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Tübingen: Mit Kerzen und Trauermusik

120 Tierschützer demonstrierten gegen Pelzindustrie

Mit einem Trauerzug durch die Tübinger Altstadt protestierten am Samstag Tierschützer aus der ganzen Region gegen die Pelzindustrie und ihre Abnehmer.

26.11.2012
  • Christian Saathoff

Tübinger Trauermarsch gegen die Pelzindustrie

Tübinger Trauermarsch gegen die Pelzindustrie --

01:44 min

Tübingen. „Heutzutage noch Pelz zu tragen, ist absolut überflüssig“, erklärt Julia Schnurr. Sie steht vor dem Infostand des Vereins „Tübingen für Tiere“, an dem sie am Samstagvormittag mit ihren Mitstreitern auf dem Marktplatz über die Produktionsbedingungen von Pelzen aufklärt. Andere Vereine wie die „Tierrechtsinitiative Region Stuttgart“ oder die Tierschutzpartei sind ebenfalls mit Infoständen vor Ort.

Für 14 Uhr ist eine Demonstration angesetzt, die in Form eines Trauerzugs durch die Tübinger Altstadt führt, vorbei an Modegeschäften und Boutiquen, die Pelzmode im Angebot haben. Insgesamt sind es etwa 120 Leute, die mit Grablichtern und Schildern in der Hand schweigend durch die Gassen ziehen – begleitet von Trauermusik aus einem Lautsprecher und einigen Polizisten.

120 Tierschützer demonstrierten gegen Pelzindustrie
Der Trauerzug in der Marktgasse: vorneweg ein Kranz zum Gedenken und ein enthäuteter Tierkadaver: Bild: Sommer

Trauer sei durchaus angebracht, meint Schnurr: „Viele Millionen Tiere sind für die Pelzproduktion gestorben“. Gruppen wie der 2010 gegründete Verein „Tübingen für Tiere“ kritisieren die teilweise brutalen Bedingungen, unter denen Füchse, Nerze und andere Tiere weltweit in der Pelzproduktion gehalten und getötet werden – wenngleich viele Pelzfarmen in Deutschland aufgrund neuer Haltungsvorschriften mittlerweile geschlossen sind. Importiert werden Pelze aber immer noch.

Vor der Boutique Bellababs in der Marktgasse wird symbolisch ein Tierkadaver abgelegt. Die Ladenbesitzer beobachten die Demo durchs Schaufenster. Sie fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt: „Wir kaufen keinerlei Pelzwaren gezielt ein“, so Rainer Tondera gegenüber dem TAGBLATT. Höchstens im Winter sei mal eine Jacke mit Pelzkragen im Sortiment. Eine geschäftliche Beeinträchtigung fürchten sie deshalb nicht. Ohnehin wolle man künftig auf echte Pelzwaren verzichten.

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26.11.2012, 12:00 Uhr

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