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1 Mord für 2

Krimi-Katz-und-Maus-Spiel mit Altstar Michael Caine und Jungstar Jude Law.

Krimi-Katz-und-Maus-Spiel mit Altstar Michael Caine und Jungstar Jude Law.

SLEUTH
GB

Regie: Kenneth Branagh
Mit: Michael Caine, Jude Law

- ab 12 Jahren

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23.11.2015
  • Wolfgang Hübner, swp/AP

Michael Caine dürfte die Handlung von "1 Mord für 2 "bekannt vorgekommen sein. Kein Wunder, er hat bereits in der ersten Filmfassung des Stücks mitgespielt.

Der alte Mann namens Andrew Wyke ist reich, seine Frau hat ihn verlassen. Der junge Mann namens Milo Tindle ist beruflich erfolglos, aber er hat die Frau des reichen alten Mannes erobert. Nun ist Tindle in dem luxuriösen Haus von Wyke, um von dem berühmten Krimiautor und Millionär die Scheidung zu verlangen. Wyke scheint einverstanden, überrascht aber seinen Gast mit einem ungewöhnlichen Vorschlag, dem ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel der beiden folgt.

Der britische Schauspieler und Regisseur Kenneth Brannagh hat diese wendungsreiche Geschichte nach dem Drehbuch des renommierten Dramatikers Harold Pinter unter dem Titel "1 Mord für 2" in Szene gesetzt. Und das mit nur zwei Darstellern: Jude Law verkörpert Tindle, der im Alter zu so großer Form aufgelaufene Michael Caine ist als gehörnter Wyke zu sehen.

Branaghs Film ist das Remake des Kinoerfolgs "Mord mit kleinen Fehlern " von 1972 - und dieser war wiederum eine Verfilmung von Anthony Shaffers Theaterstück "Sleuth".

Für Caine ist das nun eine besonders reizvolle Aufgabe: vor 35 Jahren spielte er nämlich den jungen Tindle, sein Gegenspieler war kein Geringerer als Schauspielerlegende Sir Laurence Olivier.

Nun wechselt Caine sozusagen die Seiten. Es ist ein reines Vergnügen, diesem erfahrenen Schauspieler, der seit einem halben Jahrhundert vor der Kamera steht, bei der Arbeit zuzusehen. Er schafft es auch weit besser als Jude Law, seine Figur in dem affektierten und eitlen Inszenierungstil von Branagh zu behaupten. Der Regisseur - der am Anfang seiner Karriere mit Shakespeare-Adaptionen wie "Henry V. " große Erfolge feierte - versucht krampfhaft, das dialoglastige Zwei-Personen-Spiel mit optischen Mätzchen bedeutsamer zu machen, als es ist. Denn was sich Shaffer und nun Harold Pinter ausgedacht haben, hat enorme logische Defizite und gleicht eher einem dramaturgischen Laborexperiment.

Hat der Betrachter anfangs noch einige Freude an dem Duell der Rivalen, so fühlt er sich im Handlungsverlauf von den ausgeklügelten Wendungen immer mehr überfordert und auch übertölpelt. Der 77-jährige Pinter, Literaturnobelpreisträger, hatte den Ehrgeiz, nicht einfach das Buch zum Remake eines früheren Kinohits zu schreiben, sondern wollte, wie es sich für einen Autor von seinem Rang wohl gehört, ganz eigene Akzente setzen.

Branagh war davon begeistert: "Die Dialoge sind der Alltagssprache ähnlich, die Figuren ähneln Leuten, denen wir schon einmal begegnet sind, und doch kommen sie aus einer anderen Welt, gewissermaßen aus der Welt unserer Alpträume. "

Auf der Bühne mag das bestens funktionieren, im Kino wirkt das so überambitioniert wie der ganze Film. Das Original von 1972 hatte nicht nur den besseren deutschen Titel, sondern war auch die eindeutig bessere Leinwandadaption des Theaterstücks von Shaffer. Der schrieb damals übrigens selbst das Drehbuch, wurde aber nie Nobelpreisträger.

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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