioniert. Gott sei dank fängt sich das Ganze gegen Ende aber wieder etwas (vor allem Knoxville im Vorfinale gegen die Auftragskiller ist wieder richtig rund). Schöner Film.

Boris Dollinger 21.07.200412:00 Uhr

Ordentlich gemachter geradliniger Actionfilm, dessen recht simpel gestrickte Story und Moral, gepaart mit einem guten Schuß Naivität zwar eher amüsieren als überzogen, der aber, wie weiland in den 80ern alte Stallone oder Schwarzenegger-Vehikel, wenn auch wesentlich unblutiger als diese,trotz allem gut zu unterhalten weiss. Und viel mehr kann man von einem Film wie diesen wohl auch nicht erwarten. ;-)

Alex 29.06.200412:00 Uhr

Kein Film den man kennen muss, aber "The Rock" avanciert erstmalig ansatzweise zu einem Sympathieträger.Überraschend gut war Johnny Knoxville, auch wenn er letztlich nur den x-ten überdrehten Kompagnon der Filmgeschichte darstellt. Aus der Story selbst hätte man mehr machen können, für was schließlich das etwas lieblos inszenierte Finale steht. Unterm Strich bleibt ein Standard-Actionstreifen mit einigen fast klamaukartigen Elementen, der sicher nicht langweilt, aber der zu vorhersehbar und mit gerade mal 86 Minuten einen Tick zu kurz ausfällt.