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 Innenminister wider Willen
Kritiker trauen ihm den Job nicht zu: Der neue Innenminister Österreichs, Wolfgang Sobotka Foto: dpa
Zur Person: Wolfgang Sobotka

Innenminister wider Willen

Kurz vor den Präsidentschaftswahlen bekommt Österreich einen neuen Innenminister: Wolfgang Sobotka galt lange als Favorit für einen anderen Job.

13.04.2016
  • DPA

Auf Bundesebene ist Österreichs neuer Innenminister vielleicht ein unbeschriebenes Blatt, politisch unerfahren ist Wolfgang Sobotka aber keineswegs. 30 Jahre war der konservative ÖVP-Politiker in seiner Heimat Niederösterreich auf kommunal- und landespolitischer Ebene tätig. Zuletzt als Finanzminister und Stellvertreter des Landeshauptmannes Erwin Pröll. Nun soll Sobotka die Nachfolge der durchaus umstrittenen Johanna Mikl-Leitner antreten, die dafür den stellvertretenden Landesvorsitz übernimmt.

Die Personalrochade erfolgt kurz vor den österreichischen Präsidentschaftswahlen und sei "eine Art von Super-GAU" für den ohnehin wenig aussichtsreichen ÖVP-Kandidaten Andreas Khol, zitiert die Zeitung "Kurier" die Politikberaterin Heidi Glück. Mangelnde Geschlossenheit gilt in dieser finalen Wahlkampfphase als schwerer Fehler. Parteichef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner musste sich dennoch dem Wunsch und Willen des höchst einflussreichen Erwin Pröll beugen.

Auch Sobotka wird der Wechsel in die Bundespolitik wohl eher schwer gefallen sein. Schließlich bereitet der 69-jährige Pröll seine Nachfolge vor - und Sobotka galt lange als sicherer Erbe des mächtigen Landesvaters. Nun ist klar, dass Johanna Mikl-Leitner statt seiner das Rennen gemacht hat.

"In einigen Tagen habe ich wohl den schwierigsten Job dieser Republik hinter mir und die schönste Aufgabe in Österreich vor mir", kommentierte Mikl-Leitner ihren Wechsel in die Landespolitik. Der 60-jährige Sobotka hat bereits angekündigt, in diesem schwierigen Job die restriktive Flüchtlingspolitik seiner Vorgängerin, die nicht müde wurde, eine "Festung Europas" zu fordern, weiterzuführen. Kritiker halten Sobotka jedoch für ungeeignet, weil der Musiklehrer mit der Liebe zum Dirigieren zu wenig ressortspezifisches Wissen mitbringe.

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13.04.2016, 06:00 Uhr

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