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Fest unterm heiteren Himmel

12.000 Besucher kamen zum Bezirkskirchentag

Zum Abschluss des Evangelischen Bezirkskirchentags kam Festival-Stimmung auf: Der Marktplatz war gestern Morgen mit 2000 Besuchern gefüllt, als die Dekanin den ökumenischen Gottesdienst eröffnete und „viel Hoffnung für das Leben zwischen Himmel und Erde“ wünschte.

21.05.2012
  • Christiane hoyer

Kreis Tübingen. Besonders die Musik trug gestern auf dem Marktplatz entscheidend dazu bei, dass sich auch Besucher/innen angesprochen fühlten, die sonst nicht am Kirchenleben teilnehmen. Kantor Ingo Bredenbach übte bereits vor dem Gottesdienst die Lieder mit den Gästen ein. Von bester Qualität war die Band der Kirchenmusikhochschule, die mit jazzigen Solo-Einlagen die Feier mit Schwung voranbrachte und gut mit den 200 Posaunisten harmonierte. Eine kurzweilige, Mut machende Predigt gelang der Rundfunkpfarrerin Lucie Panzer. Darin sprach sie auch ausdrücklich jene 120 jungen Leute an, die am Anlagensee mit anpackten.

Dort hatten sich Evangelisches Jugendwerk und CVJM auf die Bedürfnisse der jungen Generation eingestellt. Jana Drescher zum Beispiel betreute mit ihrer Cousine die Süßigkeiten-Schleuder für Kinder. Die 15-Jährige ist in der Realschule Pliezhausen am Schülermentorenprogramm beteiligt und fand es „lustig“, beim Kirchentag mitzumachen. Dem Motto „Himmel und Erde bewegen“ kann sie durchaus etwas abgewinnen. Man „kann auch etwas im Kleinen bewegen“, findet sie, „coole Taten müssen nicht immer groß sein“.

Nach dem Auftakt am Freitagabend in zehn Kirchen gehörte der Samstag den Referenten aus Kirche, Kultur und Politik. Allein zu Nils Schmid, Fritz Kuhn und Günther Beckstein kamen rund 550 Besucher/innen. Sicher hätte jeder Politiker für sich noch mehr Aufmerksamkeit bekommen, wenn die Hauptvorträge nicht zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten stattgefunden hätten. „Das ist fast schon zu viel“, stellte der ehemalige Landesbischof Eberhardt Renz fest. Er wohnt seit seinem Ruhestand in Tübingen und lobte am Bezirkskirchentag die „Mischung aus Musik, nachdenklichen Veranstaltungen und lockeren Formen“.

Besucherandrang herrschte am Samstag auch beim Spezialisten für Spiritualität, Wolfgang Bittner aus der Schweiz. Sowohl morgens als auch beim Workshop am Nachmittag war die Jakobuskirche voll, als er eindrücklich eine „neue Kultur des Zuhörens“ demonstrierte: mit dem fast halbstündigen langsamen Vorlesen einer Geschichte aus dem Alten Testament von den Brüdern Jakob und Esau. Bittner „hat mir neue Impulse gegeben“, sagte Gunther Dingfelder, der selbst Mitglied in einer freikirchlichen Gemeinde in Tübingen ist und offen war für Bittners Anregung, etwas „ohne viel Aufwand zu verändern“.

Am Samstag gehörte der Tübinger Marktplatz den Mitarbeitern des Diakonischen Werks. Sie informierten Passanten an unterschiedlichen Ständen über ihre Arbeit, hielten Säckchen zum Tasten bereit und boten ein Diakonie-Quizz mit „Trinitätsweckchen“ für den Sieger an, Erdbeerbowle ohne Alkohol und Schnitzel-Wecken zum Verzehr.

Prof. Albert Biesinger von der Katholischen Fakultät hatte für seinen Vortrag mit dem evangelischen Kollegen Prof. Friedrich Schweitzer im Gemeindehaus Lamm seinen Besuch beim Katholikentag in Mannheim abgebrochen. Er sieht den Bezirkskirchentag als eine Möglichkeit, „dass Leute die Kirche basisnah erleben“. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich Menschen „eher anlassorientiert mit Religion beschäftigen“ – zum Beispiel bei Beerdigungsfeiern auf dem Friedhof.

Musikalischer Höhepunkt mit 1200 Besuchern war am Samstagabend die Motette. Ebenfalls gut frequentiert trotz des konkurrierenden Fußball-Championsleague-Finales im Fernsehen war der Auftritt der beiden Jugend-Bands am Anlagensee. Frank Wurster und seine Mitarbeiter hatten strenge Auflagen vom städtischen Ordnungsamt für die Lautstärke bekommen, um 23 Uhr mussten die Bands aufhören. Über Nacht waren Mitarbeiter des Jugendwerks als Wachposten am Anlagensee eingeteilt – für die Bühne und das kostspielige Equipment.

Dekanin Marie-Luise Kling- de Lazzer war mit der Kirchentags-Resonanz „sehr zufrieden“. Mit über 12 000 Besuchern bei sommerlichen Temperaturen wurden die Erwartungen sogar übertroffen. Ihre Vision, dass viele Menschen zusammenkommen und sich „im Zeugnis des christlichen Glaubens und der Weltzugewandtheit erfahren“, habe sich erfüllt. Dass über 500 Ehrenamtliche mitgeholfen hätten, beweise, dass der Kirchenbezirk (er ist fast identisch mit dem Landkreis) „nicht nur ein struktureller Verbund“ ist.

12.000 Besucher kamen zum Bezirkskirchentag
Ökumenischer Gottesdienst mit Abendmahl und 200 Posaunen, dirigiert von Klaus-Eckard Schneider: Der Marktplatz war gestern mit 2000 Besuchern gefüllt.Bild: Faden

Platz 1: Abschlussgottesdienst auf dem Marktplatz: 2000 Besucher.
Platz 2: Motette mit 21 Chören in der Stiftskirche:
1200 Gäste
Platz 3: Liedermacher Gerhard Schöne in der Eberhardskirche:
500 Zuhörer
Platz 4: Christliche Bands Sacrety und Good Weather Forecast am Anlagensee:
500 Jugendliche.
Platz 5: Stadtführungen der Offenen Kirche:
400 Teilnehmer

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21.05.2012, 12:00 Uhr

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