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Streik

100 000 Passagiere betroffen

Die Piloten der Lufthansa steigen heute nicht ins Cockpit. Fast die Hälfte der Flüge aus Deutschland fällt aus.

23.11.2016
  • AFP

Frankfurt. Wegen des 14. Pilotenstreiks seit April 2014 muss die Lufthansa am heutigen Mittwoch 876 der rund 1800 Lufthansa-Flüge aus Deutschland heraus streichen. Davon sind 51 Langstrecken-Verbindungen nach Nord- und Südamerika, Asien und Afrika betroffen. Rund 100 000 Passagiere werden nach Angaben der Lufthansa ihre Flüge nicht antreten können. Sie können ihre Flüge kostenfrei umbuchen oder stornieren. Für innerdeutsche Ziele kann ein Bahn-Gutschein ausgestellt werden.

Lufthansa versuchte am Nachmittag vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt, den Streik mit der Erwirkung einer einstweiligen Verfügung zu verhindern. Teile der Forderung der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) seien „nicht streikfähig“. Das Gericht wies den Antrag der Fluggesellschaft ab, wogegen diese Berufung einlegte. Der Prozess wurde um 22 Uhr am Dienstagabend wieder aufgenommen.

Verhandlungen seit fünf Jahren

Zuvor hatte die Lufthansa die VC erneut aufgerufen, im seit fünf Jahren währenden Gehaltstarif-Konflikt einer Schlichtung zuzustimmen. Das lehnt VC strikt ab. Vorstandsmitglied Jörg Handwerg sprach von einem Scheinangebot.

Einem Lufthansa-Sprecher zufolge können rund 2130 der 3000 Flüge des Konzerns bei Lufthansa, Austrian, Swiss und Brussels Airlines trotz des Streiks stattfinden, weil sich Piloten freiwillig zum Dienst meldeten. Auch Piloten aus dem Management steigen, wie schon bei vergangenen Streiks, ins Cockpit.

In der vergangenen Woche hatte VC die Gehaltstarifverhandlungen für gescheitert erklärt und Streiks angekündigt, von denen nur die Weihnachtstage vom 24. bis 26. Dezember ausgenommen werden. Jeder Streik werde 24 Stunden vorher angekündigt. Das hatte VC für den heutigen Streik am Montagabend getan.

Vorstandsmitglied Handwerg betont, dass VC für die vergangenen fünf Jahre pro Jahr eine Erhöhung um 3,66 Prozent verlange. Das summiert sich auf 18,3 Prozent. Unter Berücksichtigung des Zinseffektes sind es sogar rund 22 Prozent. Unabhängig vom Tarifvertrag erhalten die Piloten jährlich rund drei Prozent mehr. Handwerg erwähnt das nicht, betont aber, dass die Lufthansa „seit Jahren“ sehr gute Zahlen ausweise, 2015 ein Rekordergebnis erzielt habe und in diesem Jahr wieder hervorragend abschneide.

Am Dienstag hat die Gewerkschaft Verdi zum Streik des Kabinenpersonals bei Eurowings aufgerufen. Auch hier geht es um die Erhöhung der Gehälter von 500 Beschäftigten. 62 von 442 Flügen fielen aus, rund 4100 Passagiere waren betroffen. Rolf Obertreis

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23.11.2016, 06:00 Uhr

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